Weiterbildung: So funktioniert Fortbildung im eigenen Unternehmen
Regel 1: Ziele definieren
Ehe Angebote gebucht oder erstellt werden, muss zuerst der Schulungsbedarf der Mitarbeiter ermittelt werden, um individuelle Ziele festzulegen. Ausgangspunkt sind hierbei die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens und die Qualifikationen, die dazu benötigt werden. Anschließend definiert die Geschäftsführung den übergeordneten Weiterbildungsbedarf, der dann auf Abteilungsebene konkretisiert und umgesetzt werden muss. „Bei der Planung sollten soweit möglich auch Ideen und Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigt werden“, sagt Schuler. Das wirke sich positiv auf die Motivation aus.
Foto: FotoliaRegel 2: Strategisch planen
Schulung und Weiterbildung sind nur dann den erfolgreich, wenn sie ziel- und bedarfsgerecht sind. Das vermittelte Wissen muss für die Mitarbeiter wirklich relevant sein. Auch der richtige Zeitpunkt ist wichtig. „Eine Schulung zu einem Projekt, das erst in einem halben Jahr startet, sollte auch erst kurz vorher durchgeführt werden“, empfiehlt Schuler. Um gute Lernvoraussetzungen zu schaffen, muss auch die Vermittlungsform auf die Mitarbeiter abgestimmt sein. Nicht jeder sitzt gern in einem Kurs mit 30 Teilnehmern. „Manche Mitarbeiter ziehen das eigenständige Lernen vor, zum Beispiel mit E-Learning-Programmen.“
Foto: FotoliaRegel 3: Zentral steuern
Damit Weiterbildungsmaßnahmen die größtmögliche Wirkung entfalten, müssen sie zentral koordiniert werden. In immer mehr Unternehmen übernehmen Personalentwickler diese Aufgabe. Sie stimmen den Weiterbildungsbedarf mit dem Management ab, definieren in regelmäßigen Abständen die Entwicklungsziele und unterstützen die Mitarbeiter in ihrer individuellen Entwicklung. Fehlt eine solche zentrale Steuerung, ist es schwierig, den Überblick zu behalten und Prozesse effizient zu strukturieren. Der Personalentwickler sollte in ständigem Kontakt mit den Mitarbeitern stehen. Wenn die sich zum Beispiel über mangelnde Kompetenz eines Kursleiters beschweren, sollte der vielleicht ersetzt werden.
Foto: FotoliaRegel 4: Wissen archivieren
Die meisten Unternehmen vergessen, Weiterbildungsunterlagen und Lerninhalte zu archivieren oder anderen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter, die eine Schulung oder ein Training absolviert haben, können ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Kollegen weitergeben. Auch das fördert die Motivation und kann Zeit und Kosten sparen. Es sollte generell geprüft werden, welche Lerninhalte das Unternehmen wiederverwenden oder selbst bereitstellen kann, und an welchen Stellen ein externer Anbieter gebraucht wird.
Foto: FotoliaRegel 5: Lernsysteme einführen
Unternehmen können nur Schritt halten, wenn sie Schulung und Weiterbildung gezielt planen, Prozesse strukturieren und Inhalte zentral verwalten. Tabellen und Kalender reichen dafür nicht mehr aus. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf IT-Lösungen, sogenannte „Learning Management-Systeme“, die für eine weitgehende Automatisierung des Weiterbildungsmanagements sorgen. So werden beispielsweise die hinterlegten individuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter den Unternehmenszielen gegenübergestellt.
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Es ist die Nacht der Spinnerei: Beim „Hackathon“ sitzen die Softwareentwickler der Nürnberger Conplement AG bis zum Morgengrauen an ihren Laptops. Jeder bastelt an einem Projekt, das er spannend findet, das aber noch keinen direkten Nutzen für das Unternehmen hat. Nach der „durchhackten“ Nacht präsentieren sie ihre Ergebnisse – die sich vielleicht irgendwann für das Unternehmen auszahlen. Udo Wiegärtner ist als Ressource Manager für die Entwicklung und Weiterbildung der rund 60 Mitarbeiter zuständig. „Wir haben als Beratungshaus kein Produkt im eigentlichen Sinn“, erklärt er, „unser Produkt ist vielmehr das Wissen, das wir im Kopf und manchmal im Bauch haben.“
Aus diesem Grund hat der Softwareentwickler, der im vergangenen Jahr 6,3 Millionen Euro umsetzte, ein Bündel an eher ungewöhnlichen Weiterbildungsformaten geschnürt. Beim „World Café“ bekritzeln die Mitarbeiter Papiertischdecken mit ihren Ideen. Im „Conplement Lab“ bewerben sich Teams auf Stundenkontingente, um sich etwa mit neuen Technologien vertraut zu machen.
„So können wir Umsetzungskompetenz in Themen aufbauen, in denen es noch gar keine realen Projekte gibt“, preist Wiegärtner die Herangehensweise. Im Idealfall kämen die Anregungen für neue Fortbildungsthemen und -formate aus der Belegschaft: „Wir als Betrieb können nur den Rahmen dafür schaffen, dass die Leute Lust haben, sich zu engagieren.“
Trockene Vorträge in düsteren Seminarräumen mit schlechtem Automatenkaffee: Die Zeiten standardmäßig verordneter Fortbildungen haben die meisten mittelständischen Betriebe hinter sich gelassen. In vielen Betrieben wächst dagegen die Bereitschaft, mehr in die Weiterbildung zu investieren – immer öfter mit Kompetenz aus den eigenen Reihen.
Als Gründe für das steigende Interesse an Fortbildung nennen Personalverantwortliche in einer TNS-Infratest-Studie die Entwicklung von Fachkräften aus dem eigenen Haus, erhöhte Motivation und Wertschätzung der Mitarbeiter sowie den Aufbau von Wissen und Know-how.
Klare Marschrute
Aber nur wenn die Fortbildungen 100-prozentig passen, entfalten Investitionen in die Mitarbeiter ihre volle Wirkung. Dabei gibt es im Mittelstand Nachholbedarf: „Oft ist die Weiterbildung nicht strukturiert“, bemängelt Walter Niemeier, Leiter des Instituts für wissenschaftliche Weiterbildung an der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld. „Die Ziele aller Seminare müssen von der Unternehmensstrategie abgeleitet werden, sonst laufen die Mitarbeiter in die falsche Richtung.“
Wie wichtig eine klare Marschroute ist, hat auch der Leuchtenhersteller Trilux festgestellt. Im Wandel hin zu modernen LED-Leuchten steht das Unternehmen mit zuletzt 513 Millionen Euro Umsatz unter hohem technologischem Druck. Daher sucht es nach Wegen, seine weltweit 5000 Mitarbeiter dabei besser mitzunehmen. 2011 vereinbarte der Betrieb am Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Arnsberg drei Stunden unbezahlte Mehrarbeit mehr pro Woche, dafür investierte die Geschäftsführung große Teile der so erzielten Einsparungen in Fortbildungen.
Für jeden Mitarbeiter waren ab da zwei Bildungstage an der neu gegründeten Trilux-Akademie pro Jahr bis einschließlich 2013 Pflicht. Geschäftsführer Johannes Huxol war wichtig, „dass das Bewusstsein für den Wandel in allen Bereichen ankommt“. Führungskräfte und Mitarbeiter besprechen heute gemeinsam, wo sinnvoller Nachholbedarf besteht. Am Anfang war das Angebot sehr breit und umfasste etwa auch Seminare zur Kundenzufriedenheit für Reinigungskräfte. Mittlerweile ist das Fortbildungsprogramm freiwillig und stärker auf den Technologiewandel fokussiert. Geschäftsführer Huxol denkt aber noch weiter: „Gerade auch vor der Perspektive des demografischen Wandels müssen wir unsere Mitarbeiter weiterentwickeln.“
Eigeninitiative der Mitarbeiter hoch
"Motivierte, gut ausgebildete Arbeitskräfte sind seit jeher das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und wichtigster Wettbewerbsfaktor - ein Bereich, in den es sich lohnt zu investieren", sagt Jan W. Wagner, Vorstandsvorsitzender der CreditPlus Bank. Um herauszufinden, wie Angestellte selber dem Thema lebenslanges Lernen und Weiterbildung gegenüber stehen, hat sein Unternehmen eine Umfrage in Auftrag gegeben. 1020 Deutsche ab 18 Jahren haben teilgenommen. Laut der Studie "Beruf und Karriere 2016" hegen mittlerweile zwölf Prozent der Deutschen den Wunsch, einen Sprachkurs zu besuchen - im Jahr 2015 waren es nur zehn Prozent. Ebenso viele Befragte wünschen sich einen Arbeitsaufenthalt im Ausland. Auch für ein individuelles Coaching, Sabbatical oder die Doktorarbeit käme für die Befragten in Frage.
Hier setzten viele Mitarbeiter auch auf Eigeninitiative. Um sich fachlich und persönlich fortzubilden oder weiter zu entwickeln, würden 53 Prozent der Befragten einen Kredit aufnehmen.
Damit das kein rausgeworfenes Geld ist, sollten Interessierte jedoch die folgenden Tipps des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befolgen...
Foto: dpaWelche beruflichen Weiterbildungsziele verfolge ich?
Zunächst sollten Arbeitnehmer wissen, was sie mit einer Weiterbildung genau erreichen wollen. Geht es darum seine Kompetenzen aktuellen Veränderungen anzupassen, sie auszubauen oder darum, beruflich aufzusteigen? Auch Umstände wie eine Weiterbildung, um wieder ins Berufsleben einzusteigen, sich selbstständig zu machen oder einen beruflichen Abschluss nachzuholen könnten Gründe sein – ebenso wie eine berufliche Neuorientierung. Danach entscheidet sich häufig die Wahl der richtigen Weiterbildung.
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): „Checkliste: Qualität beruflicher Weiterbildung“
Foto: FotoliaWelche persönlichen Voraussetzungen habe ich?
Um sich der eigenen Voraussetzungen klar zu werden, ist eine Auflistung der persönlichen Qualifikationen, Fähigkeiten, Ausbildungen und Erfahrungen ein wichtiger Schritt. Auch bestimmte Interessen können dabei von Bedeutung sein. Zentrale Fragen sollten dabei sein: Welche Abschlüsse und welche Berufserfahrung habe ich? Welche Stärken und Schwächen haben sich in meiner bisherigen Karriere gezeigt? Wofür habe ich ein besonderes Talent? Wie groß ist meine Eigeninitiative und meine Selbstdisziplin?
Foto: FotoliaWelche Informationen liegen mir über die Angebote und die Anbieter vor?
Bevor man sich für ein Weiterbildungsangebot entscheidet, sollten sich Interessierte einen allgemeinen Überblick verschaffen. Bildungsberatungs- und Informationsstellen für Weiterbildung wie etwa Arbeitsagenturen, Jobcenter oder Volkshochschulen bieten häufig ebenso Informationsmaterial und Beratungsgespräche wie Studienberatungen an Hochschulen, Kammern oder die Berufsverbände. Auch im Internet können sich Arbeitnehmer einen umfassenden Überblick über den Weiterbildungsmarkt verschaffen.
Foto: FotoliaWas kostet die Weiterbildung und was ist bei der Finanzierung zu beachten?
Die Finanzierung ist neben der Wahl der Weiterbildungsart der wohl wichtigste Aspekt und spielt eine zentrale Rolle. Die Kosten für eine Weiterbildung können von Anbieter zu Anbieter, aber auch von Abschluss zu Abschluss, stark variieren. Neben den reinen Lehrgangskosten oder Studiengebühren können verschiedene Nebenkosten wie etwa für Material, Prüfungen, Berufskleidung oder Kinderbetreuung entstehen. Diese sollten bei der Überschlagsrechnung, ob die Weiterbildung finanzierbar ist, nicht vergessen werden. Gleiches gilt für die Erreichbarkeit des Lernortes: Sollte dieser nicht in ihrer Nähe liegen, kann auch das ein hoher Zeit- und Kostenfaktor sein. Dabei sei zu beachten: Der Sitz des Anbieters ist nicht immer auch der Ort der Weiterbildung.
Foto: FotoliaWelche Fördermöglichkeiten für berufliche Weiterbildungsmaßnahmen gibt es?
Sind die Kosten für die Weiterbildung zu hoch, kann man noch immer auf Unterstützung hoffen. In jedem Fall sollten Arbeitnehmer anfragen, ob zumindest ein Teil der Kosten vom Arbeitgeber getragen werden. Schließlich sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen notwendig. Immer häufiger übernehmen Arbeitgeber die Kosten der Weiterbildung und stellen ihre Angestellten für die Maßnahmen sogar vom Dienst frei. Neben einer Arbeitgeberbeteiligung haben Interessierte aber auch die Möglichkeit von Bund und Ländern eine finanzielle Förderung (zum Beispiel durch das Meister-BAföG) oder indirekte Unterstützung (etwa durch Bildungsurlaub) zu erhalten.
Foto: FotoliaWie ist die Weiterbildungsmaßnahme aufgebaut?
Um zu erkennen, ob es sich um eine qualitativ hochwertige Weiterbildung handelt, sollten die Rahmenbedingungen und Standards stimmen, wie die klare Strukturierung der Lerninhalte, sachgerechte Pädagogik und Lernmethoden. Dabei sollten Weiterbildungsinteressierte sich folgende Fragen stellen: Welche Ziele und Inhalte umfasst die Weiterbildung? Welche Lernformen und Methoden werden eingesetzt? Welchen Praxisbezug hat sie? Wie lange dauert die Weiterbildung und wie ist sie zeitlich gegliedert?
Foto: FotoliaWoran kann man die Qualität einer Weiterbildungsmaßnahme noch erkennen?
Um weitere Merkmale auszuloten, ob die Qualität des Weiterbildungsangebots gut ist, sollten Interessierte einen genaueren Blick auf das Lehrpersonal, die Ausstattung der Schulungsräume sowie die Dokumentation der Weiterbildungsmaßnahmen werfen. Auch Fragen zur technischen Ausstattung können ein klareres Bild von der Qualität der Begebenheiten zeichnen.
Foto: FotoliaWas sollte vertraglich geregelt sein?
Wer sich verbindlich für eine Weiterbildung anmelden möchte, sollte zunächst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ebenso gründlich lesen, wie sich über sein Kündigungs- und Rücktrittsrecht sowie die Zahlungsbedingungen informieren. Außerdem sollten im Vertrag Dauer, Ziel, Inhalte und Durchführungsbedingungen ebenso wie die Zulassungsbedingungen, die Bestimmungen der Prüfungsordnung sowie die Gesamtkosten vermerkt sein.
Foto: FotoliaMit welchem Abschluss endet die Weiterbildungsmaßnahme?
Am Ende einer jeden Weiterbildung sollte es ein Zertifikat geben, das die neu erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse festhält. Dieses kann ein Prüfungszeugnis, ein Berechtigungsnachweis oder eine aussagefähige Teilnahmebescheinigung sein, die mindestens die Inhalte und den Stundenumfang aufführt. Wichtig ist, dass Weiterbildungsinteressierte sich vorab über die Anerkennung des Zertifikats informieren, damit es am Ende kein böses Erwachen gibt.
Foto: FotoliaKann der Anbieter mir Angaben über die Bestehens- und Vermittlungsquoten machen?
Die Erfolgsquote kann sehr wichtig sein, wenn man sich für eine bestimmte Weiterbildung entscheidet. Macht man die Schulungen um der eigenen Karriere einen Schub zu verleihen, ist es wichtig zu wissen, wie Absolventen der Weiterbildung in der Vergangenheit anschließend ins Berufsleben gekommen sind. Gute Ergebnisse sind kein Erfolgsgarant, sprechen aber dafür, dass sich die Weiterbildung lohnen könnte.
Foto: FotoliaDieses Bewusstsein nimmt im Mittelstand zu. Sebastian Gradinger, Geschäftsführer der Wöhrl Akademie im mittelfränkischen Reichenschwand, beobachtet, dass Familienunternehmen oft deutlich mehr in ihre Mitarbeiter investieren, „weil sie an einer nachhaltigen Personalentwicklung interessiert sind“. Der Nürnberger Textilhändler Wöhrl, der nach der Übernahme von SinnLeffers mit über 4.000 Mitarbeitern mehr als 600 Millionen Euro umsetzt, unterhält seit mehr als 25 Jahren die hauseigene Fortbildungsstätte.
Wöhrl bezeichnet die Akademie, die in einem Schloss bei Nürnberg residiert, als „Lerninsel“ für die Beschäftigten. Dabei lässt Gradinger, sooft es geht, eigene Mitarbeiter als Dozenten auftreten. Albrecht Kresse, der als Trainer arbeitet und für sein Berliner Unternehmen Edutrainment den Deutschen Weiterbildungspreis erhalten hat, hält das für eine gute Idee: „Sie haben bei den Kollegen eine hohe Reputation, weil sie wissen, wie das Tagesgeschäft funktioniert. Sie wissen, was die Kollegen brauchen, um erfolgreich zu sein.“
Diese Erfahrung hat auch Conplement-Manager Wiegärtner gemacht: „Wir müssen uns viel weniger Wissen von außen hereinholen, als wir das früher gemacht haben.“ Bei den Nürnbergern gibt es immer mal wieder Vorträge von Mitarbeitern über ihre jeweiligen Methoden oder Produkte. Nicht nur die Zuhörer profitieren, bemerkt Wiegärtner. „Mancher Kollege wächst vor Stolz um drei Zentimeter, wenn er sieht, dass sein Wissen das Team weiterbringt.“
So können auch Unternehmen mit kleinem Budget effektive Weiterbildungen anbieten. „Je kleiner das Unternehmen, desto weniger institutionalisiert ist die Personalentwicklung“, sagt Berater Kresse. In einigen Regionen haben Handwerks- oder Handelskammern gemeinsame Weiterbildungsinstitute geschaffen, wo Betriebe Kosten und Erfahrungen teilen können.
Lust aufs Lernen
Unabhängig von der Größe haben viele Betriebe gelernt: Die Fortbildungen müssen sich schnell und flexibel an mögliche Änderungen anpassen. Bei Liebherr – die schwäbische Unternehmensgruppe setzt unter anderem mit Kränen, Baumaschinen und Kühlschränken etwa 8,9 Milliarden Euro um – organisiert jede Gesellschaft die Weiterbildung nach dem eigenen Bedarf. Am Unternehmenssitz in Ehingen gibt es seit acht Jahren ein zentrales Schulungszentrum für die 3100 Mitarbeiter
Das Team mit 23 Mitarbeitern unter Leitung von Sascha Brenner tauscht sich eng mit der Geschäftsführung aus, kann daher schnell reagieren. So kam 2013 ein neues Abstützsystem für Mobilkräne gut am Markt an. Das zog eine Kette an Weiterbildungsmaßnahmen nach sich: Einer der Trainer aus Brenners Team machte sich mit dem System vertraut, probierte es selbst aus, recherchierte in allen wichtigen Dokumenten – und bereitete dann Schulungsunterlagen für Mitarbeiter in der Produktion, im Vertrieb und im Service auf. „Das ging einmal komplett rum im Betrieb“, erzählt Brenner.
In den vergangenen Jahren wuchs die Teilnehmerzahl jedes Jahr um sieben bis acht Prozent – 2013 zählte Brenner 8.700 Teilnehmer in 500 Schulungen zu 170 verschiedenen Themen.
Das Schulungszentrum ist den ganzen Tag über gut gebucht: Frühmorgens und am späten Nachmittag finden Kurse statt, bei denen auch Kollegen aus Asien oder den USA via Internet zuschauen und mitmachen können. Und an manchen Abenden wird aus dem Schulungszentrum eine betriebsinterne Volkshochschule: Liebherr-Fremdsprachenkorrespondentinnen laden ihre Kollegen zum Sprachenlernen ein, ambitionierte Hobbyfotografen geben Kurse in Digitalfotografie. Brenner sieht das mit Freude: „Es herrscht eine große Bereitschaft, sein Wissen weiterzugeben.“