Preisfrage: So setzt sich der Eierpreis zusammen
Eier gehören bei vielen zum wöchentlichen Einkauf dazu. Sie gelten als nährstoffreich und sind verhältnismäßig günstig. Doch in den vergangenen Jahren ist der Preis von Eiern deutlich angestiegen – seit 2020 haben sich Eier um über 40 Prozent verteuert.
Ein wesentlicher Grund dieses Anstiegs ist das seit 2022 geltende Verbot des Kükentötens. Früher wurden männliche Küken, die für die Eierproduktion nicht geeignet sind, direkt nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet.
Heute ist das nicht mehr erlaubt: Die Tiere müssen entweder mit aufgezogen werden oder es wird bereits im Ei das Geschlecht bestimmt – beides führt zu höheren Kosten für die Betriebe. Vor dem Verbot hat eine Henne etwa fünf Euro gekostet, heute sind es rund zehn.
Hinzu kommen gestiegene Kosten für Energie, Personal und Futter – verstärkt durch die Folgen des Kriegs in der Ukraine. All das verteuert die Produktion zusätzlich.
Auch das Marktgeschehen hat sich verändert. Die Nachfrage nach Eiern ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen – nicht zuletzt, weil sich ihr Image gewandelt hat. Denn Eier gelten inzwischen nicht mehr als Cholesterinbombe, sondern als echtes Superfood.
So verteilen sich die Kosten pro Packung
Im Einzelhandel kostete eine Zehnerpackung Eier aus Bodenhaltung im Jahr 2024 im Durchschnitt etwa 2,01 Euro – pro Ei also rund 20 Cent. Bei Bodenhaltung leben die Hennen in Ställen mit Einstreu und Sitzstangen, können sich dort frei bewegen – im Gegensatz zur Käfighaltung, aber ohne Auslauf wie bei Freiland- oder Bio-Eiern.
Der größte Kostenblock für die Eier entfällt auf Futter und Tierhaltung: etwa 1,05 Euro pro Packung. Rund 39 Cent machen die allgemeinen Betriebskosten aus. Dazu zählen feste Ausgaben wie Stallmiete oder Versicherungen ebenso wie laufende Kosten für Strom, Wasser, Heizung und Beleuchtung – also alles, was für den Betrieb des Hofs nötig ist.
Die Arbeitskosten liegen mit rund 4,5 Cent pro Packung verhältnismäßig niedrig. Das liegt vor allem daran, dass viele Abläufe in der Eierproduktion heute automatisiert sind: Fütterung, Beleuchtung, Klimaregelung im Stall, Eiersortierung und Verpackung laufen größtenteils maschinell.
Menschen übernehmen meist nur noch Kontroll-, Wartungs- und Dokumentationsaufgaben. Dadurch lässt sich der Personaleinsatz – und damit auch der Kostenanteil – deutlich reduzieren, gerade im Vergleich zu anderen Bereichen der Landwirtschaft.
Für den Handel und Vertrieb entfallen schließlich rund 52 Cent. So ergibt sich am Ende der durchschnittliche Verkaufspreis von 2,01 Euro pro Zehnerpackung.
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