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UhrenWoche SpezialKann Quarz ein Comeback feiern?

Die MoonSwatch mit Quarzwerk bricht Rekorde. Wird ­Mechanik überschätzt? Das will Joern F. Kengelbach in dieser Kolumne wissen.KOMMENTAR von Joern Frederic Kengelbach 02.12.2025 - 12:41 Uhr
Eine Omega Swatch. Foto: PRESSEFOTO

Fachkollegen rümpfen immer noch die Nase bei der größten Erfolgs­geschichte des Jahrzehnts. Die Bilder langer Schlangen um Läden zum Launch der Quarzuhr Omega x Swatch MoonSwatch gingen am 26. März 2022 um die Welt. In nur drei Jahren verkauften sich die 36 verschiedenen Modelle rund fünf Millionen Mal.

Das Erfolgsgeheimnis? Ikonisches Design trifft bezahlbare Technik: Omega, die Manufaktur mit der ersten Monduhr und Meister der Co-Axial-Hemmung, tat sich mit Swatch zusammen, die, als ­Second Watch, also Zweituhr mit Quarzwerk, gedacht, schon einmal in den 1980er-Jahren die Uhrenwelt umkrempelte.

275 Euro kostet derzeit das Modell 1965. Das ist wenig in einer Welt, in der Uhren Preise von Gebrauchtwagen erreicht haben: Die Schweizer Uhrenbranche droht daran zu ersticken. Die Lohnkosten kann man aufgrund des Herkunftssiegels „Swiss Made“ nicht senken, die Goldpreise nicht ­beeinflussen, und die 35 Prozent Einfuhrzölle des wichtigsten Marktes USA führen zu Preissteigerungen im Rest der Welt.

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Doch kaum jemand traut sich das Offensichtliche zu tun: berühmte Designs endlich mit bezahlbarer Technik zu bringen, zuverlässigen und präzisen Quarzwerken. Viele Hersteller verleugnen sogar die ­eigene Vergangenheit lieber, statt sie zu vermarkten: Piaget ließ jüngst die Andy Warhol als mechanische Serienuhr zurückkehren, dabei trug die Popikone das Original mit dem Quarzwerk Beta21. Auch Girard-Perregaux feiert den 50. Geburtstag seiner Laureato mechanisch, nicht mit dem namensgebenden COSC-zertifizierten Quarzwerk (1975 war sie die erste Schweizer Quarzuhr mit Gangschein).

Es geht anders: Die Sammlermarke Patek Philippe hat kein Problem, rund zehn Prozent der jährlich 70.000 Uhren mit Quarzwerken zu bestücken. Der Hype um Cartier liegt auch daran, dass man viele Ikonen als bezahlbare Quarzuhren anbietet. Die Tank mit batterielosem Quarzwerk und Solarzifferblatt kostet mit 3550 Euro 1000 Euro weniger als das mechanische Pendant. Auch Sammler lieben Quarz: Für seine ­Élégante verlangt Nischenanbieter F.P. Journe regulär 14.000 Euro, gebraucht wird das bis zu Zehnfache geboten. Das Comeback ist also bereits voll im Gang.

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 29. November. Aufgrund des Leserinteresses zeigen wir ihn erneut.

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