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SmartphoneWorauf Sie bei einem LTE-Handy achten sollten

Noch vor zwei Jahren galt LTE als teure Mobilfunktechnik mit geringer Netzabdeckung. Doch das hat sich geändert: Datentarife mit LTE sind fast schon Alltag und Smartphones mit der neuen Zugangstechnik gibt es für unter 150 Euro. Was bringt LTE und wo liegen die Tücken?Mehmet Toprak 07.04.2015 - 18:08 Uhr aktualisiert

LTE-Smartphones sind schon für kleines Geld zu haben.

Foto: Presse, imago, Montage, Marcel Stahn

Wer mit dem Gedanken spielt sich ein Smartphone mit LTE anzuschaffen, sollte vorher einen Blick auf das Display seines Smartphones werfen. Ist da oben neben dem Empfangsbalken ein kleines "L" zu sehen? Das "L" steht für LTE; das Mobiltelefon kann die Technik also bereits nutzen.

Das überrascht viele Nutzer. Denn jahrelang wurde über den schleppenden Ausbau des LTE-Netzes geklagt, dann ging es plötzlich ganz schnell. Da kann es schonmal passieren, dass man den Nachfolger des 3G-Standards bereits nutzt, ohne es zu merken.

Der mobile Internetzugang fürs schnelle Surfen und Downloaden ist mittlerweile selbstverständlicher Bestandteil vieler Datentarife von Mobilfunkbetreibern wie O2, Telekom oder Vodafone. Noch im Sommer 2013 waren Smartphones mit LTE-Unterstützung eher selten, heute sind die meisten Geräte oberhalb der Einsteigerklasse für LTE gerüstet.

Selbst bei preiswerten Handys für weniger als 150 Euro ist LTE - auch 4G genannt - keine Seltenheit mehr.

Einsteiger-Smartphone
Motorola Moto E
Preiswertes Smartphone mit 4,5-Zoll-Display und dem aktuellen Android 5.0 (Lollipop). Für Rechenleistung sorgt der Vierkern-Prozessor Qualcomm Snapdragon 410. Das Moto E kam schon 2014 auf den Markt, die neue Version ist nun auch LTE-fähig. Das Moto E gibt es in Schwarz oder Weiß.
Preis: 129 Euro

Foto: PR

Mittelklasse-Smartphone
Huawei Ascend G620s
Ein solides Smartphone mit 5-Zoll-Display (12,7 Zentimeter) und LTE Cat 4-Modul. Die damit erreichbaren Downloadraten von bis zu 150 MBit/s reichen derzeit für alle Lebenslagen aus. Der Vierkernprozessor mit 1,2 GHz Taktrate ist typisch für ein Einsteigergerät. Als Betriebssystem kommt Android 4.4 zum Einsatz, zusätzlich legt Huawei noch seine eigene Bedienoberfläche Emotion UI darüber.
Preis: circa 140 Euro

Foto: Presse

Mittelklasse-Smartphone
Sony Xperia E4g
Sony kann auch billig: Das Xperia E4g ist ein LTE-taugliches Smartphone für den schmalen Geldbeutel. Die wichtigsten Leistungsmerkmale: 4,7-Zoll-Display (11,9 Zentimeter) mit IPS-Technik, 5-Megapixel-Kamera, Vierkern-Prozessor von Mediatek und Android 4.4.4 (Kit Kat). Der Akku hält laut Sony besonders lange durch. Das E4g ist seit April in Schwarz oder Weiß erhältlich.
Preis: 149 Euro

Foto: Presse

Mittelklasse-Smartphone
ZTE Blade V220
5-Zoll-Smartphone mit Android 4.4 und Quadcore-Prozessor. Von der Leistung her ordnet sich das ZTE in die Mittelklasse ein, der Preis ist moderat. Das Gerät arbeitet mit einem LTE-Modul (Cat 4) und unterstützt die Frequenzen 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz. Das Smartphone soll noch im April auf den Markt kommen.
Preis: 169 Euro

Foto: Presse

Mittelklasse-Smartphone
Microsoft Lumia 640
Windows-Phone-Gerät mit 5-Zoll-Display und Vierkern-Prozessor von Qualcomm. Das LTE-Modul unterstützt Cat 4 und damit Downloadraten von maximal 150 MBit/s. 30 Gigabyte kostenloser Cloudspeicher und eine Jahreslizenz für Office 365 sind auch dabei. Das Smartphone ist in Blau, Orange und Schwarz erhältlich.
Preis: ab 179 Euro

Foto: PR

Mittelklasse-Smartphone
HTC Desire 510
Mittelklasse-Smartphone mit Vierkernprozessor und 4,7-Zoll-Prozessor. Das LTE-Modul unterstützt Downloads mit bis zu 150 MBit/s. 
Preis: 199 Euro

Foto: Presse

Mittelklasse-Smartphone
Archos 50 Oxygen Plus
Die 4G-Version des Smartphones des französischen  Herstellers kommt im Juni auf den Markt. Das Gerät ist mit dem neuen Android Lollipop ausgestattet und arbeitet mit einem schnellen Achtkern-Prozessor MT6752 von Mediatek. Das Touchdisplay mit IPS-Technik hat eine Diagonale von 5 Zoll. Dual-Sim erlaubt private und berufliche Nutzung in einem Gerät. Ein Preis wurde noch nicht bekannt gegeben, die aktuelle Version ohne LTE-Modul kostet knapp 200 Euro.
Preis: steht noch nicht fest

Foto: Presse

Mittelklasse-Smartphone
ZTE Blade S6
Smartphone der gehobenen Mittelklasse mit 5-Zoll-Display und schnellem Achtkern-Prozessor. Das LTE-Modul unterstützt 800/700/900 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz. Das S6 soll im April in den Handel kommen.
Preis: 259 Euro

Foto: PR

Premium-Smartphone
Huawei Ascend Mate 7
Das Ascend Mate 7 ist das Flaggschiff von Huawei. Es unterstützt bereits den schnellen Cat-6-Standard, der bis 300 MBit/s beim Download unterstützt. Weitere Highlights sind das Vollmetallgehäuse, ein 6-Zoll-Display mit Full HD und ein Fingerabdrucksensor. Für Rechenleistung sorgt ein Achtkernprozessor.
Preis: circa 400 Euro

Foto: PR

Premium-Smartphone
Blackberry Passport
Das ungewöhnlich gestaltete Blackberry-Passport kombiniert Tastatur und 4,5-Zoll-Touchdisplay. Besonders stolz ist Blackberry auf den Akku, er soll bis zu 30 Stunden durchhalten. Das Gerät unterstützt zehn LTE-Frequenzen. Zahlreiche Apps gibt es in der Blackberry World, daneben kann man auch aus dem Amazon-Store Android-Apps in einer Blackberry-Edition beziehen.
Preis: circa 525 Euro

Foto: Presse

Premium-Smartphone
LG G Flex2
Ein Highend-Smartphone mit leicht gebogenem Gehäuse. Das OLED-Display hat eine Diagonale von 5,5 Zoll (14 Zentimeter). Mit dem Achtkern-Prozessor Qualcomm Snapdragon 810 gehört das Flex2 zu den schnellsten Smartphones. Eine weitere Besonderheit des Android-Handys ist die "selbstheilende" Beschichtung auf der Rückseite, die Kratzer verschwinden lässt.
Preis: 649 Euro

Foto: Presse

Premium-Smartphone
Apple iPhone 6
Die vielzitierten Probleme mit LTE beim iPhone 5 gehören der Vergangenheit an. Das iPhone 6 unterstützt laut Apple bis zu 20 LTE-Frequenzbänder. Daneben gehört das neue iPhone neben Samsungs Galaxy S6, HTCs One M9 und LGs G-Flex 2 zu den exklusivsten und besten Smartphones auf dem Markt. Erhältlich mit 4,7- oder 5,5-Zoll-Display.
Preis: ab 699 Euro

Foto: Apple

Premium-Smartphone
HTC One M9
Das neue One M9 im elegant gewölbten Aluminiumgehäuse gehört in die Klasse der Premium-Smartphones. Dafür sprechen die 20-Megapixel-Kamera mit 4K-Unterstützung, der Achtkernprozessor Qualcomm Snapdragon 810 und das 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Das LTE-Modul unterstützt die derzeit schnellste Version Cat 6 (300 MBit/s).
Preis: 749 Euro

Foto: PR

Premium-Smartphone
Samsung Galaxy Note 4
Das Android-Smartphone Samsung Galaxy Note ist ebenso wie das Tablet Note 10.1 zusätzlich über einen Stift, den sogenannten S-Pen, bedienbar. Mit dem druckempfindlichen S-Pen kann man besonders genau zeichnen und schreiben, wozu auch das mit 5,7-Zoll riesige Display (14,4 Zentimeter) beiträgt. Die 16-Megapixel-Kamera nimmt Videos im höchstauflösenden 4K-Modus (3840 x 2160 Pixel) auf. Der LTE-Chip unterstützt alle gängigen Frequenzbereiche, von 800 MHz bis 2,6 GHz.
Preis: 769 Euro

Foto: Presse

Wer braucht LTE?

Der Mobilfunkstandard, der heute schon Downloadraten von bis zu 150 MBit pro Sekunde erreicht, eignet sich ideal für Entertainment-Angebote aus dem Web. Beispielsweise wenn man Full-HD-Videos von Youtube, Vimeo oder Streaming-Plattformen ansehen will. Das durchschnittliche Youtube-Video funktioniert zwar auch auf einem 3G-Handy, doch hochauflösende Filme in Full HD oder gar 4K laufen über 4G einfach flüssiger. Wer unterwegs Videotelefonie oder grafisch anspruchsvolle Online-Spiele nutzt, hat ebenfalls Vorteile.

Auch mobile Mitarbeiter von Unternehmen, die unterwegs mit ihrem Tablet an Projekten arbeiten und dabei große Multimedia-Dateien bearbeiten und Daten über die Cloud austauschen, wissen 4G zu schätzen. Nützlich ist der Datenturbo außerdem für Pendler, die auf dem täglichen Arbeitsweg die Zeit in Bus oder U-Bahn nutzen, um am Tablet schon mal eine Runde zu arbeiten.

Fakten rund um LTE
LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunknetz und der Nachfolger von UMTS. LTE bietet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde deutlich schnellere Downloadraten.
,LTE läuft je nach Region über unterschiedliche Frequenzen (Nordamerika: 700 MHz und 2100 MHz, Westeuropa, Mittlerer Osten und Afrika: 800 MHz 1800 MHz, 2000 MHz und 2600 MHz, Osteuropa: 800 MHz, 1800 MHz, 2300 MHz und 2600 MHz, Asia-Pazifik: 1800 MHz und 2100 MHz). Apples "neues iPad" beispielsweise unterstützt nur LTE in den Frequenzbereichen 700 und 2100 MHz und ist daher in Europa bisher nur ohne LTE-Funktion erhältlich.
Von April bis Mai 2010 versteigerte die Bundesnetzagentur LTE-Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang an Telekommunikationsdienste. Über den Tisch gingen die Frequenzen 800 MHz, 1800 MHz (bis dahin vor allem von der Bundeswehr genutzt), 2000 MHz (die ehemaligen Quam- und Mobilcom-Lizenzen für UMTS) und 2600 MHz. Die Bereiche 800 MHz und 2600 MHz werden von den vier deutschen Mobilfunkanbietern (Telekom, Vodafone, E-Plus und O2) für LTE genutzt. Die Deutsche Telekom verwendet zusätzlich 1800 MHz.
Vodafone bietet seit März 2012 mit dem HTC Velocity 4G das erste LTE-Smartphone Deutschlands an. Das Gerät wurde für die Frequenzbereiche 800 bis 2600 MHz auf den Markt gebracht. Da damit die von der Telekom unterstützten Bereiche im Stadtgebiet mit einer Frequenz von 1800 MHz nicht genutzt werden konnten, folgte im Juni das HTC One XL, das auch auf den Frequenzen 1800 MHz und 2600 MHz funktioniert.
LTE wurde ursprünglich ausgebaut, um die Breitbandversorgung auf dem Land zu sichern. Seit 2011 ist LTE auch in den ersten Großstädten gestartet. Anfangs standen weiter Gebiete ohne DSL-Breitbandanbindung im Fokus. Doch seit 2012 werden sukzessive immer mehr Städte mit LTE versorgt. Inzwischen wird das Netz in folgenden Städten angeboten: Aachen, Augsburg, Berlin, Bochum, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Erfurt, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Köln, Karlsruhe, München, Rostock, Leipzig, Münster und Stuttgart.
LTE übernimmt im wesentlichen die Infrastrukturen der UMTS-Technologie. Die Technik wurde lediglich erweitert, um so zügig vom 3G- zum 4G-Standard zu gelangen. Dadurch sollen die Smartphones und Tablets permanent mit dem Internet verbunden sein können. Vor allem für die mobile Kommunikation, wie Video-Telefonie, wäre das ein riesiger Fortschritt. Branchenkenner vermuten, dass die bestehenden Netze innerhalb der nächsten zehn Jahre auf LTE umgerüstet sein könnten.

Wer mit seinem Smartphone dagegen nur Online-News liest, mit den Freunden WhatsApp-Nachrichten austauscht, mit Google Maps navigiert oder sich über das neueste Katzenvideo amüsiert, der kommt auch mit 3G klar.

Die Vorgängergeneration der 3G-Ära, bekannt unter den Stichworten UMTS, HSPA oder HSPA+, erreicht in der höchsten Ausbaustufe HSPA+ immerhin bis zu 42 MBit pro Sekunde. Das klassische UMTS ist allerdings auf bescheidene 384 KBit pro Sekunde begrenzt.

Wer das schnelle LTE nutzen will, benötigt drei Dinge: Ein Smartphone oder Tablet mit einem LTE-Chip, einen Datentarif der LTE unterstützt sowie LTE-Sendemasten in Funkreichweite. Außerdem sollte die SIM-Karte nicht sehr alt sein, dann unterstützt sie eventuell LTE nicht. In diesem Fall ist eine neue SIM-Karte beim Mobilfunkanbieter zu bestellen.

Die Technik hinter LTE

LTE steht für Long Term Evolution und bezeichnet einen Mobilfunkstandard, der heute in der Praxis schon Downloadraten von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) oder mehr ermöglicht. Theoretisch sind bis zu 300 MBit/s erreichbar. Der 4G-Standard ist in der Geschwindigkeit den meisten DSL-Anschlüssen ebenbürtig, und oftmals sogar überlegen. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher DSL-Anschluss im Haushalt bietet beispielsweise 25 MBit/s im Download. In der Praxis wird allerdings oft nur die Hälfte tatsächlich erreicht.

Die Internet-Anschlüsse der deutschen Haushalte
...besitzen einen Internet-Anschluss von 50 Megabit pro Sekunde und mehr.Stand: Sommer 2014; Quelle: TÜV Rheinland
...besitzen einen Internet-Anschluss von 30 Megabit pro Sekunde und mehr.
...besitzen einen Internet-Anschluss von 16 Megabit pro Sekunde und mehr.
...besitzen einen Internet-Anschluss von 6 Megabit pro Sekunde und mehr.
...besitzen einen Internet-Anschluss von 2 Megabit pro Sekunde und mehr.
...besitzen einen Internet-Anschluss von 1 Megabit pro Sekunde und mehr.

Die hohe Leistung erzielt die Technik vor allem durch Verbesserungen beim Modulationsverfahren und den Einsatz verschiedener Frequenzbereiche. Auf dem Land wird beispielsweise besonders der Frequenzbereich um 800 MHz genutzt, in der Stadt kommen vor allem 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz zum Einsatz. Nicht nur die Datenübertragung ist schneller, auch die Reaktionszeiten im Netz (die sogenannte Latenz) sind kürzer, was ebenfalls zu einer Beschleunigung beim Aufruf von Webseiten führt.

Ein Blick auf die Tariftabellen der Mobilfunkbetreiber zeigt aber auch, dass LTE sein Geschwindigkeitspotenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft hat. Die meisten erschwinglichen LTE-Tarife begnügen sich derzeit mit 21 MBit/s.

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Ähnlich wie bei DSL muss man damit rechnen, dass man im Alltag nur etwas mehr als die Hälfte der als Maximalwert angegebenen Downloadrate erzielt. Wie viel die Verbindung tatsächlich hergibt, kann jeder Nutzer durch Speedtests herausfinden. Entsprechende Apps gibt es auf den gängigen Mobilplattformen iOS, Android und Windows Phone. Die Apps messen Werte wie Download-, Uploadrate und Latenzzeiten.

Um ein zuverlässiges Bild von der gebotenen Leistung zu bekommen, sollte man sich nicht auf eine Messung beschränken, sondern den Geschwindigkeitstest an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten starten.

Alle Mobilfunkbetreiber bieten die Möglichkeit, die Verfügbarkeit von LTE am Wohnort des  Kunden zu testen. Der Screenshot zeigt einen Verfügbarkeitstest von O2. 

Foto: Screenshot

Die Netzabdeckung kann sich inzwischen sehen lassen, zumindest, wenn man in die Großstädte schaut. Nach Angaben von Statista war LTE Mitte 2014 beispielsweise in Berlin und Hamburg für fast 100 Prozent aller Haushalte verfügbar. Die Zahlen werden deutlich schlechter, wenn ganze Bundesländer in die Statistik genommen werden, denn außerhalb der Großstädte auf dem Land ist die Verfügbarkeit von LTE noch sehr lückenhaft.

In Baden-Württemberg lag die Netzabdeckung Mitte 2014 bei 75 Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei knapp 90 Prozent, in Bayern bei gut 87 Prozent. Das Schlusslicht bildet das Saarland, wo LTE nur für 72 Prozent aller Haushalte zu haben ist. Die Zahlen stammen aus dem Breitbandatlas der Bundesregierung. Den aktuellen Stand der LTE-Verfügbarkeit kann man auf der Webseite Zukunft-Breitband abrufen.

Unterschiede bei LTE-tauglichen Smartphones

Beim Kauf eines LTE-tauglichen Geräts reicht es nicht, zu prüfen, ob LTE in der Featureliste steht. Es gibt nämlich unterschiedliche LTE-Module. Diese werden eingeteilt in die Cat 3, Cat 4 oder Cat 6. Erst ab Cat 4 werden Downloads von bis zu 150 MBit/s und Uploads von bis zu 50 MBit/s unterstützt.

In der Praxis dürften aber Cat-3-Geräte ausreichen. Auch diese unterstützen bereits 100 beziehungsweise 50 MBit/s. LTE Cat 6, auch als LTE Advanced bezeichnet, ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 300 MBit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload. Entsprechende Angebote wie etwa "LTE Max" der Telekom sind aber noch selten und abhängig vom Netzausbau in der jeweiligen Region.

Beim Handykauf kann auch ein Blick auf die unterstützten Frequenzbänder sinnvoll sein. Vor allem, wenn man viel im Ausland unterwegs ist. Zwar ist LTE ein weltweit definierter Standard, doch bei den verwendeten Frequenzen gibt es ein ziemliches Wirrwarr. Insgesamt wird auf 40 unterschiedlichen Frequenzen gefunkt und empfangen. Unterschiedliche Regionen verwenden auch unterschiedliche Frequenzbänder.

Wenn man Pech hat, kann man mit einem in Deutschland erworbenen Handy in den USA nicht mit LTE ins Web, sondern ist auf WLAN-Hotspots angewiesen. In Deutschland üblich sind beispielsweise die Frequenzbänder 3 (1,8 GHz), 7 (2,6 GHz) und 20 (800 MHz). Auf dem Land kommt vielfach 800-MHz-Frequenz zum Einsatz, da diese über eine größere Reichweite verfügt, in Großstädten sind 2,6 GHz günstiger.

Praktisch alle Smartphones unterstützen mehrere Bänder und Frequenzen, das iPhone 6 beispielsweise unterstützt 20 Bänder.

LTE für Notebooks und PCs

Wer auf dem Notebook den schnellen Mobilfunkstandard nutzen will, kauft sich einen LTE-Surfstick und steckt ihn an den USB-Anschluss des Mobilrechners. Solche Sticks gibt es beispielsweise von Huawei mit dem Huawei E 398. Verkauft werden die Sticks auch bei Mobilfunkbetreibern wie Telekom oder Vodafone.

LTE wird von der Bundesregierung und den Mobilfunkbetreibern bekanntlich vorangetrieben, um auch ländliche Gebiete, in denen das Verlegen von Kabeln zu teuer und zu langwierig ist, mit Breitband-Internet zu versorgen. Wer also außerhalb der Metropolen wohnt und keinen schnellen DSL-Anschluss bekommt, aber einen 4G-Mobilfunkmast in Empfangsreichweite hat, darf auf einen zügigen Webzugang hoffen. Dafür braucht man einen LTE-Router. Beispielsweise den Fritz! Box 6842 LTE von AVM oder den Telekom Speedbox LTE III. Ist das Funksignal in der Wohnung zu schwach, kann man eine externe Antenne ans Fenster stellen und mit dem Router verbinden.

Die Zukunft von LTE: 5G

Es sieht also so aus, als ob LTE uns noch eine ganze Weile lang begleiten wird. Als schneller Internetzugang für Mobilgeräte und als DSL-Ersatz für Regionen ohne vernünftiges DSL.

Und sollte 4G doch einmal ausgereizt sein, dann steht schon der nächste LTE-Standard vor der Tür. Die Telekom hat gerade ein "Innovationslabor 5G:haus" angekündigt, in dem sie mit Partnern wie beispielsweise Samsung, Nokia, Qualcomm oder Huawei an der nächsten Mobilfunktechnik arbeiten will.

Huawei plant derweilen in München eine "innerstädtische Testumgebung für 5G-Technologien". Dabei sollen die Bayerische Staatsregierung, die Stadt München, die Technische Universität München sowie der Provider M-Net mithelfen, den kommenden Mobilfunkstandard testweise zu realisieren.

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