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Valentin Stalf tritt zurückWechsel an der Führungsspitze der Digitalbank N26

Valentin Stalf, Mitbegründer von N26, gehört bislang zu den Stars der deutschen Techszene. Nach Kritik an seiner Managerrolle zieht er sich nun als CEO der Neo-Bank zurück. 19.08.2025 - 15:47 Uhr
Führungswechsel bei der deutschen Digitalbank N26. Foto: REUTERS

Vorstandsbeben bei N26: Valentin Stalf, einer der beiden Gründer der Digitalbank, gibt nach anhaltender Kritik der Finanzaufsicht BaFin bald die operative Verantwortung ab. Stalf werde „zeitnah“ als Co-Vorstandschef von N26 zurücktreten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. „Nach einer Übergangszeit“ werde er in den Aufsichtsrat wechseln, der ebenso wie der Vorstand in den nächsten Monaten erweitert werden solle.

Bisher besteht der Aufsichtsrat nur aus vier Personen. Maximilian Tayenthal, mit dem Stalf die Bank 2013 gegründet hatte, werde dagegen im Vorstand bleiben, betonte das Unternehmen. Auch über seinen Abgang war spekuliert worden.

Die „Financial Times“ berichtete, Tayenthal werde später wohl ebenfalls zurücktreten. Aufsichtsratschef Marcus Mosen, ehemals Chef des Zahlungsabwicklers Concardis, könnte als Co-Vorstandschef in die operative Verantwortung rücken.

Die jüngst im Zuge einer Sonderprüfung erneuerte Kritik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte Medienberichten zufolge zu Spannungen zwischen dem Gründerduo und großen Start-up-Investoren geführt. N26 war 2021 bei einer Finanzierungsrunde mit umgerechnet 7,7 Milliarden Euro bewertet worden, bald danach aber ins Visier der BaFin geraten. Derzeit dürfte die Bank nur noch einen Bruchteil wert sein. Tayenthal und Stalf halten zusammen noch fast 20 Prozent an N26.

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BaFin-Ärger und Investoren-Revolte – jetzt geht es für N26 um alles

Investoren der Onlinebank fordern die Abdankung des Gründerduos. Anlässe gibt es genug: Drei Dauerkonflikte werden zur immer größeren Gefahr, zeigen WirtschaftsWoche-Recherchen.

von Philipp Frohn, Lisa Ksienrzyk und Lukas Zdrzalek

Eine N26-Sprecherin sagte, Gespräche mit Investoren und der Aufsicht seien vertraulich. Die Anteilseigner hätten Stalf aber „für seine Vision anerkannt“, sein Wechsel in den Aufsichtsrat habe ihre Unterstützung. N26 zitierte Christian Nagel, Partner von Earlybird Ventures, einem der frühen N26-Investoren, der über Stalf sagte: „Es ist bemerkenswert, wie er N26 in den letzten zwölf Jahren gemeinsam mit Maximilian Tayenthal an die Spitze der europäischen Digitalbanken geführt und damit für Millionen Kunden Banking nachhaltig verändert hat.“

Valentin Stalf selbst bezeichnete seinen Wechsel als „strategische Entscheidung, um meine langjährige Erfahrung und mein Wissen weiterhin bestmöglich einzusetzen und N26 zu stärken“. Er werde sich „aktiv und mit voller Leidenschaft in die langfristige personelle und strategische Ausrichtung von N26 einbringen“.

N26 sieht sich als eine der erfolgreichsten europäischen Neo-Banken. Sie habe über 1500 Mitarbeiter und mehr als fünf Millionen Kunden. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um rund 40 Prozent auf gut 500 Millionen Euro gewachsen.

Im Sommer 2024 habe N26 die Gewinnschwelle erreicht. „Aktuell schreibt N26 nachhaltige Profite und wird das zweite Halbjahr profitabel abschließen“, hieß es in der Mitteilung. „Deswegen ist es ein guter Zeitpunkt, diesen Schritt zu machen und diesen Wechsel vorzunehmen“, kommentierte Stalf seinen Rückzug von der Führungsspitze.

Die Bank hat aber immer wieder Ärger mit der BaFin. Erst vor gut einem Jahr hatte die Behörde eine Beschränkung zur Aufnahme von Neukunden aufgehoben, die N26 jahrelang bremste. Hintergrund war ein zu laxer Umgang mit Geldwäsche-Verdachtsfällen. Wegen zu spät gemeldeter Verdachtsfälle musste die Bank eine Geldbuße von 9,2 Millionen Euro zahlen.

Bei einer neuerlichen Sonderprüfung seien Mängel im Risikomanagement und Defizite in der Betrugsbekämpfung aufgefallen, wie auch die WirtschaftsWoche berichtete. Die BaFin wollte sich dazu nicht äußern.

Neben diesen Problemen mit der Bankenaufsicht schwelt auch seit Jahren eine Auseinandersetzung mit den Arbeitnehmervertretern. Die Ausmaße sind dabei größer als bisher bekannt, wie WirtschaftsWoche-Recherchen offenbaren.

Die Dauerkonflikte bei N26 sorgten dafür, dass Investoren zuletzt die Abdankung des Gründerduos forderten.

rtr, dpa, jre
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