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Uneinige VerbündeteTrump empfängt Erdogan – heikle Themen im Fokus

Trump und Erdogan geben sich immer wieder harmonisch, doch es geht bei ihrem Treffen im Weißen Haus um schwierige Themen. 25.09.2025 - 09:08 Uhr
Donald Trump (r), Präsident der USA, und Recep Tayyip Erdogan (l), Präsident der Türkei, geben eine Pressekonferenz im Weißen Haus am 13.11.2019. Foto: Evan Vucci/AP/dpa

„Freund“, „geschätzter Kollege“ – mit warmen Worten umschmeicheln sich US-Präsident Donald Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Vorfeld ihres Gesprächs in Washington. Erstmals seit 2019 wird der Präsident aus Ankara im Weißen Haus empfangen. Doch die beiden Präsidenten trennt vieles. Um diese fünf Knackpunkte könnte es bei ihrem Treffen gehen:

Gaza-Krieg

Besonders das Thema Gaza-Krieg birgt Konfliktpotenzial. Während Trump eng an der Seite Israels steht, geht Erdogan den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scharf an. Regelmäßig vergleicht er ihn mit Hitler und nennt ihn „Schlächter von Gaza“. Vor der UN-Vollversammlung in New York warf Erdogan der israelischen Regierung erneut „Genozid“ und die gezielte Vertreibung der Palästinenser vor. 

Erdogan sieht sich als Fürsprecher der Palästinenser in der muslimischen Welt. Er unterhält auch gute Beziehungen zur islamistischen Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg führt. Mitglieder der Terrorgruppe sollen sich auch in der Türkei aufhalten.

Nach dem Angriff auf Hamas-Spitzen in Katar Anfang September stellte sich die Frage, ob auch ein israelischer Angriff auf die Hamas in der Türkei denkbar wäre. Ob die Türkei Hamas-Funktionären weiter Aufenthalt gewährt, könnte Thema der Gespräche mit Trump sein.

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Ukraine-Krieg

Die Türkei pflegt enge Beziehungen zu Russland und zur Ukraine, lehnt westliche Sanktionen gegen Moskau ab und importiert weiter im großen Stil günstige Energie. Trump ist es ein Dorn im Auge, dass Russland mit dem Verkauf von Energie seinen Krieg finanzieren kann. Deshalb verstärkte er den Druck und knüpfte zuletzt etwa neue US-Sanktionen gegen Moskau an harte Bedingungen: Europäische Partner – und ausdrücklich auch die Türkei – sollen russische Energie boykottieren und höhere Zölle auf chinesische Waren erheben.

Zugleich sieht sich die Türkei in dem Konflikt als Mittler. Sie war mehrfach Ausrichter von Friedensverhandlungen. Erdogan will auch Gastgeber für direkte Gespräche zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sein. Das verspricht Prestige und Ablenkung von einer Verhaftungswelle gegen Oppositionspolitiker.

Rüstung

Beim Thema Rüstung wird es laut Trump um den lange schwelenden Konflikt über Kampfjet-Programme gehen. Die Türkei war ursprünglich Partner beim US-geführten F-35-Projekt, wurde aber 2019 nach dem Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 ausgeschlossen – aus Sicht Washingtons ein unvereinbares Sicherheitsrisiko für die Nato. Ankara hofft nun auf eine Wiederaufnahme und drängte außerdem auf den Erwerb neuer Maschinen für die F-16-Flotte. Nach jahrelangem Zögern gaben die USA dem milliardenschweren Geschäft grünes Licht, kurz nachdem die Türkei den Nato-Beitritt Schwedens ratifiziert hatte.

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Syrien

Syrien war in den vergangenen Jahren immer wieder Streitpunkt zwischen Washington und Ankara. Für die Türkei etwa war Washingtons Unterstützung der syrischen Kurdenmiliz YPG im Kampf gegen die Terrormiliz IS stets ein Ärgernis. Ankara stuft diese als Terrororganisation und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ein. Doch seit dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien überschneiden sich die Interessen der Länder. Beide wollen die Stabilisierung des ehemaligen Bürgerkriegslandes voranbringen und verhindern, dass der IS wieder erstarkt. Für Trump ist die Türkei ein strategisch wichtiger Nato-Partner in der Region – etwa als Gegengewicht zum Iran oder zu Russland.

Boeing-Deal

Laut Trump steht auch der Verkauf mehrerer Flugzeuge des US-Konzerns Boeing an die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines auf der Agenda. Die türkische Opposition warf Erdogan vor, sich das Treffen mit Trump, das handfestes politisches Kapital für den umstrittenen Staatschef ist, mit einem 300 Flugzeuge umfassenden Deal erkauft zu haben. Erdogan wies das zurück. Turkish Airlines erklärte auf Anfrage, es werde seit Langem verhandelt und es gebe noch keine Entscheidung.

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dpa
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