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  4. Konjunktur: Die wirtschaftliche Erholung wird nicht nachhaltig sein

Deutsche KonjunkturFreut euch nicht zu früh!

Die deutsche Wirtschaft dürfte 2026 spürbar wachsen. Doch es droht ein schuldenfinanziertes Strohfeuer, das die Strukturprobleme des Landes vernebelt. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Bert Losse 25.09.2025 - 12:12 Uhr
Ein Feuerwerk der Konjunktur?  Während sich der Dienstleistungsbereich in Deutschland erholt, läuft es in der Industrie nach wie vor schleppend. Foto: dpa

Immerhin, dieser schmachvolle Negativrekord bleibt Deutschland wohl erspart: Glaubt man den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten, wird unsere Wirtschaftsleistung 2025 nicht sinken, sondern um schmale 0,2 Prozent zulegen. Anderenfalls hätte es erstmals in der Nachkriegsgeschichte drei Jahre hintereinander ohne Wachstum gegeben. Für 2026 sagen die Ökonomen in ihrem gerade präsentierten Herbstgutachten sogar ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus (2027: 1,4 Prozent) – vor allem wegen der höheren staatlichen (und in großem Ausmaß mit Schulden bezahlten) Investitionen.

Doch die Politik sollte sich hüten, dies zu feiern, sondern lieber das Kleingedruckte der so genannten Gemeinschaftsdiagnose lesen. „Insgesamt ist die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland erheblichen Risiken ausgesetzt“, heißt es im Gutachten. Die Binnenwirtschaft ziehe an, doch „werden die strukturellen Probleme nur kaschiert“.

„Die deutsche Wirtschaft steht nach wie vor auf wackligen Beinen“, warnt etwa DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. Zwar erhole sich die Wirtschaft in den kommenden beiden Jahren spürbar. „Angesichts anhaltender struktureller Schwächen wird diese Dynamik allerdings nicht von Dauer sein.“

Konjunktur

Institute erwarten 2026 stärkeres Wachstum – und fordern massive Reformen

Denn zum einen fällt der Export angesichts der anhaltenden Zollkonflikte bis auf Weiteres als Wachstumstreiber aus. Zum anderen haben Standortdefizite und mangelnde Investitionen das mittel- und langfristige Potenzialwachstum auf nur noch rund 0,4 Prozent gedrückt. O-Ton Gutachten: „Hohe Energie- und Lohnstückkosten im internationalen Vergleich, Fachkräftemangel sowie eine weiter abnehmende Wettbewerbsfähigkeit bremsen die langfristigen Wachstumsaussichten weiterhin.“

Die konjunkturelle Erholung im kommenden Jahr ist somit nicht nachhaltig. Es erwartet uns ein Aufschwung auf Abruf, ein schuldenfinanziertes Strohfeuer, das den Steuerzahler in späteren Jahren durch höhere Zins- und Tilgungszahlungen des Staates teuer zu stehen kommen wird.

Der Herbst der Reformen, den Kanzler Friedrich Merz angekündigt hat, ist daher dringender denn je. Auch wenn die Wirtschaft vorübergehend wieder wächst.

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