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Russland"Putin ist eine PR-Figur"

Seit 15 Jahren lenkt Wladimir Putin die Geschicke in Russland. Seine Macht ist ungebrochen - aber nur scheinbar. Es gibt Kräfte, die stärker werden und seinen Einfluss einschränken wollen.Nora Jakob 01.04.2015 - 11:00 Uhr

Wer steht hinter Putin und wer ist sein Feind?

Foto: imago, Montage, dpa, Montage, Marcel Stahn

Als sich Putin vor kurzem für zehn Tage nicht in der Öffentlichkeit zeigte, herrschte große Verwunderung, es gab viele Gerüchte: Von einer Erkrankung war die Rede, ebenso wie von der Geburt eines Kindes einer Geliebten bis hin zur Entmachtung. Der Kreml dementierte alles.

Helmut Schmidt (SPD), Ex-Bundeskanzler

Altkanzler Helmut Schmidt hat sich für mehr Verständnis für Russland und Präsident Wladimir Putin ausgesprochen. Andernfalls sei „nicht völlig ausgeschlossen“, dass aus dem Konflikt um die Ukraine „sogar ein heißer Krieg wird“, sagte Schmidt. Die großen Sorgen Putins gälten weniger der Ukraine, Polen oder Litauen, sondern den Nachbarn China, Pakistan und ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken, sagte Schmidt. Angesichts dieser Lage sei Putin die Zukunft der Ukraine „weniger wichtig“.

Russland sei von den Beschlüssen der EU zur Ost-Erweiterung Anfang der Neunziger Jahre in einer „Wild-West-Periode“ unter dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin überrascht worden. „Das rächt sich heute“, sagte Schmidt, denn Jelzins Nachfolger Putin habe Russland wieder internationale Beachtung verschafft. „Putins Politik muss uns nicht gefallen. Aber wir müssen sie aus der Geschichte verstehen und ernst nehmen.“

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Dietmar Bartsch, die Linke

In Anne Wills Sendung zum Mord an Putin-Kritiker Boris Nemzow sagte Dietmar Bartsch von den Linken, dass das „Oberlehrertum" Deutschlands gegenüber Russland den Deutschen nicht zustehe und erinnerte an den Zweiten Weltkrieg. In Bezug auf die Entfremdung zwischen Russland und dem restlichen Europa fragte Bartsch, ob „wir“ dazu nicht einen Beitrag geleistet und antwortete sogleich mit: „Ich glaube schon.“

Weiter sagte er zur Annexion der Krim und den Krieg in der Ostukraine, Putin habe schon Gründe für sein Handeln, vielleicht fühle sich Russland mit gutem Grund bedroht und greife präventiv die Ukraine an. Auch gegen Wirtschaftssanktionen sprach er sich aus.

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Siemens-Chef Joe Kaeser

Alle reden über Sanktionen gegen Russland – und Siemens-Chef Joe Kaeser pflegt Kundenkontakte. Er besuchte Russlands Präsident Wladimir Putin und traf in dessen Residenz nahe Moskau auch den Chef der russischen Eisenbahn, Wladimir Yakunin. Dass der auf der Sanktionsliste der USA steht, seitdem Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektierte, störte Kaeser nicht weiter.  Im ZDF-„heute journal“ sagte er dazu: „Wir schließen nicht Geschäfte mit Menschen ab, die zufällig ein Unternehmen leiten, sondern mit den Unternehmen als Ganzes. Und das sind Einzelpersonen in aller Regel zweitrangig.“ Auch sonst fand der Siemens-Chef nichts dabei, in der derzeitigen angespannten Lage, nach Russland zu reisen und Putin zu treffen. Kaeser betonte, „(…)dass wir uns von kurzfristigen Turbulenzen in unserer langfristigen Planung nicht übermäßig leiten lassen“. Und er fügte hinzu: „Wenn ich die Kommentare so mancher Altbundeskanzler bewerte, fühlt man sich nicht besonders allein. (…)“ Gemeint sind Gerhard Schröder und Helmut Schmidt, die beide Verständnis für Putins Vorgehen in der Krim-Krise geäußert hatten.

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Peter Gauweiler, CSU-Vize

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler kritisierte den Kurs der Regierung Merkel in der Krim-Krise scharf. Im „Stern sagte der 64-Jährige, Washington und Brüssel, die EU, hätten „uns in eine gefährliche Drohungseskalation gebracht“. Dass Kanzlerin Angela Merkel wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland wolle und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine größere Truppenpräsenz an der Ostgrenze der Nato forderte, bezeichnete er als „Säbelrasseln“ und „gefährliche Kraftmeierei“. Man dürfte nicht ignorieren, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in der Krim-Frage die Mehrheit der Russen hinter sich habe und dem Volk seinen Stolz zurückgegeben habe. Drohungen würden hier nicht weiterhelfen. Die Entsendung von Jagdbombern und Kampfjets der Nato nach Polen und Litauen war in den Augen von Gauweiler der falsche Weg. „Solche militärischen Spiele müssen sofort aufhören. Ein militärisches Vorgehen ist keine Option. Oder wollen die ein neues 1914?“

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Gerhard Schröder (SPD), Ex-Bundeskanzler

Gerhard Schröder gilt als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Sozialdemokrat ist seit seinem Ausscheiden aus der Politik Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG, bei der der russische Staatskonzern Gazprom die Mehrheit der Anteile hält. Schröder lehnt es ab, Putin wegen seines völkerrechtswidrigen Handelns auf der Krim mit erhobenem Zeigefinger gegenüberzutreten. Er begründet dies damit, dass er selbst das Völkerrecht gebrochen habe, als es um die deutsche Beteiligung am Kosovo-Krieg gegen Serbien während seiner Regierungszeit gegangen sei.

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Gregor Gysi, Linksfraktionschef

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi kritisiert zwar den Griff Russlands nach der Krim. Für nicht akzeptabel hält er allerdings, dass mit der Ostausdehnung der Nato nach dem Kalten Krieg russische Sicherheitsinteressen massiv verletzt wurden. Kanzlerin Angela Merkel hält er zudem vor, beim Völkerrecht mit zweierlei Maß zu rechnen. Auch die Abtrennung des Kosovo von Serbien sei ein Rechtsbruch gewesen. Außerdem arbeite die Bundesregierung mit der Übergangsregierung in Kiew zusammen, an der Faschisten beteiligt seien. Die Strafaktionen gegen Russland lehnte er ab.

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Sahra Wagenknecht, Linksparteivize

Der Westen sollte sich nach den Worten der stellvertretenden Linkspartei-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht mit einer möglichen Angliederung der Krim an Russland abfinden. „Es gibt machtpolitische Gegebenheiten, die man akzeptieren muss.“ Wirtschaftssanktionen gegen Russland lehnt sie ab. Kritisch sieht sie die jetzige Regierung in Kiew, in der „Neofaschisten“ und „Antisemiten“ säßen. „Insofern ist das eine Reaktion auf eine Fehlentwicklung“, sagte sie. Der Bundesregierung hält Wagenknecht eine „zutiefst heuchlerische Außenpolitik“ vor. „Die USA und die Bundesrepublik haben jedes Recht verwirkt, Völkerrechtsbrüche zu kritisieren, weil sie selber so viele begangen haben.“

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Alexander Gauland, Vize-Chef der Alternative für Deutschland (AfD)

Gauland hält es zwar für falsch, dass Putin seine Interessen auf der Krim mit militärischem Druck durchgesetzt hat. „Auf der anderen Seite wäre es mehr als unklug, die russischen Wurzeln und die russische Tradition der Krim einfach zu ignorieren“, sagt der AfD-Politiker. „Das würde das russische Selbstverständnis als Nation verletzen und die Realitäten auf der Krim schlichtweg ignorieren.“ Nicht zuletzt sei die Mehrheit der Bewohner der Krim russisch. „Es kann daher in niemandes Interesse liegen, dass Russland einseitig aufgrund seines Einsatzes in seinem eigenen Einflussbereich kritisiert und verprellt wird.“

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Armin Laschet, CDU-Vize

Selbst in der Union regte sich Unmut über das deutsche Dauerfeuer auf Putin. Es gebe derzeit einen „marktgängigen Anti-Putin-Populismus“ in Deutschland, klagte CDU-Vize Armin Laschet. Auch wenn das Referendum in der Krim und die russische Politik gegen die Krim „eindeutig völkerrechtswidrig“ gewesen seien, müsste man sich in den Gesprächspartner hineinversetzen, wenn man „eine außenpolitische Beziehung pflegt“.

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Günter Verheugen (SPD), Ex-EU-Kommissar

Wie die Linkspartei sieht auch der ehemalige EU-Erweiterungskommissar, Günter Verheugen (SPD), die Unterstützung der Bundesregierung für die Ukraine im Konflikt mit Russland kritisch. „Das Problem liegt eigentlich gar nicht in Moskau oder bei uns. Das Problem liegt ja in Kiew, wo wir die erste europäische Regierung des 21. Jahrhunderts haben, in der Faschisten sitzen“, sagt Verheugen. Er plädiert dafür, nun „sehr besonnen und sehr ruhig zu reagieren, und auf jeden Fall zu verhindern, dass eine Eskalation von Sanktionen in Gang gesetzt wird, an deren Ende dann tatsächlich ein neuer Kalter Krieg stehen würde“. Stattdessen müsse die EU auf die russische Regierung zugehen.

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Antje Vollmer (Grüne), Ex-Bundestagsvizepräsidentin

Auch Antje Vollmer hatte Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine-Krise geäußert. „Ich habe immer gewusst, dass wir für den Bruch des Völkerrechts im Kosovo-Krieg irgendwann von Russland oder China die Rechnung vorgelegt bekommen“, sagte die Grüne. Vollmer riet dazu, auf Russland zuzugehen. Der Westen müsste seine außenpolitischen Ziele überdenken. „Wir wollen keinen Krieg, und die Ukraine soll eine weitgehend ungeteilte und selbstständige Entwicklung nehmen“, betont sie. „Wir müssen anfangen, den Russen eine Perspektive auf eine wirklich vertrauensvolle Kooperation mit dem Westen zu geben. Dafür muss der Westen seinen Triumphalismus aufgeben.“

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Alice Schwarzer, Frauenrechtlerin

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hatte sich die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer zum Vorgehen Russlands in der Krim-Krise zu Wort gemeldet – und Partei für Kreml-Chef Wladimir Putin ergriffen. Schwarzer nimmt in einem auf ihrer Webseite veröffentlichten Text Stellung. Unter der Überschrift „Warum ich trotz allem Putin verstehe!“ zerpflückte sie in einem Rundumschlag sowohl das Krisenmanagement des Westens als auch die Berichterstattung westlicher Medien über den Konflikt. „Russland wird beschuldigt, einen neuen kalten Krieg anzuzetteln und in die Ukraine einmarschieren zu wollen; Präsident Putin wird dämonisiert und gar mit Hitler verglichen“, schrieb Schwarzer. „Dabei war es zunächst der Westen, der keine Ruhe gab und unaufhaltsam Richtung Osten drängte – und weiter drängt.“

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Das Verschwinden des Präsidenten ist nur schwer zu erklären, baut doch ein Großteil des Systems allein auf der Person Putin auf. Dabei lässt sich von außen schwer beurteilen, wie stark Putins Macht in Russland wirklich noch ist: Ist er ein starker Präsident mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen oder nur eine Marionette rivalisierender Gruppen der russischen Elite? Für beide Argumentationen gibt es gute Belege: Einerseits sind die Zustimmungswerte der Bevölkerung für Putin nach wie vor gut. Andererseits können die härteren Gesetze gegen Minderheiten, wie homosexuelle Menschen, ebenso als Indiz für einen Machtverlust gewertet werden, wie das harte Vorgehen gegen die Opposition durch Putin. Das wird von internationalen Beobachtern zunehmend für ein Zeichen von zunehmender Angst und Nervosität gesehen.

Fünf Folgen der Wirtschaftskrise in Russland
Das von den Einnahmen aus dem Geschäft mit Öl und Gas abhängige Russland steckt in einer Rezession. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew erwartet einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um drei Prozent. Im Staatshaushalt klafft eine Finanzlücke.
Wegen des starken Ölpreisverfalls ist der Rubelkurs im vergangenen Jahr im Vergleich zum Dollar und Euro massiv eingebrochen. Den Höhepunkt erreichte der Wertverfall Mitte Dezember, als ein Euro vorübergehend fast 100 Rubel kostete - das entspricht einem Absturz von 90 Prozentpunkten seit Januar 2014. In den vergangenen Wochen erholte sich der Rubel ein wenig. Anfang März mussten Russen für einen Euro noch rund 66 Rubel bezahlen, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Um den schwächelnden Rubel zu stützen, verkauft die russische Zentralbank im großen Stil Devisen, die die Rohstoffmacht mit dem Verkauf von Öl und Gas angespart hat. Die internationalen Währungsreserven schrumpften nach Angaben der Notenbank seit März 2014 um mehr als ein Viertel von fast 500 Milliarden Dollar (etwa 460 Mrd Euro) auf 360 Milliarden Dollar.
Das Leben in Russland wird rasant teurer. Das merken die Menschen vor allem an der Miete und an der Kasse im Supermarkt. Das Wirtschaftsministerium erwartet für dieses Jahr eine Inflation von rund 12 Prozent. Die Preise für Lebensmittel stiegen in den vergangenen Monaten aber im Durchschnitt sogar um rund 20 Prozent. Experten warnen wegen der Krise in Russland vor einer deutlich höheren Inflation. Manche gehen von bis zu 17 Prozent aus.
Der massive Abzug von Kapital aus Russland ist nach Meinung von Ex-Finanzminister Alexej Kudrin ein schwerer Schlag für die heimische Wirtschaft. 2014 wurden nach Angaben der Zentralbank Vermögenswerte im Wert von mehr als 150 Milliarden Dollar (140 Mrd Euro) aus Russland verlegt, fast zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahr. Für 2015 erwarten die Behörden eine Kapitalflucht von bis zu 100 Milliarden Dollar. Wegen der Senkung der Kreditwürdigkeit Russlands durch internationale Ratingagenturen warnen Experten sogar vor Kapitalflucht von bis zu 135 Milliarden Dollar.

„Putin ist eine PR-Figur,“ sagt Stefan Meister, Programmleiter für Osteuropa und Zentralasien bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Ein Moderator zwischen rivalisierenden Gruppen in der russischen Elite, wie etwa liberalen Kräften und rechten Nationalisten. „Putin wird von diesen Gruppen aber auch gedrängt, Entscheidungen zu treffen, so dass selten klar ist, ob der russische Präsident diese auch wirklich unterstützt oder sie nur seinem Machterhalt dienen.“ Ähnlich bewertet das Jens Siegert. Er leitet das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Moskau. "Putin steht vor der Entscheidung: Macht oder Modernisierung - und er hat sich ganz klar für seinen Machterhalt entschieden,“ sagt der Russlandexperte.

Gefahren lauern nicht nur von rivalisierenden Interessengruppen innerhalb des Kremls, sondern auch von Menschen, die mit dem Regime Putin nicht einverstanden sind. Obwohl Russlands Opposition gespalten ist und immer wieder Versuche der liberalen Opposition sich zu vereinen, scheiterten, schafft sie es immer wieder, dem System kleine Nadelstiche zu versetzen. "In Russland gibt es derzeit sehr wenige Menschen, die versuchen, diesen Wahnsinn aufzuhalten", schrieb Anfang des Jahres Lew Schlosberg in einem Kommentar für “Die Welt.” Der Oppositionspolitiker ist Abgeordneter im Stadtrat von Pskow, einer Großstadt im Nordwesten Russlands, und kritisiert damit direkt Putin und das System, das der russische Präsident erschaffen hat: Ein System, in dem Oppositionelle eingeschüchtert, eingesperrt oder umgebracht werden. Viele Kritiker dieses Systems schweigen oder flüchten ins Ausland, wie der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow und der ehemalige Vorstandsvorsitzenden des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski. Beobachter vermuten allerdings, dass es kaum einem der Oppositionspolitiker gelingen wird, Putins Machtbasis wirklich nachhaltig zu destabilisieren. Der Mord an Nemzow hat gezeigt, dass es der Opposition gelingt, Menschen zu mobilisieren und auf die Straße zu bringen, aber unklar bleibt, welche Rolle sie künftig spielen wird.

In Sotschi ließ sich Sportfan Wladimir Putin nicht nur auf den Tribünen blicken. Hier posiert er mit Teilnehmern der Paralympischen Spiele.

Foto: dpa

Mit schicker Sonnenbrille...

Foto: rtr

...verfolgte er die Wettkämpfe auf den Pisten von Krasnaya Polyana. An seiner Seite: der russische Sportminister Vitaly Mutko.

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Hier geht es im Sessellift mit Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew (Mitte) auf den Berg – zur nächsten Abfahrt.

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Um ein wenig Muskeln aufzubauen, hat Wladimir Putin als schmächtiger Junge den Nutzen von Judo erlebt. 2005 stieg er zu Showzwecken noch einmal auf die Matte.

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Mit seinen Kampfsportkenntnissen – die er hier bei einer Trainingsstunde in St. Peterburg noch einmal vorführte – konnte sich der als schwächlich beschriebene „Wolodja“ in seiner Heimatstadt gegen stärkere Nachbarjungs verteidigen.

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Legendär sind die Aufnahmen, die Putin in freier Wildbahn zeigen. Hier als Indiana-Jones-Double in Sibirien...

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... und beim Schwimmtraining, ebenfalls in Ost-Sibirien.

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Hoch zu Ross: Seinen freien Oberkörper präsentiert Wladimir Putin auch, wenn er nicht im Wasser ist, sondern wie hier auf dem Rücken eines Pferdes sitzt...

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...oder am Fluss angelt.

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Wladimir Putin bei einem seiner Streifzüge durch die russische Natur, bei denen er gerne auch mal...

Foto: dpa

...eine Waffe bei sich trägt.

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Wobei er hin und wieder auch angezogen auf die Jagd geht.

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Wladimir Putin beim Schießtraining in der Halle.

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Wladimir Putin testet Waffen und Fahrzeuge eben gerne selbst aus. Hier besteigt Putin im Ural gerade einen Panzer.

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Und hier lässt er sich auf eine Fahrt in einem Mini-U-Boot ein.

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Eine Sportart, der Putin wie viele andere Russen auch zugetan ist, ist Eishockey.

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Hin und wieder wagt er sich auch selbst aufs Eis – wie hier im Januar 2014.

Foto: AP

In seinem Team: der Präsident Weißrusslands Alexander Lukashenko (l.).

Foto: rtr

Eine schwache Wirtschaft ist ein weiteres von Putins Problemen: "Russland hat im Moment, vor allem ein ökonomisches Problem - und es stellt sich dabei die Frage, wie lange die Bevölkerung bereit ist, das zu tolerieren,“ sagt Siegert. Die Ökonomie des Landes ächzt seit Monaten unter der Last der Sanktionen aus dem Ukraine-Konflikt. Das Land steht kurz vor der Rezession, leidet unter Sanktionen und dem Ölpreisverfall. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2015 voraussichtlich um 0,8 Prozent schrumpfen, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Alexei Vedev im Dezember. Bislang war von einem Wachstum von 1,2 Prozent die Rede. "Wir gehen jetzt davon aus, dass die Sanktionen das gesamte Jahr 2015 über in Kraft bleiben", sagte Vedev.

Putin spricht...
„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“am 4.3. in einer Pressekonferenz„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“in einem am 01.09. bekanntgewordenen Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso
„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“am 10.09. in einer Pressekonferenz
„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“am 4. 3. in einer Pressekonferenz„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe
„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“am 18. 3. in der Rede an die Nation„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen
„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“am 18.3. in der Rede an die Nation„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“am 18.3. in der Rede an die Nation
„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“am 18.3. in der Rede an die Nation„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“am 18.3. in der Rede an die Nation

Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch eine Rücknahme der Sanktionen, nicht zwangsläufig Besserung für die russische Wirtschaft bringen. “Nüchtern betrachtet ist Russland ein zwar wieder hochgerüsteter, aber weiterhin unterentwickelter und undynamischer Staat”, sagt Andreas Umland, Senior Research Fellow am Institut für Euro-Atlantische Kooperation Kiew. “Das ist Putins Achillesferse.” So aber hänge das System Putin an den Einnahmen aus den Energieexporten, die größtenteils in die EU gehen. Daher treten die russischen Vertreter auftrumpfend im Westen auf und spielen die Sanktionswirkungen vehement herunter.

Bei vielen Europäern wirke der Bluff, so Umland. Wenn sich Investoren, wie Opel mit der Schließung seines Werkes in Sankt Petersburg zum Jahresende zurückziehen, dann ist das Wachstum nachhaltig verzögert. Experten warnen sogar vor einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft: Russland sei momentan zu einer dramatischen Verringerung der Importe gezwungen, der die Bevölkerung einem hohen Leidensdruck aussetze. Der russischen  Gesellschaft drohe dadurch eine “gefährliche Destabilisierung”.

“Je kleiner der Kuchen wird, desto instabiler wird das System Putin”, sagt auch Andreas Umland. “Es gibt wahrscheinlich schon jetzt viele bislang treue Regimediener, die ein Sinken ihres Lebensstandards hinnehmen mussten und sich eine Rückkehr zum Status quo von 2013 wünschen. Wenn diese Gruppe wächst, könnte Putins Machtbasis 2018 zu klein für eine vierte Präsidentschaftsperiode werden.”

Momentan ist es schwierig, sich Russland ohne Wladimir Putin vorzustellen. Es mehren sich allerdings die Anzeichen, dass er auf eine weitere Amtszeit verzichtet. Was dann kommt, ist allerdings noch vollkommen offen. „Das System basiert auf der Person Putin und es wurde versäumt, einen Nachfolger aufzubauen oder eine Nachfolgeregelung zu finden“, sagt Siegert. Nach Putin werde wohl weniger ein Oppositioneller, als ein moderater Vertreter des System Putin kommen.“ Womöglich eine Art zweiter Dmitri Medwedjew, vielleicht ein Aufstieg des ehemaligen Finanzministers Alexei Kudrin oder sogar eine zweite Medwedjew-Präsidentschaft“, vermutet Umland. „Kommt es hingegen zu einer fundamentalen Neukonstituierung des russischen Staats, hätte Alexei Nawalny nach jetzigem Stand wohl die besten Chancen auf eine Führungsrolle.“

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