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Vernetztes AutoDeutsche Telekom kooperiert mit China Mobile

Ein Joint Venture zwischen der Deutschen Telekom und Chinas größtem Mobilfunkanbieter könnte beim Bonner Konzern die Kassen klingeln lassen. Das vernetzte Auto gilt als lukratives Wachstumsfeld. 10.10.2014 - 14:58 Uhr

Tesla

Der Elektroautobauer Tesla hat schon bei seinen ersten Fahrzeugen großen Wert auf das Infotainment gelegt - also die gute Bedienbarkeit von Musik-Diensten, Navigationsgerät, Kommunikation und Serviceinformationen zum Fahrzeug. Nun ist dem Unternehmen in den USA ein neuer Coup gelungen. In Kooperation mit dem Mobilfunkanbieter AT&T sollen die Elektroautos mit einem Zugang zum Highspeed-Internet ausgestattet werden. Damit wäre nicht nur ruckelfreies Webradio und Surfen im Internet möglich. Auch Verkehrsinformationen für das Navigationssystem ließen sich in Echtzeit abrufen. Und bliebe der Wagen stehen, könnte eine Service-Hotline per Netz eine Ferndiagnose des Motors durchführen.

Foto: REUTERS

Kia Uvo

Das Infotainmentsystem von Kia lässt sich per Sprachsteuerung und Touch steuern. Die erste Variante des Systems entwickelten die Koreaner gemeinsam mit Microsoft. Die aktuelle Version setzt auch auf mobile Dienste und baut auf Googles Betriebssystem Android auf. Dadurch kann das System zum Beispiel auf die Karten und Informationen der Plattformen Google-Maps und Google-Places zugreifen. Steuern lässt es sich sich zusätzlich über Android- und Apple-Smartphones.

Foto: Presse

Audi Tablet

Wie sehr die Welt der mobilen Rechner in die der Automobilbranche übergreift, zeigt ein neues Produkt aus dem Hause Audi. Erst kürzlich stellte der Autobauer auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas ein eigenes Tablet vor. Unter dem Titel "Audi Smart Display" soll das Gerät die Bedienung der Infotainment-Angebote im Auto erleichtern. Denn während Nutzer Tablets intuitiv bedienen können, tun sich viele mit den umfassenden Möglichkeiten von Infotainmentprogrammen im Auto noch schwer. Das Tablet hat einen 10 Zoll großen Display, der sich ganz einfach mit dem Infotainment in neuen Audi-Modellen verbinden lässt. Außerdem bietet es einen direkten Zugriff auf Googles Playstore und damit auf alle Android-Apps für Tablets.

Foto: Presse

Audi und Google

Gleichzeitig haben Google und Audi erst kürzlich auf der CES in Las Vegas bekannt gegeben, künftig miteinander kooperieren zu wollen. Damit sollen alle Audi-Bordsysteme auf dem Betriebssystem Google Android basieren. Auch in den neuen Modellen von General Motors, Honda und Hyundai wird künftig Android als Infotainmentplattform verbaut. 

Foto: AP

Infiniti InTouch

Das neue Infotainment-System der Luxusmarke wurde auf der Elektronik-Messe CES vorgestellt. Das System macht es möglich das Smartphone mit dem Bordcomputer zu verbinden. Somit kann der Fahrer über das Programm auch im Fahrzeug direkt auf seine Kontakte, E-Mails und einige Apps zugreifen. Nachrichten liest einem das Programm auf Wunsch laut vor. Musik kann auch per Sprachsteuerung ausgewählt werden. Besonders praktisch: Auf der Infiniti-Plattform lassen sich sogar die Sitz- und Spiegeleinstellungen von bis zu vier Fahrern speichern.

Foto: REUTERS

Nokias Kartendienst

Auch Nokia versucht sich einen Platz im Auto zu sichern. Seit Jahren bieten die Finnen Kartendienste für den Verkehr an. Im Sommer hat der einstige Handy-Riese hunderte Millionen Euro in die Hand genommen, um die Dienste zu erweitern. Bisher ist die Plattform "Here" so ausgelegt, dass sie neben der Kartendienste auch eine Integration von Musik und Internetangeboten vorsieht, wie zum Beispiel der ortsbezogene Dienst Foursquare. Eingebunden ist außerdem eine "Auto-Cloud", über die der Fahrer aktuelle Informationen zu Spritpreisen oder freien Parkplätzen abrufen kann. Die Autobauer können für ihre Produkte selbst entscheiden, welche Serviceangebote von Nokia sie einbinden wollen.

Foto: dpa

BMW i3

Das Infotainmentsystem des deutschen Elektroautos lässt sich sogar per Smartwatch Samsung Galaxy Gear steuern. Damit hat der Autofahrer Informationen wie den Kilometerstand, den Batteriestand oder den Parkstandort auf der Uhr gespeichert und so immer dabei. Auch ob Fenster geöffnet oder geschlossen sind, lässt sich mit einem Blick aufs Handgelenk überprüfen. Besonders praktisch: Per Spracherkennung lassen sich Klimaanlage und Heizung auch aus der Entfernung steuern. Somit ist der Wagen im Winter schon vorgeheizt und die gefrorene Scheibe getaut, noch ehe der Fahrer das Auto überhaupt aufgeschlossen hat.

Foto: dpa

Drive Kit Plus

Mit dem Drive Kit-System hat Mercedes-Benz eine Schnittstelle zwischen Smartphone und Auto geschaffen. Dafür muss sich der Wagenbesitzer nur das Drive Kit für knapp 900 Euro im Auto einrichten lassen - und dann das System mit einer iOS-App verknüpfen (bisher nicht für Android erhältlich). Damit lassen sich das Navigationssystem im Auto, Media-Dateien und Social-Media-Aktionen über das Smartphone steuern. Die Plus-Version ist seit dem 5. Dezember 2013 verfügbar.

Foto: Screenshot

Mercedes und Pebble

Außerdem setzt auch Mercedes auf eine Datenuhr. Der Autobauer unterstützt den Smartwatch-Hersteller Pebble und ließ eine auf das hauseigene Infotainment abgestimmte Datenuhr entwickeln. Über die Uhr lassen sich der Reifendruck und die Tankfüllung überprüfen, noch ehe der Fahrer überhaupt in das Auto eingestiegen ist.

Foto: dpa

Infotainment hat fast jeder

Auch wenn nicht jeder Hersteller schon auf die Verknüpfung mit mobilen Endgeräten setzt: Ihre Cockpits haben sie in den vergangenen Jahren alle neu gestaltet (im Bild ein Beispiel von Opel). Somit sind in den gängigen Neuwagen Navigationsgeräte inzwischen integriert, Touchpads eingerichtet und viele Lenkräder mit Knöpfen für die einfachere Bedienung des Infotainmentangebots ausgestattet.

Foto: Presse

Autofahrer in China sollen mit Hilfe der Deutschen Telekom künftig schneller durch Staus finden und mit Informationsdiensten versorgt und unterhalten werden. Am Rande des Staatsbesuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang unterzeichneten am Freitag Vorstände der Telekom und des weltgrößten Mobilfunkbetreibers China Mobile eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures rund um das Thema vernetztes Auto.

Car Connectivity

Warum das vernetzte Auto keine Revolution ist

von Sebastian Schaal


In das gemeinsame Unternehmen bringt der Bonner Konzern sein Wissen im Bereich Telematik ein, der chinesische Partner steuert digitale Dienste über sein Mobilfunknetz bei. Es soll 2015 an den Start gehen.
Reinhard Clemens, Telekom-Vorstand und Chef der Großkundensparte T-Systems, sprach von einer „hohen strategischen“ Bedeutung der Partnerschaft. „Das vernetzte Auto gehört zu den Wachstumsfeldern der Deutschen Telekom“, erklärte er. Neben dem mobilen Datengeschäft hatte der Vorstand bereits vor vier Jahren Medizin, Energie und Automobil als zukunftsträchtige Bereiche identifiziert.
„Wir wollen Google nicht das Feld überlassen“, sagte Clemens der „Süddeutschen Zeitung“ über die neue Allianz mit China Mobile. Dabei versuchen die Bonner, auf dem größten Automarkt der Welt Fuß zu fassen.

Im vergangenen Jahr fuhren 137 Millionen Fahrzeuge auf Chinas Straßen. Sicherheits-, Unterhaltungs- und Informationssysteme werden dabei immer wichtiger. Man könne davon ausgehen, dass in vier Jahren die Zahl der vernetzten Autos von mehr als drei Millionen auf 68 Millionen ansteigen werde, heißt es bei der Telekom.


Nach Angaben eines Sprechers von T-Systems befinden sich derzeit weltweit 800 000 Pkw und Nutzfahrzeuge auf der Plattform der Telekom für das vernetzte Auto. Diese ist die zentrale Schaltstelle, über welche die Daten im Auto empfangen, verarbeitet und gesendet werden.

Alle neuen Fahrzeuge von Mercedes beispielsweise werden inzwischen mit einer SIM-Karte ausgerüstet. Bei Oberklasse-Modellen von BMW kommt ein Hotspot zum Einsatz. Genutzt werde die Plattform aber nicht nur von privaten, sondern auch von gewerblichen Kunden wie Speditionen oder Autoverleihern.

dpa
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