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Konjunktur in der EUEs gibt Grund zum Optimismus für Europas Wirtschaft

Die Euro-Zone profitiert von der Geldpolitik, 2026 könnte beim Wachstum eine Zwei vor dem Komma stehen. Doch die Welle von Zinssenkungen dürfte vorbei sein.Bert Losse 30.09.2025 - 11:08 Uhr
Die Europäische Zentralbank in Frankfurt. Foto: dpa

Es gibt diese Konjunkturindikatoren, die es nie in die Tageschau schaffen, aber gleichwohl von vielen Analysten mit Spannung erwartet werden. Dazu zählt der Einkaufsmanagerindex, für den der Finanzdienstleister S&P Global allmonatlich rund 5000 europäische Unternehmen befragt. In den vergangenen Monaten gab es fast immer Positives zu vermelden und auch im September ist der Index für Industrie und Dienstleister um 0,2 auf 51,2 Punkte gestiegen. Damit liegt er stabil über der 50-Punkte-Marke, ab der Expansion einsetzt.

Auf bessere Zeiten deutet auch der „Monetary Stimulus Indicator“ für die Euro-Zone hin, den der Vermögensverwalter Bantleon exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelt. Das Barometer ist im Juli zwar leicht gefallen, erreicht aber immer noch den zweithöchsten Wert des Jahres.

Der Frühindikator bündelt verschiedene monetäre Größen wie Zinsdifferenzen, Geldmenge und das Kreditneugeschäft der Banken. Er hat einen Vorlauf von zwölf Monaten gegenüber der Realwirtschaft. Das Wachstum des Geldmengenaggregats M1 (Bargeld und Sichteinlagen) liegt seit mehreren Monaten stabil bei fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Kreditvergabe der europäischen Geldhäuser sei zudem „lebhaft“, schreiben die Bantleon-Ökonomen in ihrer Analyse.

Chefvolkswirt Daniel Hartmann glaubt vor diesem Hintergrund unverdrossen an einen Aufschwung. Nicht zuletzt dank der expansiven monetären Rahmenbedingungen signalisiere der Indikator „unverändert grünes Licht für eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in der Euro-Zone bis Herbst 2026“.

Insgesamt dürfte das gemeinschaftliche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,4 Prozent zulegen und sich 2026 der Zweiprozentmarke nähern. Das wäre deutlich mehr als in Deutschland, wo die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, 2025 mit einer schwarzen Null rechnet.

Allerdings ist noch unklar, wie sich die Europäischen Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten positionieren wird. Seit Sommer 2024 haben die Frankfurter Währungshüter den Leitzins achtmal nach unten geschleust. Derzeit rechnen viele Analysten jedoch mit einer Zinspause, wenn sich die EZB-Spitze am 30. Oktober und 18. Dezember zu den letzten zinspolitischen Sitzungen des Jahres trifft.

Erste Beobachter halten es sogar für denkbar, dass die EZB 2026 die Zinsen wieder moderat anheben könnte, sollte die Inflation steigen. Vor allem die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel spricht diese Option überraschend deutlich aus.

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