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GlobusBrite baut exklusive Erdkugeln

Peter Bellerby setzt einen Kontrapunkt zur seelenlosen Massenware: Der Brite baut in seiner Manufaktur Globen – und kommt mit der Produktion der exklusiven Liebhaberstücke kaum nach. Die Geschichte einer zufälligen Marktlücke.Yvonne Esterházy 02.10.2015 - 18:00 Uhr

Maßarbeit am Maßstab: Globus-Bauer Peter Bellerby kommt mit der Produktion der exklusiven Liebhaberstücke kaum nach.

Foto: Stuart Freedman

Peter Bellerby wirkt müde, aber zufrieden. Er sitzt auf einem Sofa, eingemummelt in eine flauschige Sweatjacke und einen dicken Schal, in der Hand eine Tasse Tee mit Milch. „Wir haben so viel zu tun“, sagt er, „bis zum April 2016 sind wir schon ausgebucht.“ In ihrer kleinen Werkstatt in der Bouverie Mews im Londoner Stadtteil Stoke Newington stellen Bellerby und seine sieben Mitarbeiter Globen her.

Erstaunlich: In Zeiten, in denen die Menschen bei Google Maps nach der richtigen Route suchen und sich im Straßenverkehr auf die Ansagen ihrer Navigationsgeräte verlassen, gibt es eine achtmonatige Warteliste für handgefertigte, kugelförmige Modelle der Erde, von denen manche so teuer sind wie eine Luxuslimousine. Noch dazu mit Namen, die eher antiquiert wirken – „Galileo“, „Churchill“ oder „Britannia“.

Zwei seltene Bilder von Andy Warhol sind in New York für insgesamt 151,5 Millionen Dollar (rund 121 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. Die Porträts „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ befanden sich im Besitz des deutschen Casinobetreibers Westspiel, der sie in den 1970er Jahren erstanden hatte.

Bei der Auktion von Christie's brachte „Triple Elvis“ 81,9 Millionen Dollar ein, „Four Marlons“ 69,6 Millionen. Die fast 2,13 Meter hohen Porträts gehören zu den berühmtesten Werken Warhols.

Foto: AP

Édouard Manets 1881 entstandenes Bild „Le Printemps“ (Der Frühling) brachte bei Christie's mehr als 65,1 Millionen Dollar (52 Millionen Euro). Gerechnet hatte der Kunsthändler mit der Hälfte. Der bisherige Auktionsrekord für den französischen Impressionisten lag bei 33 Millionen Dollar. Das Bild war mehr als ein Jahrhundert in Privatbesitz, seit 1909. Es zeigt eine junge, ernst blickende Frau in Sonntagskleidung in einem Meer von Blumen. Ursprünglich hatte Manet alle vier Jahreszeiten malen wollen, es wurden dann aber doch nur „Frühling“ und „Herbst“.

„Der Frühling“ gilt als eines von Manets Meisterwerken. Ein Jahr vor dem Tod des Malers war es 1882 im Salon de Paris präsentiert worden. Es zeigt die Schauspielerin Jeanne Demarsy mit Haube und in einem geblümten Kleid und weckt - wie der Name des Bildes bereits vermuten lässt - Erinnerungen an den Frühling. Manet hatte beabsichtigt, Werke zu allen vier Jahreszeiten anzufertigen - fertigstellen konnte er allerdings nur seine Gemälde zum Frühling und zum Herbst. Manet starb im Jahr 1883 bereits im Alter von 51 Jahren. „Der Frühling“ befand sich seit 1909 in einer amerikanischen Privatsammlung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war das Bild an die nationale Kunstgalerie in den USA ausgeliehen worden.

Foto: Reuters

Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, wurde die British Guiana One-Cent Magenta von 1856 in New York für 9,5 Millionen Dollar (7,0 Millionen Euro) versteigert. Es ist das vierte Mal, dass sie in ihrer langen Geschichte den Auktionsrekord für eine einzelne Briefmarke erobert hat. Der Käufer wollte laut Sotheby's anonym bleiben. Der stellvertretende Vorsitzende von Sotheby's, David Redden (im Bild), bezeichnete die Auktion als „wahrhaft großen Moment für die Welt der Briefmarkensammler“.

Foto: AP

Die 2,5 mal 3,2 Zentimeter One-Cent Magenta war seit 1986 nicht mehr öffentlich zu sehen. Es ist die einzige wichtige Briefmarke, die in der privaten Briefmarkensammlung der britischen Königsfamilie fehlt. David Beech, der frühere Kurator der Britischen Bibliothek, sagte, ein Kauf dieser Briefmarke sei mit dem des berühmten Gemäldes der „Mona Lisa“ vergleichbar.

Foto: dpa

Zwei Werke aus Andy Warhols Serie „Death and Disaster“ haben bei einer Auktion in New York zusammen mehr als 100 Millionen Dollar (73 Millionen Euro) erlöst. „Race Riot, 1964“ wechselte am 13. Mai bei Christie's in New York für 62,9 Millionen Dollar den Besitzer und brachte damit weit mehr als die zuvor geschätzten 45 Millionen. Auch Warhols „White Marilyn“-Gemälde, das kurz nach dem Selbstmord von Marilyn Monroe im Jahr 1962 entstanden war, lag mit 41 Millionen Dollar mehr als 20 Millionen über dem erwarteten Erlös.

Foto: AP

Der Jahrgang 1947 gilt als einer der besten für die Weine des Château Cheval Blanc. Bereits im Dezember hat eine Kiste mit zwölf Flaschen beim Auktionshaus Christie's in Frankreich über 131.000 Euro erzielt, der Verkauf wurde aber erst jetzt bekannt. Der Weinhändler Aubert Bogé von Millésimes, der die Kiste kaufte, hält das sogar für relativ günstig: "Der Preis könnte hoch erscheinen, aber angesichts des wahren Wertes des Weins ist er nicht exzessiv", sagte er.
Den Rekord für den teuersten Wein kann die Versteigerung aber nicht brechen: der wird ebenfalls von einem Château Cheval Blanc 1947 gehalten. Eine Sechs-Liter-Flasche erzielte im Jahr 2010 in Genf einen Auktionserlös von umgerechnet rund 221.800 Euro.

Foto: Screenshot

Ein Gemälde des US-Malers Edward Hopper ist in New York für umgerechnet 30 Millionen Euro versteigert worden. Das ist der höchste Auktionspreis, der je für ein Werk des New Yorker Künstlers erzielt wurde, wie Christie's mitteilte. Unter den Hammer kam das melancholische Gemälde „East Wind Over Weehawken“ von 1934, das eine vom Hudson River umsäumte Straße in einer Stadt in New Jersey zeigt. Sein Schätzwert lag zwischen 22 Millionen (rund 16,1 Millionen Euro) und 28 Millionen Dollar. Der Verkaufserlös soll in die Schaffung einer neuen Stiftung der Kunstakademie von Pennsylvania fließen, in deren Besitz sich das Gemälde bislang befand. Der Käufer von „East Wind Over Weehawken“ blieb anonym.

Foto: dpa

Das „Bay Psalm Book“ hat den Rekord für das teuerste gedruckte Buch gebrochen. Für knapp 14,2 Millionen Dollar (10,5 Millionen Euro) wurde eines der letzten Exemplare des ersten auf dem Gebiet der heutigen USA gedruckten Buches in New York versteigert. Dabei verfehlte das 1640 gedruckte Buch der Psalmen allerdings die Erwartungen von Sotheby's. Das Auktionshaus hatte einen Schätzwert von 15 bis 30 Millionen angegeben. Damit hätte das seltene Werk das teuerste Buch der Welt überhaupt werden können. Das bleibt nun aber „Codex Leicester“ mit Notizen, Skizzen und Zeichnungen von Leonardo da Vinci. Dafür zahlte Microsoft-Gründer Bill Gates vor 19 Jahren 30,8 Millionen Dollar. Die gebundenen Blätter sind aber handgeschrieben.

Das „Bay Psalm Book“ ist eine englische Übersetzung des hebräischen „Buches der Psalmen“. Es ist handgebunden, elf der einst 1700 Exemplare sind bis heute erhalten. Gekauft wurde das Werk vom Investmentbanker und Milliardär David Rubenstein. Der Philanthrop aus den USA gab bekannt, dass er das Buch mit der Öffentlichkeit teilen wolle. Es solle zum Beispiel in Museen ausgestellt werden und für jedermann zugänglich sein.

Foto: AP

Die Kunstwelt hat einen neuen Auktionsrekord: Für 142,4 Millionen Dollar (106 Millionen Euro) ist das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon im Auktionshaus Christie's versteigert worden. Damit ist das 1969 entstandene Werk das teuerste, das je bei einer Auktion verkauft wurde. Mit dem erzielten Preis liegt das Triptychon gut 22 Millionen Dollar über dem vor eineinhalb Jahren versteigerten „Schrei“ von Edvard Munch, der bislang das teuerste je versteigerte Bild war.

Foto: dpa

Die drei Bilder Bacons zeigen den in Berlin geborenen britischen Maler Lucian Freud, ein Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud und Malerkollege von Bacon. Beide malten sich mehrfach gegenseitig. Die drei Bilder des Triptychons sind jeweils zwei Meter hoch und fast eineinhalb Meter breit. Sie zeigen den sitzenden Freud - das Gesicht wie bei Bacon üblich entstellt und übermalt. Christie's nennt das Werk „eine der wichtigsten und interessantesten Arbeiten Francis Bacons“.

Foto: Reuters

Ein seltener orangefarbener Diamant ist in Genf für eine Rekordsumme von 35,5 Millionen Dollar (rund 26,5 Millionen Euro) versteigert worden. Noch nie sei bei einer Auktion eine so hohe Summe pro Karat für ein buntes Juwel auf den Tisch gelegt worden, teilte Christie's mit. Demnach hat der birnenförmige Diamant 14,82 Karat. Mit seinem Rekordpreis sei er in die Topliga der großen rosafarbenen und blauen Diamante aufgestiegen, die traditionell die beliebtesten bunten Stücke seien, sagte der Chef der Juwelen-Abteilung von Christie's, François Curiel.

Foto: AP

Seltene rote und pinkfarbene Diamanten haben bei einer Auktion in Australien außergewöhnlich hohe Preise erzielt. Ein Diamant sei für mehr als zwei Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) versteigert worden, teilte Rio Tinto, Besitzer des Diamantenbergwerks Argyle im Nordwesten Australiens, mit.

Den größten Erlös erzielten die Diamanten "Argyle Phoenix" und der "Argyle Dauphine". Beim "Argyle Phoenix" handelte es sich um einen von drei angebotenen Steinen, die eine besonders tiefe, fast rot erscheinende Färbung aufwiesen. Das Stück mit 1,56 Karat wurde für mehr als zwei Millionen Dollar verkauft, ebenso wie der rosafarbene "Argyle Dauphine" mit 2,51 Karat.

Insgesamt versteigerte Rio Tinto nach eigenen Angaben 64 Diamanten zwischen 0,2 und 3,02 Karat. In der Argyle-Mine werden 90 Prozent der pinkfarbenen Diamanten weltweit gefördert.

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Die Schrift ist schnurgerade, das Siegel trägt ein Monogramm mit den Buchstaben „RH“ - seit mehr als 70 Jahren. Was da in Chesapeake City, Maryland, liegt, ist eine rätselhafte Akte von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Sie soll nun im Auktionshaus Alexander Historical Auctions bei Washington versteigert werden. In dem Hefter liegen 14 Protokolle, Abschriften und Briefe - und offenbar der Entwurf eines Friedensvertrages, den Heß 1941 den Briten vorlegen wollte. Das Auktionshaus Alexander Historical Auctions erhofft sich für die Akte 225.000 Euro. Allem Anschein nach ist das Material echt.

Foto: dpa

Im gleichen Auktionshaus soll demnächst auch der lange verschollene "Hitler-Ring" versteigert werden. Es soll bei der Versteigerung 76.000 Euro bringen. Das Auktionshaus versichert, dass der Ring echt sei. Entsprechende Dokumente lägen vor. Der Goldschmiedemeister Karl Berthold hatte das überladene Schmuckstück für den Diktator angefertigt. Der Ring ist aus Silber, vom einstigen Goldüberzug ist nach etwa 75 Jahren kaum noch etwas übrig. Auf dem Ring ist ein gewaltiges Hakenkreuz, das von anderen Hakenkreuzen und Schwertern getragen wird. Ein großer Rubin krönt das Stück. Der Ring ist in einem silbernen Globus und ruht auf einem Fuß - der wiederum ein Hakenkreuz trägt.

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Ein Auktionshaus in Bayern hatte den Wert dieses Perserteppichs vor einer Versteigerung im Jahr 2009 auf 900 Euro taxiert - wenig später wurde der Perser in London für sieben Millionen Euro verkauft. In Augsburg hatte der Teppich im Oktober 2009 zunächst 19.700 Euro gebracht. Vor einer zweiten Versteigerung wenige Monate später in London schätzte das Auktionshaus Christie's den Wert schon auf 350.000 Euro - diese Summe fordert die ursprüngliche Besitzerin vom Augsburger Auktionator jetzt als Schadenersatz. Versteigert wurde das gute Stück in London aber schließlich für die Rekordsumme von 7,2 Millionen Euro - damit war es damals der teuerste Teppich der Welt.

Kurz darauf war in New York ein ähnlicher Teppich...

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...sogar für 33,7 Millionen Dollar über den Tisch gegangen: Nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's bot ein anonymer Telefonbieter mehr als das Dreifache des Schätzpreises, um den Zuschlag zu bekommen. Verkauft wurde der Teppich von der Corcoran Gallery of Art aus Washington. Bis zu dieser Auktion lag der Rekordpreis für einen Teppich bei 9,6 Millionen Dollar und wurde bei einer Auktion im April 2010 in London erzielt.

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Für fast 388.000 Dollar (300.000 Euro) ist in einer Online-Auktion bei Christie's ein Apple-Computer der ersten Generation versteigert worden. Das später „Apple 1“ genannte Gerät war zum großen Teil noch aus Holz und von Mitgründer Steve Wozniak 1976 persönlich zusammengeschraubt worden: Er trägt die Seriennummer 01-0025 und die Signatur „woz“. Der fast 40 Jahre alte gebrauchte Computer erzielte damit das 580-fache seines ursprünglichen Preises von 666,66 Dollar - im Jahr 1976 eine stolze Summe.

Die ersten Apple-Computer wurden ohne Bildschirm, Netzteil, Tastatur oder Gehäuse geliefert. Deswegen wurden für sie Holzgehäuse gebastelt. Obwohl es die ersten Computer für Heimanwender waren, verkauften sie sich schleppend: Etwa 150 Rechner setzten Wozniak und Steve Jobs selbst ab, 50 andere orderte ein Elektronikhändler. Es soll noch 50 Stück geben, von denen aber nur noch sechs funktionieren würden.

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Einer dieser ersten Apple-Computer aus dem Jahr 1976 hat bei einer Auktion in Köln gut eine halbe Million Euro eingebracht. Die 516.461 Euro sind ein neuer Rekord für einen Apple I, der Käufer aus Fernost wolle anonym bleiben, teilte das Kölner Auktionshaus Breker mit. Es sei einer von nur sechs weltweit bekannten noch funktionierenden Apple-Computern der ersten Baureihe. Der Apple I wurde von Steve Jobs und Steve Wozniak in der Garage von Jobs' Eltern zusammenbauten. Er bestand nur aus der Platine und hatte weder Gehäuse noch Tastatur oder Monitor. Der Preis betrug damals 666,66 Dollar. Der am Samstag verkaufte Apple I trägt eine Signatur von Wozniak und ihm liegt ein Brief von Jobs bei. Schon im vergangenen Herbst kam ein Apple-I-Set bei dem Auktionshaus auf gut 490 000 Euro.

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Besucher betrachten bei Sotheby's in New York das Gemälde "Domplatz, Mailand" von Gerhard Richter. Das Bild ist von 1968 und fast drei Meter hoch. Es zeigt den Vorplatz der Kathedrale von Mailand und wirkt wie ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto - eine von Richter gern genutzte Technik für seine fotorealistischen Arbeiten. Das Werk wurde jetzt für 37,1 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) versteigert - ein Auktionsrekord für den deutschen Künstler.

Es war trotzdem nur das zweitteuerste Bild der Frühjahrsauktion von Sotheby's für zeitgenössische Kunst...

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... Das teuerste Bild bei den Versteigerungen am 14. Mai bei Sotheby's war von Barnett Newman. Sein „Onement VI“ ging für mehr als 43,8 Millionen weg. Es ist 2,60 Meter hoch und mehr als drei Meter breit, und zeigt zwei blaue Flächen. Es entstand 1953. Nun wurde es an einen unbekannten Telefonbieter verkauft.

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Auch in Genf veranstaltete Sotheby's seine große Frühjahrsauktion. Dort wurden einige der schönsten Juwelen aus der Sammlung der Filmdiva Gina Lollobrigida für umgerechnet 3,8 Millionen Euro versteigert. Ein Model trägt birnenförmige Smaragdohrringe von Bulgari und einen mit Diamanten besetzten Smaragdohrring aus der Kollektion der italienischen Schauspielerin. Die 85 Jahre alte Schauspielerin stiftet den Erlös der Auktion für ein internationales Krankenhaus, das auf Stammzellentherapie spezialisiert ist.

Höhepunkt der Auktion war ein gelber Diamant mit 74,53 Karat, der einst dem Schah von Persien gehörte, der aber nicht Teil der Sammlung Lollobrigidas war. Der Stein - eingearbeitet in einen kunstvollen Ohrring - wechselte für 2,39 Millionen Dollar den Besitzer - der bislang höchste Erlös, den ein solches Stück laut Sotheby's je bei einer Auktion erzielt hat.

Ein Blick auf weitere Auktionen mit rekordverdächtigen Erlösen.

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Das um 1889/1890 entstandene Stillleben "Die Äpfel" des Künstlers Paul Cézanne zeigt genau das: Elf Äpfel, die auf einem Teller und daneben liegen. Was so simpel klingt, gilt durch Farbgebung, Schatten und vor allem Formen als wichtiger Schritt hin zur modernen Kunst. Das Bild ist am 8. Mai in New York für 41,6 Millionen Dollar (knapp 32 Millionen Euro) verkauft worden. Bei der ersten der New Yorker Frühjahrsauktionen brachte das Werk ein gutes Drittel mehr als von den Experten erwartet.

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Eine Frau schaut sich "Nature Morte Aux Tulipes" (Stillleben mit Tulpen) von Pablo Picasso an. Das Gemälde, das eine langjährige Geliebte des Künstlers zeigt, wurde bei Sotheby's für 41,5 Millionen Dollar (32 Millionen Euro) versteigert. Der Wert war zuvor auf 35 bis 50 Millionen Dollar geschätzt worden.

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Geschätzt: 120.000 Euro

Am 31. März versteigerte das britische Auktionshaus "Henry Aldridge and Son"eine Speisekarte aus der ersten Klasse der Titanic. Das Menu stammt aus dem Besitz des Ehepaares Dodge, das den Untergang der Titanic überlebte. Die Karte sei sehr gut erhalten, habe weder Flecken noch Knicke, so das Auktionshaus. Der geschätzte Wert liegt bei 120.000 Euro. Im Jahr 2000 ist schon einmal ein Menu vom gesunkenen Luxusdampfer versteigert worden. Das Menu aus der dritten Klasse wechselte damals für rund 70.000 Mark den Besitzer.

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Rund 2 Millionen Euro

Vor rund sechs Jahren ersteigerte ein Araber die Telefonnummer 6666666 der Telefongesellschaft Qtel aus Katar - für umgerechnet 2,1 Millionen Euro. Ein Chinese legte zwei Jahre zuvor für eine Nummer, in der besonders oft die Glückszahl acht vorkam, rund eine Million Euro.

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Rund 20 Millionen Euro

Deutlich teurer war da schon die Auktion des Ferrari 250 GTO im Jahr 2008. In der Zeit zwischen 1962 und 1964 wurden rund 30 Exemplare gebaut - der Wert eines einzelnen Autos lag lange Zeit bei umgerechnet 15 Millionen. Bei einer Auktion vor vier Jahren ging das Sammlerstück dann für rund 20 Millionen Euro weg.

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10 Millionen Euro

So viel war Said Abdel Ghaffar Kuri aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Nummernschild mit der Zahl eins wert.

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Sieben Millionen Dollar

So viel brachte die Auktion der Reliquien der Serie Raumschiff Enterprise. 2008 verkauften die CBS-Paramount-Studios Requisiten der Kultserie. Ein Modell der Enterprise brachte davon rund 800.000 Dollar ein.

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Sieben Millionen Euro

Im Jahr 2002 wechselte ein von Carl Fabergé gestaltetes Ei rund 7,1 Millionen Euro den Besitzer.

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77 Millionen Euro

Das Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigerte im Sommer 2002 das Gemälde "The Massacre of the Innocents" von Rubens, das den Kindermord von Bethlehem zeigt. Geschätzt wurde der Wert des Bildes auf vier bis sechs Millionen Euro. Versteigert wurde das Gemälde dann für rund 77 Millionen Euro.

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1,8 Millionen Euro

Die schwedische Briefmarke Tre-Skilling oder "Gelbe Treskilling" ist die teuerste Briefmarke der Welt. Sie wurde mehrfach für Millionensummen versteigert. Zuletzt am 22. Mai 2010 beim Auktionshaus David Feldmann in Genf. Käufer wie auch Kaufpreis blieben jedoch geheim. Die Marke ist deshalb so wertvoll, weil es sich bei der gelben Ausführung um einen Fehldruck der eigentlich grünen, 1855 herausgegebenen Marke handelt.

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20 Millionen D-Mark

Der teuerste jemals versteigerte Oldtimer ist der Bugatti Royal Kellner von 1931. Er wechselte 1987 für. 20.350.000 DM. den Besitzer.

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7,6 Millionen Dollar

im Juli 2002 wurde beim britischen Auktionshaus Sotheby's die wertvollste Münze der Welt versteigert. Die USA-"Double Eagle" von 1933 brachte 7,59 Millionen Dollar ein.

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Ein Grund für den Erfolg ist der Perfektionismus des Gründers: Die Landkarten auf Bellerbys Globen müssen bis ins kleinste Detail korrekt sein. Die mit Pinseln aufgetragene Wasserfarbe, mit der die Ozeane blau gefärbt werden, darf nicht tropfen oder verschwimmen; die Umrisse der Kontinente müssen dunkel schattiert sein; Städte und Gewässer müssen akkurat eingezeichnet, die Oberflächen anschließend mit einer Schutzschicht lackiert werden. Ein zeitraubendes und aufwendiges Verfahren. Je größer der Globus, desto länger dauert es. Pro Jahr fertigt das Team 200 bis 300 Exemplare an, maximal 1000 könnten es werden. Doch dann ist Schluss, findet der 50-jährige Firmengründer. Weder die Qualität der Produkte noch der Spaß an der Arbeit soll sinken.

Die Kunstfertigkeit des familiären Studios hat sich inzwischen weit über die Londoner Stadtgrenzen herumgesprochen. Kürzlich meldete sich sogar der Pariser Louvre bei Bellerby. Das Museum wollte einen Coronelli-Globus bestellen, bei dem die Landkarten noch auf alten Kupferplatten gedruckt werden. Als Geschenk für den französischen König Ludwig XIV. hatte der italienische Kartograf Vincenzo Coronelli im 17. Jahrhundert zwei Globen mit einem Durchmesser von vier Metern gebaut. Da allerdings musste Bellerby ausnahmsweise passen. Denn das kartografische Material für seine Globen stammt von modernen Computerdruckern.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Konsumenten von Luxusartikeln weltweit mehr als verdreifacht: von rund 90 Millionen im Jahr 1995 auf 330 Millionen Ende 2013. Dies zeigt die Studie „Lens on the Worldwide Luxury Consumer” der internationalen Managementberatung Bain&Company, die auf der Befragung von 10.000 Konsumenten basiert.

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Und Jahr für Jahr kommen neue Luxuskäufer dazu: bis 2020 wird es weltweit rund 400 Millionen, bis 2030 an die 500 Millionen Luxuskonsumenten geben. Doch wie ticken sie, welche Vorlieben haben sie und wofür geben sie am liebsten ihr Geld aus? Die Macher der Studie haben das Verhalten dieser Kunden analysiert und sieben verschiedene Käufertypen definiert, auf die sich die Luxuskonzerne einstellen müssen.

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Die Alleskäufer

Sie stehen für 25 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 2350 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Käufergruppe ist neu im Luxussegment, im Durchschnitt jünger als die anderen Kundensegmente und legt eine höhere Bereitschaft an den Tag, mit Produkten und Marken zu experimentieren. Alleskäufer sind vornehmlich Frauen, die hochwertige Produkte wie Schmuck und Uhren favorisieren. Sehr gerne lassen sie ihr Geld in markeneigenen Fachgeschäften und kaufen auf Reisen ein. Sie experimentieren mit neuen Marken, ihre Markentreue ist daher relativ gering. Dieses Verhalten ist typisch für chinesische Konsumenten aus Großstädten abseits der bekannten Metropolen.

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Die Überzeugten

Dieser Käufertyp steht für 20 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1750 Euro pro Kopf und Jahr. Es sind gebildete Kunden der Generation X (aktuell 34 bis 48 Jahre alt) und Y (13 bis 33 Jahre). Lederwaren und Uhren haben Priorität, zugleich ist diese Konsumentengruppe hochsensibel für die Unterschiede zwischen den Marken. Die Überzeugten kaufen häufig am Wohnort ein und lassen sich durch Informationen aus dem Internet und über soziale Medien lenken. Sie sind die Trendsetter in Chinas Metropolen und herrschen in westeuropäischen und nordamerikanischen Großstädten vor.

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Die Investoren

Sie stehen für 13 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1450 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Käufergruppe achtet besonders auf Qualität und Langlebigkeit von Luxusprodukten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lederwaren und Uhren, die auch von Generation zu Generation vererbt werden können. Einkäufe werden sorgfältig recherchiert, Empfehlungen anderer Konsumenten spielen eine große Rolle. Zum Segment der Investoren gehören Japaner sowie Kunden aus dem Mittleren Osten und reifen Märkten.

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Die Hedonisten

Sie stehen für zwölf Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1100 Euro pro Kopf und Jahr. Sie lieben Luxus und das Erlebnis, Luxusprodukte zu kaufen. Auch haben sie eine hohe Affinität für Markenzeichen, kaufen vor allem Accessoires und sind durch Werbung beeinflussbar. Obwohl die Hedonisten ihr Interesse an Luxus gerne zur Schau stellen, finden sich in dieser Gruppe kaum offene Befürworter von Markenprodukten. Dieser Typus zieht sich durch alle Märkte und Generationen.

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Die Konservativen

Sie stehen für 16 Prozent des Marktvolumens oder für Ausgaben von 1000 Euro pro Kopf und Jahr. Es sind reifere Kunden – Männer und Frauen gleichermaßen –, die sich nicht als Trendsetter sehen. Sie favorisieren Schmuck und Uhren bekannter Marken, kaufen in Warenhäusern und lassen sich vor allem durch Empfehlungen von Freunden und Familienmitgliedern überzeugen. Die Konservativen finden sich insbesondere in reifen Märkten, aber auch in China.

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Die Desillusionierten

Sie stehen für neun Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 800 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Konsumentengruppe umfasst in erster Linie die Babyboomer (49 bis 67 Jahre), die unter Luxusmüdigkeit leiden. Sie kaufen Lederwaren und Kosmetik und halten Ausschau nach Waren, die mehr als eine Saison überdauern. Auf die Desillusionierten haben Markenbotschaften oder Werbung kaum Einfluss. Sie konsumieren unregelmäßig und kaufen weitgehend im Internet. In diesem Segment finden sich vor allem Frauen aus den USA, Europa und Japan.

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Die Neugierigen

Sie stehen für fünf Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 500 Euro pro Kopf und Jahr. Diese vor allem weiblichen Konsumenten fahnden nach Einstiegsprodukten, speziell bei Kosmetik und Schuhen. Sie freuen sich über Erschwinglichkeit und mischen in der Regel Luxusprodukte mit Durchschnittswaren. Die Neugierigen sind Impulskäufer mit geringer Markenloyalität, stark beeinflusst von Freunden oder Modetrends. Sie gehören zur Mittelklasse und stammen vor allem aus den USA, aus Westeuropa und den neuen Käuferschichten Osteuropas.

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Woher aber kommt – 300 Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs und angesichts der Verfügbarkeit digitaler Landkarten – die anhaltende Faszination für Globen, die weit über die Seefahrernation Großbritannien hinausgeht?

Weltreise per Handstreich

Vielleicht daher, weil alleine ihr Anblick inspiriert. Sie setzen die Länder anschaulich zueinander in Beziehung, eine Weltreise ist immer nur einen Handstreich entfernt – und erzeugt ein völlig anderes Gefühl als die digitale Navigation via Google Earth. „Man kann sich als Individuum mit der eigenen Lebensgeschichte selbst verorten“, sagt Bellerby, „auf einem Computerbildschirm, der immer nur einen Ausschnitt zeigt, geht das nicht.“ Selbst ein Atlas biete nicht jene umfassende, winkel- und längengetreue Perspektive.

Anzüge vom Schneider

So kleidet sich der Mann nach Maß

von Kerstin Dämon

Einigen Auftraggebern reicht das nicht. Sie lassen sich auf ihren maßgefertigten Erdkugeln zusätzlich ihre Geburtsstadt einzeichnen. Andere wählen einen Ort, der in ihrem Leben wichtig war, und lassen ihn grafisch hervorheben. In der Werkstatt schweben auf einem Globus zwei filigran gezeichnete Engel über der Stadt Madeira – dort hatte der Kunde einst seine Verlobung gefeiert.

Solche unverwechselbaren, analogen Einzelstücke sind wie ein Kontrapunkt zur vermeintlich seelenlosen Massenware des digitalen Zeitalters. Auch die Qualität trägt zu ihrer Beliebtheit bei. Ein Bellerby-Globus lässt sich mühelos drehen, die Finger des Betrachters gleiten beim Spaziergang über die Kontinente ungehindert über die glatte Oberfläche. Das mechanische Geheimnis dieser Leichtigkeit ist für das Auge unsichtbar: Die Kugeln ruhen unter der Oberfläche, in Schalen mit unsichtbaren Kugellagern.

C. Bechstein

Die 1853 von Carl Bechstein gegründete Klavierfabrik gehört mit etwa 5000 verkauften Instrumenten pro Jahr zu den größten europäischen Klavier- und Flügelherstellern. Bechstein hatte gute Kontakte zu Konzertveranstaltern und an die Kaiserhöfe, so dass seine Instrumente schnell den Vorzug bei namhaften Komponisten, wie Richard Wagner oder Claude Debussy, fanden.

Seit 1986 ist Karl Schulze der Vorstandsvorsitzende.

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Bösendorfer

Der Wiener Klavierbauer Ignaz Bösendorfer gründete das Unternehmen im Jahr 1828, sein Sohn führte das Unternehmen fort und erhielt im Jahr 1866 den Titel des k.u.k. Hofliferanten. Das Unternehmen expandierte und Bösendorfer exportierte seine Instrumente bald in die ganze Welt. Sogar Franz Liszt, der mit seinem expressiven Stil nahezu jedes Klavier ruiniert hatte, spielte vorwiegend auf den robusten Bösendorfer Klavieren.

Im Jahr 2007 wurde der Klavierhersteller an das japanische Unternehmen Yamaha verkauft.

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Blüthner

Der Klavierfabrik aus Leipzig gehört mit einem Alter von fast 160 Jahren zu den traditionsreichsten Pianoproduzenten. Schnell etablierte sich die Firma in Deutschland und belieferte unter anderem die Pianisten Dmitri Schostakowitsch und Andrew Lloyd Webber.

Noch heute liegt die "Pianofortefabrik" mit 85% Eigenkapitalquote in den Händen der Familie Blüthner, die jedoch mittlerweile 90% ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftet.

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Schimmel

Das traditionsreiche Klavierbauunternehmen hat ebenfalls seine Ursprünge in Leipzig, wo der Gründer Wilhelm Schimmel 1885 seine erste Werkstatt eröffnete. Mittlerweile wird das Unternehmen in vierter Generation von Hannes Schimmel-Vogel geführt. Nach einem überstandenen Insolvenzverfahren im Jahr 2009, ist der Instrumentenbauer seit 2010 wieder zu 100 Prozent in Familienhand.

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Steinway & Sons

1853 von Henry E. Steinway und seinen Söhnen in New York gegründet, expandierte das Unternehmen rasch und gehört derzeit zu einem der größten Instrumentenbauer der Welt. Steinway ist Teil der Aktiengesellschaft Steinway Musical Instruments und beschäftigt an den elf Fertigungsstätten in Europa und Amerika insgesamt 1700 Mitarbeiter.

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Fazioli

Die italienische Klaviermanufaktur mit Sitz in Sacile (Oberitalien) wurde 1981 von dem Pianist und Ingenieur Paolo Fazioli gegründet. Auch wenn Fazioli-Instrumente im Vergleich zu Steinway & Sons oder Bösendorfer auf der Bühne weniger zum Einsatz kommen, schwört eine ganze Reihe prominenter Pianisten - unter ihnen auch Herbie Hancock - auf die Pianos der Italiener.

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Sauter

Schon fast seit 200 Jahren baut die Carl Sauter Pianofortemanufaktur Pianos und Flügel. Ursprünglich von dem Schreinergesellen Johann Grimm 1819 in Spaichingen gegründet, übernahm sein Neffe Carl Sauter 1846 das Geschäft. Heute produziert das Unternehmen international renommiert und fertigt, neben Klavieren, auch exklusive Flügel und Konzertflügel.

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In der Manufaktur herrscht konzentrierte, stille Arbeitsatmosphäre. In den Regalen, auf Tischen und am Boden stehen Erd- und Himmelsgloben in fünf Größen und unterschiedlichen Farben. Quer durch das Atelier sind Wäscheleinen gespannt. Dort trocknen an Klammern jene Papierkeile mit kartografischen Details, die später auf die Erdkugeln aufgeklebt werden: 24 sind es bei den kleineren, 48 bei den größeren Globen.

Das klingt einfach, ist aber kompliziert. Die feuchten Papierzungen müssen glatt gespannt und dann präzise aneinandergefügt werden – und dabei können sie schnell reißen. Außerdem dürfen sie nicht überlappen. Wer schlampt, lässt ganze Länder von der Erdkugel verschwinden: „Grönland und Alaska sind besonders oft betroffen“, sagt Bellerby. Tüftelarbeit erfordert auch die Abbildung der Längen- und Breitengrade.

Der größte Bellerby-Globus hat einen Durchmesser von 1,27 Metern, der kleinste von 23 Zentimetern. Jenes Modell ist aktuell der Bestseller, es passt auf einen Schreibtisch und kostet umgerechnet 1535 bis 3070 Euro – je nach Design, Grundierung und der Menge an Farbe, die für Meere und Kontinente aufgetragen werden muss. Knapp 74 000 Euro ließ sich dagegen ein Russe seinen Globus kosten, der trotz vieler Extras in knapp zwei Monaten fertig werden musste. „Ich habe meinen Mitarbeitern Überstunden und einen Bonus gezahlt“, sagt Bellerby.

Heinz-Josef Radermacher (Düsseldorf)

Der Rheinländer Heinz-Josef Radermacher steht mit seiner Düsseldorfer Maßschneiderei am Shadowplatz  für Exklusivität und Expertise. Sein Know-how hat er Jac Lenzen zu verdanken, bei dem er 1970 als Schneider einstieg. Bereits sieben Jahre später übernahm er das Geschäft, das er bis heute zusammen mit rund 30 Mitarbeitern in den hauseigenen Werkstätten führt. Kunden werden im als Verkaufsraum genutzten Atelier vom Besitzer höchstpersönlich betreut und mit Kaffee, Gebäck oder Champagner versorgt. Da für den Oberbekleidungs-Experten der persönliche Kundenkontakt im Vordergrund steht, nimmt der Chef selbst Maß und stattet weiter entfernt lebenden Klienten gar Hausbesuche ab. Für die einzeln angefertigten, handgemachten Anzüge werden ausschließlich edle Naturfasern verarbeitet.

Quelle: Bernhard Roetzel „Der Gentleman nach Maß – Maßgeschneiderte Herrenkleidung“, ISBN: 9783848007684, ullmann publishing GmbH

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Gennaro Solito (Neapel)

Der aus Neapel stammende Maßschneider Gennaro Solito genießt in Kennerkreisen einen ganz besonderen Ruf. Der zurückhaltende Italiener hat den Jackenschnitt der fallenden Schulterlinie, hohen Crochetnaht und weichen Einlagen kreiert, der heute für die neapolitanische Schneidertradition steht. Das bescheidene, in der Via Toledo gelegene Atelier ist mit Kleiderständern, Schränken und Vorhängestangen ausgestattet, auf denen Jacken in verschiedenen Stadien der Anfertigung ausgestellt sind. Während Klienten des Ateliers in den Genuss maßgeschneiderter Garderobe kommen, steht seine Linie Kunden aus der ganzen Welt als Edelkonfektionsware zur Verfügung.

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Max Dietl (München)

Die Münchner Maßschneiderei, die vom Society-Schneider Max Dietl Mitte der 1940er Jahre aufgebaut wurde, etablierte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefragten Ateliers der 1950er Jahre, vor dem wohlhabende Großstädter anstanden, um sich stilvolle Herrenbekleidung nach Maß anfertigen zu lassen. Dietls Werkstatt schlug in einer Zeit Wurzeln, in welcher Maßanzüge neben teuren Autos und Villen noch als Ausweis von Stil und Klasse galten. Das Atelier mit bester Lage gegenüber der Münchner Oper diente Unternehmern, Politkern und Stars als Einkleidungszimmer und zählt bis heute – unter der Geschäftsleitung seines Sohns und dessen Frau – zu einem der gefragtesten Maßschneidereien, die neben Einzelanfertigungen auch Konfektionen verkauft.

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KNIZE – Rudolf Niedersüß (Wien)

Knize ist ein in Wien ansässiges, im Jugendstil erbautes Traditionshaus, das der böhmische Schneider J. Knize bereits 1858 von seinem Voreigentümer übernahm. Bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs stand die Maßschneiderei, die ständigen Geschäftsführerwechseln unterlag, beispielhaft für die Wiener Eleganz. Seit 1976 liegt das Unternehmen in den Händen von Rudolf Niedersüß, der seine Lehre in dem Haus absolviert und im Anschluss daran als Zuschneider für Knize & Co gearbeitet hat. Bis heute ist Knize ein gefragter Herrenausstatter, der die Tradition der handgemachten Kleidung pflegt und zudem Accessoires und Konfektionen für den Mann vertreibt.

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Massimo und Lorenzo Cifonelli (Paris)
Das Familienunternehmen Cifonelli ist eine Maßschneiderei, die heute in einer kleinen Seitenstraße der berühmten Champs Élysées im Herzen von Paris liegt. Betrieben wird sie von Massimo und Lorenzo Cifonelli, die das Haus ihres Großvaters traditionsbewusst fortführen. Beibehalten haben sie vor allem den von Arturo entwickelten, besonderen Zuschnitt der Schulternaht und des Ärmelzusatzes, der unter Modekennern als „Cifonelli-Schulter“ bezeichnet wird. Das besondere an dieser Machart ist die maximale Bewegungsfreiheit bei einer stark geschwungenen Brustpartie und einem sehr hohen Armloch. Nicht nur Modezar Karl Lagerfeld schätzt den Modesalon. Auch Industrielle, Politiker, Musiker und Schauspieler sind treue Einkäufer der im eigenen Haus gefertigten Kleidungsstücke.

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Katrin Emmer (Potsdam)
Kathrin Emmer nutzt ihre großflächige Potsdamer Altbauwohnung als Schneiderwerkstatt für ihre handgefertigten Kleidungsstücke nach Maß. Die selbstständige Schneidermeisterin, die sich auf Herrenanzüge spezialisiert hat, fertigt neben klassischer Oberbekleidung auch Leinenhosen, Westen und Capes für ihre Abnehmer an, die hauptsächlich aus Potsdam oder Westberlin in das Atelier kommen.

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Maciej Zaremba (Warschau)

Das von Maciej Zaremba geleitete Warschauer Atelier verbindet alte Traditionen der Maßschneiderei mit neuen Einflüssen des italienischen Stils und spricht damit neben einem neuen, jungen Klientel auch weiterhin den „klassischen Gentleman“ an. Das polnische Familienunternehmen gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts.

 

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Carlo Jösch (Köln)
Liebhaber des extravaganten Businessoutfits sollten einen Besuch im Kölner Atelier von Carlo Jösch nahe der Ehrenstraße nicht missen. Der gebürtige Düsseldorfer hat sich auf schottische Tweeds spezialisiert, aus denen er Jacken, Mäntel, Hosen, Westen, Anzüge und hin und wieder sogar Morgenmäntel anfertigt. Seine Hauptabnehmer der von Hand und nach Maß produzierten Kleidung sind neben Schottlandliebhabern vor allem Unternehmer und Musiker. Bei der Anprobe setzt er auf die Methoden der französischen Couture: Bevor das gewählte Stück zugeschnitten wird, nutzt er einen Leinenstoff als Vorlage.

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A Caraceni (Mailand)

Die Familie Caraceni gehört in Italien zu den berühmtesten Anbietern von Modebekleidung nach Maß, welche neben legendären Stil-Ikonen wie Diego Della Valle schon Lords und Earls ausstattete. Besonders beachtlich ist, dass rund ein Drittel der Kundschaft der Mailänder Massimiliano und seiner Gattin aus dem Ausland kommt. Pro Jahr fertigen 50 Angestellte des Hauses etwa 1200 Anzüge per Hand an.

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Cove & Co. (Köln)

Herrenschneidermeister Ingo Pogodzik leitet die Kölner Maßschneiderei Cove & Co., die in der Modemeile zwischen Ehren- und Mittelstraße sitzt. Ausgestattet mit einer hauseigenen Werkstatt und einem hoch kompetenten Team fertigt der Herrenausstatter Anzüge per Hand an. Allerdings ist die Produktion nach dem traditionellen Handwerk nur das i-Tüpfelchen des Ateliers, das sich sonst vornehmlich als Komplettanbieter von Maßkleidung versteht und in den mittlerweile zehn Läden der Kette auch solche Bestellungen entgegennimmt.

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Alle haben ihr Handwerk von ihm gelernt. Der Autodidakt bastelte erst im Jahr 2008 seinen ersten eigenen Globus – als Geschenk zum 80. Geburtstag seines Vaters. Der hatte einst als Schiffsbauer gearbeitet. Sechs bis zwölf Monate benötigt heute ein Lehrling in Bellerbys Werkstatt, bis er den Herstellungsprozess meistert. Bei dem Firmengründer selbst vergingen rund 18 Monate, bis er sein erstes Modell zustande brachte.

Bellerby hat sie schon oft erzählt, trotzdem klingt die Geschichte immer wieder gut: wie er 2008 auf der Suche nach einem Geschenk für seinen Vater entweder nur billige Massenware oder teure Antiquitäten fand – aber keinen korrekt gezeichneten, ästhetisch ansprechenden und qualitativ hochwertigen modernen Globus; wie er daraufhin zu Hause selbst Experimente begann. Bis ihm schließlich ein Stück gelang, das seinen perfektionistischen Ansprüchen genügte. „Die Dinge gerieten außer Kontrolle“, sagt er, wenn er sich an seine Obsession von damals erinnert.

Qualifiziert war er dafür nicht, denn als Abiturient hatte er sich zuletzt mit Erdkunde und Physik beschäftigt. Danach hatte er verschiedene Berufe ausgeübt. Mal verkaufte er Filmrechte für Videos an Fernsehstationen, dann führte er einen Nachtclub und eine Kegelbahn, renovierte ein Londoner Haus und verkaufte es mit Profit weiter. Letzteres finanzierte ihm seine Lehrzeit als erster Globusbauer des 21. Jahrhunderts. Sogar die Gipskugel für sein erstes Exemplar hat er einst selbst gebastelt. Immerhin: Diese Tätigkeit erledigen heute meist externe Zulieferer.

Jeder Produktionsschritt war zunächst mit neuen Herausforderungen verbunden: Die Anschaffung der Werkzeuge und das Drucken des Kartenmaterials war teuer, die Kartografie oft fehlerhaft, Ortsnamen falsch übersetzt. Frustriert machte sich der Novize daran, die kommerziell erhältlichen Landkarten mithilfe von Google Maps zu korrigieren. Eine ebenso teure wie langwierige Methode. Insgesamt investierte Bellerby eigenen Angaben zufolge umgerechnet mehr als 200 000 Euro in das Geburtstagsgeschenk seines Vaters. Erst später dämmerte ihm, dass er damit ganz nebenbei eine Marktlücke entdeckt haben könnte. 2010 verkaufte er seinen ersten Globus an einen Australier, inzwischen floriert das Geschäft.

Denn die Luxusgloben sprechen keineswegs nur pensionierte Nostalgiker an, was der Erfolg in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram beweist. Wichtigste Absatzmärkte sind die USA und Großbritannien, an dritter Stelle steht Deutschland mit knapp 40 Kunden.

Berühmte Käufer

Darunter auch Prominente: Der Regisseur Martin Scorsese kaufte vier Globen als Requisiten für seinen 3-D-Film „Hugo Cabret“, der nigerianische Künstler Yinka Shonibare nahm gleich elf Stück. 75 Prozent der Kunden sind jedoch Privatleute.

Den individuellen Gestaltungswünschen seiner Käufer kommt Bellerby normalerweise gerne nach, selbst wenn ein Unternehmen einen Globus mit lilafarbenen Kontinenten und silbernen Ozeanen bestellt – was der Engländer für eine vulgäre Geschmacksverirrung hält. Anders sieht es bei politisch motivierten Sonderwünschen aus: Als ein Kunde einen Globus ohne den Staat Israel haben wollte, lehnte Bellerby ab. Aus Territorialkonflikten will er sich heraushalten.

Allerdings achte er bei Globen für indische Kunden darauf, dass die Grenze zu Kaschmir korrekt verläuft. „Wer da einen Fehler macht, dem drohen bis zu sechs Monate Gefängnis“, sagt Bellerby, „und das darf mir bei meiner nächsten Indien-Reise nun wirklich nicht passieren.“

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