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Stil-RatgeberSo finden Sie die richtige Business-Tasche

Für Frauen war die Taschenauswahl schon immer groß, bei Männern nimmt sie stetig zu. Dabei verlangt die klassische Business-Tasche nicht viel: Zurückhaltend, hochwertig und funktional muss sie sein.Marcel Berndt 30.01.2015 - 09:47 Uhr

Die stilvolle Aktentasche sollte aus echtem Leder bestehen und ihren Wert auf den zweiten Blick offenbaren.

Foto: dpa

Nur sparsam einsetzbar: modische Spielereien

Modische verspielte Taschen werden bei Männern immer salonfähiger – im Berufsalltag sollten Taschen aber so zeitlos wie möglich sein. Wer es modisch mag, sollte sich daher maßvoll ausleben. Auch Markenlogos sollten eher zurückhaltend platziert sein. „Die Business-Tasche bei Herren soll durch ihre Qualität überzeugen und eher weniger durch ihre Marke“, sagt Robin Bauer von Breuninger.

Foto: WirtschaftsWoche

Für Praktiker: Die Messenger-Tasche

Die Messenger- oder auch Botentasche bietet vor allem praktische Vorteile: Sie lässt sich um die Schulter hängen, sodass der Träger beide Hände frei hat. Anzugträgern bringt sie jedoch der Nachteil, dass der Riemen den Anzug-Look stört und Jackett und Krawatte verziehen kann.

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Die Lösung für Messengertaschen: Henkel und dünner Riemen

Wer trotzdem nicht auf die Botentasche verzichten will, sollte zu einem Modell mit Henkel greifen, das sich bei Bedarf in der Hand tragen lässt. Der Riemen sollte außerdem möglichst dünn sein – dieser dominiert dann weniger das Gesamtbild beim Umhängen.

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Für Kreative: Das Vintage-Modell

Sind Geschäftsleute in den Kreativszenen unterwegs, können sie auch zu gewagteren Modellen greifen.

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Streitpunkt Rucksack

Am Rucksack scheiden sich die Geister. Für Bernhard Roetzel, Autor des Bestseller-Ratgebers „Der Gentleman“, geht ein Rucksack gar nicht zum Anzug: „Das sieht genauso albern aus, wie jemand im Blaumann mit Aktenkoffer“, sagt Roetzel. Anders sieht das Samsonite-Deutschlandchef Dirk Schmidinger. „Noch ist das nichts für den 60-jährigen Daxvorstand, aber wohl für einen Agenturchef, der mit Sakko und Chino unterwegs ist.“ Auch zum Anzug kann sich Schmidinger einen Rucksack gut vorstellen: „Es gibt sehr schöne Ledermodelle, die auch dem klassischen Anzugträger mit Burberry-Mantel stehen würden.“ Wichtig ist, dass Rucksäcke im Geschäftsleben gedeckte Farbe und wenig Schnickschnack aufweisen.

Foto: WirtschaftsWoche

Die Wahl für Damen: Geradlinige Modelle

Frauen sollten zu geradlinigen, eckigen Taschen greifen, wie zu einer Shopper oder einer Navy-Bag. „Eine eckige Tasche steht für Ordnung und lässt die Trägerin strukturierter erscheinen“, sagt Stilberaterin Rosanna Pierantognetti.

Foto: WirtschaftsWoche

Frauen haben mehr Spielraum – aber in Maßen

Frauen können sich bei den Regeln, was Farbe, Verspieltheit und Verarbeitung betrifft nach den gleichen Regeln wie Männern richten. Nichtsdestotrotz haben sie mehr Spielraum als Männer. Diesen sollten sie jedoch nur in Maßen ausnutzen, findet Robin Bauer von Breuninger: „Frauen müssen bei der Business-Tasche einen Gang zurückschalten“, sagt Bauer. „Sie müssen sich vor Augen halten, dass sie sich keine Saisontasche holen, sondern eher ein zeitloses Modell.“

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Für Berufseinsteigerinnen: der Nylon-Shopper

Gerade unter jungen Frauen ist der Nylon-Shopper von Longchamp verbreitet. „Sie glauben, so eine gute Marke zu tragen und nichts falsch zu machen“, sagt Stilberaterin Rosanna Pierantognetti. Für diese Gruppe findet Robin Bauer von Breuninger den Longchamp-Shopper auch für in Ordnung: „Er eignet sich eher für Berufseinsteigerinnen, aber nicht für gestandene Geschäftsfrauen mittleren Alters“, sagt Bauer. Ein Nachteil des Nylon-Shoppers: Er hat keine Fächer. Dies ist jedoch wichtig, um alle Inhalte schnell griffbereit zu haben.

Foto: dpa

Auf Reisen: der Rolling-Tote

Auf Geschäftsreisen bieten sich für beide Geschlechter sogenannte Rolling Totes an, kleine Trolleys im Handgepäckformat. Diese eignen sich sowohl als Hartschalen- oder Weichgepäckstück. Der Vorteil beim Weichgepäck: es hat meist vorgelagerte Taschen. Dort können Geschäftsreisende beispielsweise Unterlagen griffbereit verstauen. Bei Farben und Modegrad gilt gleiches, wie für Taschen.

Foto: WirtschaftsWoche

Möglichst bruchfest: die Hartschale

Samsonite-Manager Dirk Schmidinger rät Kunden hierbei auf bruchfestes Material zu achten. „ABS ist super leicht, aber weniger bruchsicher“, sagt Schmidinger. „Besser ist es, Koffer aus Polypropylen zu nehmen. Das ist deutlich stabiler und mittlerweile ebenso leicht.“

Foto: WirtschaftsWoche

Wie sich Kratzer bei Hartschalen nicht auffallen

Wer möglichst keine sichtbaren Kratzer an der Hartschale haben möchte, sollte zu einem matten Material greifen. „Je glänzender ein Hartschalenkoffer ist, desto eher sieht man Kratzer“, sagt Schmidinger. Ansonsten hilft hier auch ein gemustertes, reliefartiges Profil. „Ein Profil sorgt für eine interessante Optik und verhindert, dass man Kratzer schnell sieht.“

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Seine Tasche ist für Dirk Schmidinger weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Als Deutschland-Chef des Taschen- und Kofferherstellers Samsonite dient sie ihm auch als Aushängeschild. Seine Wahl: „Ich liebe im Berufsalltag die klassische Lederaktentasche mit dem gewissen Etwas“, sagt Schmidinger. „Das kann ein roter Reißverschluss oder ein orangenes Futter sein.“

Solch modische Spielereien werden bei Herrentaschen immer salonfähiger. „Die Tasche ist für Männer zum Accessoires geworden und der Markt ist noch lange nicht ausgereizt“, sagt Schmidinger. Das Angebot wird immer vielfältiger – so wie es bei Damenhandtaschen schon lange der Fall ist. Dadurch haben Männer jedoch auch immer häufiger ein unter Frauen weit verbreitetes Problem: die richtige Tasche zu finden. Dabei bleibt die goldene Taschenregel im Berufsalltag für beide Geschlechter die gleiche: weniger ist mehr.

Männer liegen beispielsweise mit einer klassischen Aktentasche immer richtig. Diese sollte laut Robin Bauer, Abteilungsleiter für Premiumaccessories bei der Edelkaufhauskette Breuninger, so zeitlos wie möglich sein: „Männer sehen eine Business-Tasche als Lifetimeinvestment“, sagt Bauer. Statt auf Trends sollten Käufer daher auf hochwertiges Leder und eine gute Verarbeitung achten. „Am besten ist langlebiges Leder, das mit der Person altert und Patina bekommt.“

So kleiden Sie sich richtig
Wie kleidet man sich ordentlich? Dabei geht es um mehr als die Frage, ob mit oder ohne Krawatte. Welche Aussagen lassen sich durch welche Kleidung transportieren? Das ist keineswegs Jacke wie Hose. Ein Crashkurs.
Im Englischen heißt es „it fits“, wenn etwas passt. Daher das Wort „Outfit“. Ihre Kleidung sollte in drei Kategorien passen: Dem Anlass entsprechend, dem Typ entsprechend und der individuellen Aussage entsprechend. Genau in der Schnittmenge liegt das für sie optimale Outfit.
Anzug oder Kostüm sollten Werte wie Vertrauen und Sicherheit widerspiegeln. Das gilt auch für Mitarbeiter im Back-Office. Ein Ziel ist Understatement. Die Kleidung sollte modern und nicht bieder wirken; dunkle Business-Farben wirken am besten.
Es gilt, einen Tick schicker zu sein als im klassischen Business. Hosen mit Pullover gehen maximal in der Werbebranche. Ansonsten eher kompletter Hosenanzug oder Blazer-Hose-Kombi für Damen, Anzüge und Kombinationen für Herren. Anspruchsvoll, gehobene Qualität und dunklere Farben.
Professioneller Look ist hier unabdingbar. Klassische Kostüme, Anzüge und Kombinationen in mittleren bis dunkleren Farbtönen. Farben dürfen nicht ins Auge springen, sollten aber modern sein.
In der Werbung oder bei den Medien darf es bunter und ausdrucksstark zugehen. Hier ist Nähe angesagt und schwarze Kleidung ist da sehr hinderlich.
Für besonders große Männer empfehlen sich farbliche Unterteilungen. Also zum Beispiel blaue Hose oder roter Pullover. Das unterbricht die Größe und lässt Sie weniger lang wirken. Männer mit langen Beinen tragen am besten längere Jacken und Ärmel.
Ist Ihr Körper insgesamt kurz, empfiehlt sich farblich Ton in Ton. Farbliche Unterteilungen würden die Kürze betonen. Haben Sie kurze Beine, sollten Sie von Hosenaufschlägen absehen – und auch davon, Ärmel aufzukrempeln.
Tiefsinnige und Kreative wollen sich ausdrücken. Die Erscheinung darf Außergewöhnliches bieten, also kreativer Kragen, Schmuck, extravagante Brille oder bunte Farben. Bodenständige Typen verwenden besser natürliche Materialien und Erdtöne. Dramatiker und Extrovertierte mögen vielleicht asymmetrisch geschnittene Kleidung – sie sollten dann aber darauf achten, dass sie niemals billig wirkt. Zu sportlichen Typen passen Blau und Grün.
Sollten Sie eine schlanke Frau sein und Kleidergröße 32 bis 34 tragen, sehen Röhrenjeans super aus. Ab Kleidergröße 40 sehen Sie mit ihnen dicker aus. Es liegt also stets an der Form Ihres Körpers.
Sind Schulter, Taille und Hüfte gleich breit, empfiehlt sich eine gerade Hose oder ein gerader Rock.
Die Schulter ist schmaler als die Hüfte. Hier sollten Sie Hosen und Rücke in der sogenannten A-Linie mit kurzen Oberteilen kombinieren.
Die Schulter ist breiter als die Hüfte: Hier empfehlen sich Caprihosen, Röhrenhosen und enge Röcke. Die schmalen Hosen lassen sich gut in Stiefel stecken.
Die Figur ist wie eine 8 geformt. Sie ist eine sehr weibliche Figurform. Die Röcke sind konisch geschnitten, sie werden zum Knie hin schmaler. Passende Hosen sind Hosen in Bootcut-Schnitten.

Bei den Farben sollten Geschäftsleute vor allem dunkle, gedeckte Töne wählen, wie schwarz, dunkelbraun oder grau – am besten die gleichen Farben wie bei Schuhen und Gürtel. „Das sorgt für einen harmonischen Look“, sagt Bauer. Wer es verspielter mag, kann etwa zu einem gemusterten Modell greifen. „Das Muster sollte aber zurückhaltend sein.“

Stufe 1: Baseline Casual für Männer

Die Zeiten, in denen Anzug tragen Pflicht war, sind lange vorbei. Viele Unternehmen setzen jetzt auf den „Baseline Casual“-Look. Also: Hübsche T-Shirts oder Polohemden, dunkle Jeans ohne Waschungen und geschmackvolle, nicht zu sportliche Sneaker.

Aber Achtung: Folgen Sie immer der +1/-1 Regel. Sie können immer eine Stufe schicker gekleidet ins Büro kommen und am „Casual Friday“ oder zu anderen entspannteren Events auch mal eine Stufe weniger schick. Kleiden Sie sich dagegen gleich zwei Stufen schicker, wirkt das nur overdressed und überheblich.

Foto: WirtschaftsWoche

Stufe 2: Mainstream casual für Männer

Als Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtige Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look.

Foto: WirtschaftsWoche

Business Casual

Hier bleibt die Jeans im Kleiderschrank, dafür darf die Krawatte raus – bei Bedarf. Grundsätzlich ist ein Anzug mit Hemd und darüber eventuell ein feiner Strickpulli absolut ausreichend.

Foto: dpa

Stufe 2: Mainstream casual für Männer

Als Mann tragen Sie auf dieser Stufe am besten Shirts und Pullover in verschiedenen Farben. Gerne darf es auch kariert oder gestreift sein, Hauptsache, Sie treffen die richtigen Mischung zwischen schick und locker. Auch die Kombination aus Hemd und einem lockeren Sakko bietet sich an. Untenrum machen Sie mit einer schicken Chino oder Leinenhose alles richtig. Dazu die passenden eleganten Schuhe, idealerweise aus hellem Leder, fertig ist ihr "Mainstream casual"-Look.

Foto: WirtschaftsWoche

Stufe 5: Boardroom attire für Männer

Schick, adrett und schwarz-weiß - diese drei Schlagworte sollten bei diesem Outfit im Vordergrund stehen. Als Mann kommen Sie um einen schwarzen oder dunkelgrauen Anzug nun nicht mehr herum. Auch die Qualität spielt jetzt eine große Rolle. Weißes Hemd und unifarbene Krawatte machen das Outfit komplett.

Foto: WirtschaftsWoche

Black Tie / Cravate Noire

Damit ist keine schwarze Krawatte, sondern eine schwarze Fliege gemeint – die zum Smoking getragen wird.

Foto: REUTERS

White Tie / Cravate Blanche

Hier tragen Männer Frack mit weißer Fliege.  Dies ist bei besonders festlichen Anlässen wie dem Wiener Opernball angesagt.

Und was ist mit den Damen? >>Das bedeuten Dresscodes für Frauen

Foto: dpa

Dies gilt vor allem dann, wenn das Muster einer bestimmten Marke zuzuordnen ist, wie bei Louis Vuitton oder Gucci. „Die Business-Tasche bei Herren soll durch ihre Qualität überzeugen, eher weniger durch ihre Marke“, sagt Bauer. Außerdem rät der Modefachmann, beruflich nicht zu exotischem Leder wie Krokodil zu greifen. „Die Träger könnten damit jemanden zu nahe treten oder provozieren.“

Faustregel: Der unterste Knopf bleibt auf

Der untere Knopf beim Sakko bleibt geöffnet. Diese Tradition soll auf den 1901 verstorbenen britischen König Edward VII. zurückgehen. Der füllige Monarch mit einer Taille von 122 Zentimetern zum Zeitpunkt seiner Krönung ließ den unteren Knopf meist geöffnet.

Foto: dpa Picture-Alliance

Zweireiher

Die einzige Ausnahme von der Regel: Der Zweireiher. Das klassische, manche würden sagen konservative, Sakko bleibt immer geschlossen. Daher muss er gut passen und darf nicht zu eng sein. Jünger wirkt der Zweireiher mit zwei statt drei Knöpfen auf jeder Seite.

Prinz Charles macht es auf diesem Foto richtig, sein Sohn Prinz Harry nicht. Aber er scheint dabei zu sein, seinen Fehler zu beheben.

Foto: dpa/dpaweb

Ein-Knopf-Sakko

Auch das Ein-Knopf-Sakko darf nicht zu eng sein. Denn auch hier gibt es nur einen Knopf, der geschlossen bleibt. Daher eignet sich dieses Sakko für schlanke, sportliche Männer. Durch den tief angesetzten Knopf ist das Revers besonders lang und unterstreicht so die schmale Figur der Träger.

Foto: AP

Zwei-Knopf-Sakko

Meist eine gute Wahl: Das Zwei-Knopf-Sakko ist nicht zu modisch und nicht zu spießig. Ein Knopf bleibt geschlossen, einer offen – in der Regel ist das der untere.

Foto: dpa Picture-Alliance

Drei-Knopf-Sakko

Der untere Knopf bleibt offen und der mittlere auf jeden Fall geschlossen. Den obersten Knopf zu schließen oder geöffnet zu lassen, steht dem Träger frei. Durch die drei Knöpfe ergibt sich ein kürzeres Revers als bei den vorherigen Modellen. Das macht die Wahl von passendem Hemdkragen und Krawatten-Knoten schwieriger.

Foto: AP

Vier-Knopf-Sakko

Die beiden mittleren Knöpfe werden geschlossen – eventuell der oberste auch. Für den untersten Knopf gilt wie immer: Geöffnet lassen. Sakkos mit mehr als drei Knöpfen bieten sich etwa für besonders große Männer an, denen das Revers bei den gängigen Modellen zu lang vorkommt.

Foto: dpa Picture-Alliance

Fünf-Knopf-Sakko

Es geht sogar noch mit einem Knopf mehr. Alle Knöpfe bis auf den untersten werden beim Fünf-Knopf-Sakko geschlossen.

Foto: Fotolia

Frack

Der Frack wird immer offen getragen – ohnehin lässt er sich nicht schließen, da Fracks nur Zierknöpfe haben.

Foto: dpa Picture-Alliance

Weste

Der unterste Knopf bei der Weste bleibt geöffnet, die restlichen geschlossen.

Foto: dpa Picture-Alliance

Knöpfe beim Aufstehen und Hinsetzen

Beim Sitzen werden alle Knöpfe geöffnet – außer beim Zweireiher. Auch weil er beim Sitzen zugeknöpft bleibt, darf der Zweireiher nicht zu eng sitzen. Der Träger schließt die Knöpfe wieder vor dem Aufstehen – und nicht danach. Das gilt auch, um jemanden kurz die Hand zu schütteln.

Foto: Fotolia

Bei vielen Männern sind auch sogenannte Messenger- oder Botentaschen beliebt. Ihr Vorteil: Sie lassen sich um die Schulter hängen, sodass der Träger beide Hände frei hat. Bauer empfiehlt jedoch Anzugträgern davon abzulassen. „Der quer über die Brust laufende Riemen kann den Anzug-Look zerstören“, sagt Bauer. „Im schlimmsten Fall verzieht er alles: das Jacket, die Krawatte.“

Wer trotzdem nicht auf die Botentasche verzichten will, sollte zu einem Modell mit Henkel greifen, das sich bei Bedarf in der Hand tragen lässt. Der Riemen sollte außerdem möglichst dünn sein – dieser dominiert dann weniger das Gesamtbild beim Umhängen.

Fragwürdige Mode

Warum es vielen Deutschen an Stil fehlt

von Marcel Berndt

Beim Design gilt bei Messengertaschen um so mehr, dass es möglichst zurückhaltend sein sollte, findet Bauer: „Sie liegt eng am Körper an und verbindet sich mit dem Look.“ Und diesen sollte sie möglichst nicht stören. „Da braucht es keinen Schnickschnack. Das ist kein Statement, wie eine Aktentasche, die in der Hand wirkt“, sagt Bauer.

Außer der Botentasche hält auch zunehmend der Rucksack ins Geschäftsleben Einzug, stellt Dirk Schmidinger von Samsonite fest. „Die Generation, die mit Rucksäcken groß geworden ist, führt diese nun ins Büroleben ein“, sagt er.

Mit seiner sportlichen Herkunft stellt ein Rucksack zum Anzug für Bernhard Roetzel, Autor des Bestseller-Ratgebers „Der Gentleman“, einen Stilbruch dar: „Das sieht genauso albern aus, wie jemand im Blaumann mit Aktenkoffer“, sagt Roetzel.

Baseline Casual

Wenn Baseline Casual gefragt ist, machen Frauen mit adretten T-Shirts und Blusen alles richtig. Dazu kann eine saubere dunkle Jeans getragen werden und elegante Schuhe, wahlweise auch mit einem kleinen Absatz. Wichtig ist dabei, dass die Blusen nicht zu körperbetont sind. Auch schulterfreie oder trägerlose T-Shirts sollten vermieden werden.

Foto: WirtschaftsWoche

Casual

Wenn auf der Einladung zu einem Essen, einer Veranstaltung oder einem Geschäftstermin der Dresscode "casual" verlangt wird, können Frauen frei kombinieren. Tragen Sie, was Sie auch in Ihrer Freizeit anziehen würden. Allerdings sollten Sie sich nicht so anziehen, als würden sie gleich ins Fitnessstudio gehen, sondern eher passend für einen Einkaufsbummel in der Stadt.

Foto: WirtschaftsWoche

Smart Casual

Im Gegensatz zum Casual-Look sollten Frauen bei Smart Casual explizit darauf achten, einen Freizeit-Look zu wählen, der zurückhaltender und etwas eleganter ist. Prima ist eine zweiteilige Kombination aus Rock und Bluse oder Hose und Bluse. Statt der Bluse geht auch ein einfarbiges T-Shirt.

Foto: Fotolia

Business Casual

Wenn auf der Einladung von Business Casual die Rede ist, greifen Frauen am besten zum dunklen Kostüm, einem Hosenanzug oder einem Etui-Kleid. Der Rocksaum sollte das die Knie umspielen. Ein Minirock ist bei Business Casual genauso unangebracht, wie ein bodenlanger Rock. Jeans sind übrigens auch tabu: Wer keinen Hosenanzug besitzt und Röcke nicht mag, trägt eine dunkle Bundfaltenhose. Dieser Dresscode ist meistens bei Geschäftsessen oder Geschäftsreisen gefragt und hat eine repräsentative Funktion.

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Business Attire

Business Attire, Day Informal oder Tenue de Ville bedeutet, dass Sie Geschäftskleidung tragen sollten, obwohl Sie sich nicht im Büro befinden. Gefordert wird dieser Dresscode häufig bei Geschäftsreisen, bei Treffen mit Geschäftspartnern oder bei Business-Veranstaltungen im Allgemeinen.

Frauen tragen also ein klassisches Kostüm oder einen Hosenanzug in Dunkelblau, Dunkelgrau, Anthrazit oder Schwarz. Dazu passt eine Bluse mit langen Ärmeln in Weiß, Hellblau oder Rosa. Alternativ geht auch ein förmliches Kleid, dessen Saum aber das Knie bedecken muss.

Foto: Fotolia

Black Tie / Cravate Noire

Bei Männern ist die Ansage klar: Eine schwarze Fliege zu Smoking und weißem Hemd. Frauen greifen bei dieser Kleiderordnung zum Abendkleid.

Foto: AP

White Tie / Cravate Blanche

Männer tragen Frack mit weißer Fliege, Frauen sollen pompöse Abendkleider tragen.

Und was ist mit den Herren? >>Das bedeuten Dresscodes für Männer

Foto: dpa

Weniger streng sieht das Schmidinger:  „Noch ist das nichts für den 60-jährigen Daxvorstand, aber wohl für einen Agenturchef, der mit Sakko und Chino unterwegs ist.“ Auch zum Anzug kann sich Schmidinger einen Rucksack gut vorstellen: „Es gibt sehr schöne Ledermodelle, die auch dem klassischen Anzugträger mit Burberry-Mantel stehen würden.“ Bei Rucksäcken gilt ansonsten das gleiche wie Akten- und Botentaschen, was Farbe, Qualität und Zurückhaltung angeht.

Bei Damentaschen dürfen es ruhig etwas mehr Applikationen sein – allerdings immer noch weniger, als Frauen es in ihrer Freizeit gewöhnt sind. „Frauen müssen bei der Business-Tasche einen Gang zurückschalten“, sagt Robin Bauer von Breuninger. „Sie müssen sich vor Augen halten, dass sie sich keine Saisontasche holen, sondern eher ein zeitloses Modell.“ Bei Farben, Qualität und Verarbeitung sind die gleichen Regeln wie bei Männern angesagt.

Das weibliche Geschlecht hat es nochmals schwerer, die richtige Tasche zu finden, findet die Stilberaterin und selbsternannte Taschentherapeutin Rosanna Pierantognetti. Einerseits haben Frauen eine größere Angebotsvielfalt, andererseits haben sie eine emotionale Bindung zu ihren Taschen. „Eine Tasche ist für Frauen wie eine gute Freundin“, sagt Pierantognetti. „Männer sind da deutlich praktischer veranlagt.“

Für Frauen, die gerne trendige, auffällige Taschen tragen, hat Taschentherapeutin Pierantognetti, eine Lösung: „Nach außen sollten sich Frauen ihrer Branche anpassen und sich dafür im Tascheninnern ausleben“, sagt Pierantognetti. Das geht beispielsweise mit einem ausgefallenen Portemonnaie, einem bunten Kosmetikbeutel, einem Glücksbringer oder Urlaubserinnerungen.

Bei den Formen rät die Expertin von großen, beutelartigen Modellen ab. Stattdessen sollten Frauen zu geradlinigen, eckigen Taschen greifen, wie zu einer Shopper oder einer Navy-Bag. „Eine eckige Tasche steht für Ordnung und lässt die Trägerin strukturierter erscheinen“, sagt Pierantognetti.

Gerade unter jungen Frauen ist der Nylon-Shopper von Longchamp verbreitet. „Sie glauben, so eine gute Marke zu tragen und nichts falsch zu machen“, sagt Pierantognetti. Aber vorsicht: „Er eignet sich eher für Berufseinsteigerinnen, aber nicht für gestandene Geschäftsfrauen mittleren Alters“, sagt Bauer.

Ein Nachteil des Nylon-Shoppers: Er hat keine Fächer. Dies ist jedoch wichtig, um alle Inhalte schnell griffbereit zu haben. Gerade im Büro kostet Zeit schließlich Geld. Hat eine Tasche keine oder nicht genug Fächer, hilft ein sogenanntes Bag-in-the-Bag-System weiter: Hierbei kommen kleine Taschen und Beutel in die große Tasche: „Das rate ich vor allem chaotischen Frauen und denen, die oft ihre Tasche wechseln und umpacken müssen“, sagt Pierantognetti.


Das richtige Handgepäck für den Business-Trip

Auf Geschäftsreisen bieten sich für beide Geschlechter sogenannte Rolling Totes an, kleine Trolleys im Handgepäckformat. Diese eignen sich sowohl als Hartschalen- oder Weichgepäckstück. Bauer empfiehlt Geschäftsreisenden eher Hartschalenkoffer: „Sie bieten eine klarere, geradlinigere Optik.“ Samsonite-Manager Schmidinger rät Kunden außerdem, auf bruchfestes Material zu achten. „ABS ist super leicht, aber weniger bruchsicher“, sagt er. „Besser ist es, Koffer aus Polypropylen zu nehmen. Das ist deutlich stabiler und mittlerweile ebenso leicht.“

Wer möglichst keine sichtbaren Kratzer an der Hartschale haben möchte, sollte zu einem matten Material greifen. „Je glänzender ein Hartschalenkoffer ist, desto eher sieht man Kratzer“, sagt Schmidinger. Ansonsten hilft hier auch ein gemustertes, reliefartiges Profil.

Der Nachteil bei Hartschalenkoffern: Anders als Weichgepäck haben sie bis auf wenige Ausnahmen keine vorgelagerten Taschen. Dort können Geschäftsreisende beispielsweise Unterlagen griffbereit verstauen. Und auch sonst muss sich Weichgepäck vor der Hartschale nicht verstecken. „Der verbreitete Glaube, dass Gegenstände in Weichgepäckstücken schlechter geschützt sind, ist falsch“, sagt er. „Letztlich kommt es auf die Kunst des Packens an, um knittrige Kleidung zu vermeiden.“ So könnten Hemden beispielsweise gerollt und aufrecht nebeneinander in den Koffer gestellt werden.

Außer dem Material ist bei einem Trolley auch das Gestänge wichtig. „Ich würde immer einen Koffer mit doppeltem statt einfachem Gestänge nehmen“, sagt Schmidinger. „Das ist stabiler und einfacher im Handling.“ Mit all diesen Tipps kann im Büro, beim Geschäftstermin oder auf dem Business-Trip nichts mehr schief gehen.

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