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Fettes Comeback?Die Weight Watchers melden sich nach der Insolvenz zurück

Der Abspeck-Konzern hat zuletzt viele Strategien ausprobiert – ohne Erfolg. Jetzt soll ein Programm für Frauengesundheit die Wende bringen.Volker ter Haseborg 08.07.2025 - 12:28 Uhr
Pfundige Idee: Die New Yorker Hausfrau Jean Nidetch gründete 1963 die Weight Watchers. Aus ihrer Diätgruppe wurde ein Milliardenkonzern. Foto: mauritius images/alamy/philipp harrington

„Dies ist ein entscheidender Moment für Weight Watchers.“ So kündigt Tara Comonte, Vorstandsvorsitzende des Abspeck-Konzerns das Comeback ihrer Firma an. Im Mai hatte das Unternehmen beim United States Bankruptcy Court for the District of Delaware Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Zügig wollte WW International das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen.

Jetzt ist es offenbar so weit. Weight-Watchers-Chefin Comonte verkündet in einer Pressemitteilung, dass ihr Unternehmen das Restrukturierungsverfahren abgeschlossen habe. Jetzt soll nach vorne geschaut werden. WW International stellte nicht nur eine Reihe neuer Vorständinnen und Vorstände vor – sondern auch eine neue Strategie.

Die Weight Watchers wollen sich auf das Thema Frauengesundheit konzentrieren. Die Ärztin Kim Boyd soll als Chief Medical Officer Programme für Frauen in der Menopause entwickeln. Schon in der zweiten Jahreshälfte soll es dazu neue Programme geben. Sie sollen „individuelle Ernährungs- und Verhaltensstrategien“ für Frauen bieten.

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Aus der einstigen Kult-Marke ist ein Krisen-Konzern geworden. Firmenchefin Comonte glaubt trotzdem an den Erfolg: „In einer Welt voller schneller Lösungen und widersprüchlicher Ratschläge bleibt Weight Watchers weiterhin der vertrauenswürdige, wissenschaftlich fundierte Anbieter, der nachweislich langfristige Erfolge verspricht.“

Als die Firma 1963 gegründet wurde, traf die Idee den Nerv der Zeit: Nach vielen erfolglosen Diäten war die New Yorker Hausfrau Jean Nidetch auf den Gedanken gekommen, sich mit anderen Frauen zu treffen, um gemeinsam abzunehmen. Das Konzept der gegenseitigen Motivation und Kontrolle hatte Erfolg – nicht nur in Amerika. Schon im Jahr 1970 fanden in Deutschland die ersten Treffen statt, bei denen Weight-Watchers-Mitglieder einander von ihren Erfolgen berichteten. Schon damals etablierte das Unternehmen ein an Nährwerten von Nahrungsmitteln angelehntes Punktesystem: Eine Maximalzahl, abhängig von Größe und Gewicht, legt die Essensobergrenze für jeden Kunden fest.

Nur Gewicht verlieren reicht nicht mehr

Das ist das Weight-Watchers-Prinzip, seit über 60 Jahren. Weil auch andere Firmen Ernährungspunkte verteilen und weil diese Tipps mittlerweile leicht per Google-Suche zu finden sind, suchten die Manager des US-Konzerns nach neuen Ideen. Sie fanden, dass der Fokus auf „Weight“, Gewicht, zu sehr polarisierte – und verbannten ihn. Die Weight Watchers wollten ein Wellnesskonzern sein namens WW – Wellness that works. Gruppentreffen waren plötzlich Wellness Workshops.

Junge Nutzer sollten angezogen werden – und kamen tatsächlich, als die Coronapandemie die Menschen aus den Fitnessstudios nach Hause zwang. Die WW-Workshops konnten digital stattfinden.

Doch dann kamen der Ukrainekrieg, die Inflation, die Wirtschaftskrise. Und die Weight Watchers steckten in der Abo-Falle: In Zeiten von Kriegen und Inflation fangen die Kunden beim Sparen mit den Abos an. Viele scheinen vielleicht zu erkennen: Man kann auch abnehmen, indem man einfach weniger Lebensmittel einkauft.

Rückschlag durch die Abnehm-Spritze

Der letzte empfindliche Schlag kam durch Abnehm-Spritzen wie Ozempic. Warum Punkte sammeln – wenn man auch zur Spritze greifen kann? Vor allem im Kernmarkt USA brachen deshalb die Umsätze ein. Im Geschäftsjahr 2024 sanken die Umsätze mit den Abnehm-Abos um 5,6 Prozent, der Verlust betrug 346 Millionen Dollar.

Mittlerweile steht der Konzern wieder zu seinem Namen Weight Watchers. Wie es mit dem Deutschland-Geschäft weitergehen soll, kommunizierte das Unternehmen zunächst nicht. Als Corona ausbrach, beschäftigten die Weight Watchers 140 Mitarbeiter in Deutschland. 2023 waren es noch um die 100, mittlerweile sollen es weniger als 50 sein.

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