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GewerkschaftsaufrufFrankreich steht eine Streik- und Protestwelle bevor

Frankreich ist hoch verschuldet. Gegen die Sparpläne der Regierung regt sich nun Widerstand. Landesweit drohen Streiks und Kundgebungen. 29.08.2025 - 20:04 Uhr
„Bloquons tout“ - alles blockieren: Mit diesem Appel will Frankreichs Linkspartei eine Protestwelle gegen den Sparkurs der Regierung organisieren. Foto: IMAGO / MAXPPP

Mitten in der politischen Krise steht Frankreich eine Streik- und Protestwelle bevor. Die Gewerkschaften kündigten landesweite Streiks und Kundgebungen gegen den Sparkurs der Regierung für den 18. September an.

Die beispiellos harten Sparpläne müssten vom Tisch, forderte die Chefin des Französischen Demokratischen Gewerkschaftsbunds (CFDT), Marylise Léon, in Paris. Ebenfalls für den 18. September hatten bereits die französischen Fluglotsen einen Streik angekündigt – um ihre Forderung nach besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Anfang der Woche hatte Frankreichs Premier François Bayrou angekündigt, im Streit um den von ihm vorgelegten Sparhaushalt am 8. September im Parlament die Vertrauensfrage zu stellen. Erwartet wird der Sturz der Mitte-Rechts-Regierung von Bayrou, die in der Nationalversammlung keine Mehrheit hat.

43,8
Milliarden Euro
geplante Einsparungen im französischen Haushalt

Schon lange vor der Ankündigung des Premiers war in Frankreich ein Aufruf, am 10. September das ganze Land zu blockieren, auf wachsende Unterstützung gestoßen. Obwohl weiterhin unklar ist, wer hinter dem Aufruf „Bloquons tout“ (alles blockieren) steckt, stellte sich Frankreichs Linkspartei – anders als die Gewerkschaften – hinter den Appell.

Die Sicherheitsbehörden sind wegen der angekündigten Proteste nach einem Bericht des Senders RMC bereits in Unruhe. Auch Schüler und Studenten könnten sich dem Protest anschließen.

Der öffentliche Schuldenstand in Frankreich ist auf 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angestiegen, womit Frankreich einer der Staaten im Euroraum mit der höchsten Schuldenquote ist. Bayrous Haushaltsplan sieht Einsparungen von 43,8 Milliarden Euro vor. Kritiker bemängeln, dass der Sparkurs einseitig zulasten einfacher Beschäftigter und Arbeitsloser geht und werfen Präsident Emmanuel Macron vor, Superreichen und großen Industriekonzernen Milliardenvergünstigungen eingeräumt zu haben.

dpa
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