Wang Jianlin: Was Chinas reichster Mann vorhat
Wang Jianlin, Besitzer der Dalian Wanda Group
Foto: REUTERSWer den Namen des chinesischen Unternehmers Wang Jianlin in eine chinesische Suchmaschine eintippt, erhält direkt weitere Namen als Vorschlag: darunter Bill Gates und Howqua. Während Bill Gates weltweit bekannt ist, kennt man Howqua hauptsächlich in Asien: Im 19. Jahrhundert war er ein Händler in Hongkong und einer der reichsten Männer der Welt.
Das chinesische Internet will uns damit sagen: Wang Jianlin hat es geschafft. Mit rund 23 Milliarden Euro ist er der reichste Mann Chinas. Allein im vergangenen Jahr soll er laut "Forbes"-Ranking sein Vermögen verdoppelt haben. Wichtigste Einnahmequelle ist die Immobilienfirma Dalian Wanda Commercial Properties, die unter anderem 125 Einkaufszentren, 68 Fünf-Sterne-Hotels und mehrere Kinoketten umfasst. Bei seinen Geschäften blickt der Milliardär schon lange nicht mehr nur auf China.
Bill Gates
Der reichsten Mann der Welt macht sein Geld vor allem mit der von ihm gegründeten Firma Microsoft. Außerdem investierte in ein paar kleinere Firmen. Sein geschätztes Vermögen beträgt 72 Milliarden US-Dollar. 1997 gründete er gemeinsam mit seiner Frau die "Bill & Melinda Gates"-Stiftung, in die auch ein nicht gerade kleiner Teil seines Vermögens fließt. Der Bloomberg Billionaires Index hat die reichsten Menschen der Welt gerankt.
Foto: dpaCarlos Slim
Der Mexikaner ist zwar der reichste Mensch seines Landes, aber mittlerweile nur noch der zweitreichste Mensch weltweit: Sein Vermögen wird auf 68,3 Milliarden Euro geschätzt und er hat es vor allem in der Telekommunikationsbranche, unter anderem mit Telmex und América Móvil, erwirtschaftet. Außerdem besitzt er Firmen aus der Banken- und der Minenbranche. Obwohl er sowohl ein iPhone als auch einen Blackberry benutzt, besitzt er keinen Computer.
Foto: APAmancio Ortega
Der reichste Mann Spaniens und gleichzeitig reichste Mann Europas hat 64,5 Milliarden US-Dollar mit im Bekleidungssektor verdient, unter anderem mit der bekannten Modemarke Zara. Außerdem hat er Vermögen im Immobilien- und Finanzsektor. Bevor er jeden Morgen in sein Büro fährt, liest und schwimmt er.
Foto: REUTERSWarren Buffett
58,6 Milliarden Euro kann der Unternehmer sein eigen nennen, das er vor allem mit dem von ihm aufgebauten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway gemacht hat. Bis heute ist er dort der größte Aktionär. Er spielt gerne Ukulele und Bridge.
Foto: APIngvar Kamprad
Der schwedische Ikea-Gründer ist der zweitreichste Europäer und der reichste Mann Schwedens. Erst 2013 ist er nach 30 Jahren in der Schweiz in sein Heimatland zurückgekehrt. Sein Vermögen wird mit 51,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Foto: dpaCharles und David Koch
Den Brüder gehört mit Koch Industries das zweitgrößte Öl- und Chemiekonsortium der USA in Privatbesitz. Beide verfügen über ein Vermögen von jeweils 47,2 Milliarden Euro.
Foto: REUTERSLarry Ellison
Er ist Gründer und Präsident des US-Softwarekonzerns Oracle, mit dem er einen Großteil seines Vermögens gemacht hat. Auf 38,7 Milliarden Euro beläuft sich sein Vermögen. Steve Jobs war übrigens der Fotograf auf Ellison's vierter Hochzeit.
Foto: REUTERSChristy, Jim, Alice und Rob Walton
Die kommenden vier Plätze, neun bis 12, sind von der Walton-Familie belegt, Nachfahren des Gründers des Handelskonzerns Wal-Mart. Haupterbin Christy Walton verfügt über ein Vermögen von 38,5 Milliarden Dollar, während Jim 36,6 Milliarden Dollar, Rob 35,7 Milliarden Dollar und Alice 35 Milliarden US-Dollar besitzen.
Foto: APLiliane Bettencourt
Frankreichs reichste Frau und die drittreichste Frau der Welt besitzt 32,4 Milliarden Euro - und hält bis heute 31 Prozent am Kosmetikkonzern L'Oréal, der von ihrem Vater gegründet wurde und ihr den Reichtum bescherte. Sie ist damit die 15. reichste Person der Welt.
Foto: dpaLi Ka-Shing
28,9 Milliarden Dollar besitzt der reichste Asiate, der sich auf Platz 20 der reichsten Menschen überhaupt wiederfindet. Er spielt jeden Tag 90 Minuten Golf und schwimmt. In Deutschland ist er mit 40 Prozent an der Drogeriemarktkette Rossmann beteiligt. Heute macht er sein Vermögen mit Hutchison Whampoa, einem Unternehmen, das in vielen Bereich, wie Telekommunikation, Immobilien und Handel aktiv ist.
Foto: REUTERSKarl Albrecht
Er ist der reichste Mensch Deutschlands und in Besitz von Aldi Süd. Während sein Bruder bei der Trennung des Unternehmens 1960, in Besitz von Aldi Nord blieb. Insgesamt gibt es 4.600 Läden mit einem Umsatz von jährlich 47 Milliarden Euro. Sein Vermögen wird mit 27,7 Milliarden Euro beziffert, das überwiegend aus der Supermarktkette resultiert. Übrigens wurde er im Zweiten Weltkrieg an der russischen Front verwundet. Er ist der 22. reichste Mensch der Welt.
Foto: dpaDieter Schwarz
Nur zwei Plätze dahinter folgt direkt der nächste Deutsche, ebenfalls Besitzer einer Supermarktkette. Sein Vermögen beträgt 26,7 Milliarden Euro. Lidl und Kaufland gehören zu der Schwarz Group, die europaweit mehr als 10.000 Läden besitzt. Er ist im Übrigen seit 50 Jahren verheiratet.
Foto: dpa-dpawebSusanne Klatten
Die sechsreichste Frau der Welt, die reichste Frau Deutschlands und die 55. reichste Person weltweit besitzt 16 Milliarden US-Dollar. Sie hat während ihrer ganzen Karriere lediglich ein Interview gegeben, einmal verhinderte die Polizei eine Entführung von ihrer Mutter und ihr. Ihr Geld macht sie mit ihren Anteilen an BMW von 12,6 Prozent. Außerdem ist sie an Altana, SKion und SGL Karbon beteiligt.
Foto: AP
Die nicht börsennotierte Dalian Wanda Group machte im vergangenen Jahr durch eine Reihe spektakulärer internationaler Übernahmen auf sich aufmerksam. Dazu gehörte der Kauf von Infront Sports & Media, einem Marketing-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, das sich um Medien- und Marketing-Rechte von Sportveranstaltungen weltweit kümmert.
Außerdem das Unternehmen The World Triathlon Corporation, das unter anderem die Lizenz für den Sportwettkampf Ironman besitzt. Seit kurzem wird auch über die Übernahme der Tour de France durch Wang spekuliert. Wanda besitzt zudem bereits 20 Prozent des spanischen Fußballklubs Atletico Madrid.
Ziel der Einkaufstour des Chinesen: das größte Sportimperium der Welt zu erschaffen. Bei einer Diskussionsveranstaltung an der Harvard Business School im Dezember erklärte Wang, China habe zwar 1,3 Milliarden Einwohner, der Umsatz im Sportmarkt läge aber immer noch unter 28 Milliarden Euro. Demgegenüber stünde der US-amerikanische Markt mit einem Umsatz von über 463 Milliarden Euro bei weit weniger Verbrauchern.
„In den USA ist man nicht nur auf die Herstellung von Sportklamotten fokussiert wie in China, sondern vor allem auf Sportveranstaltungen“, erklärte Wang. In dem Bereich will er jetzt nachziehen. „Wanda wird in Zukunft noch eine ganze Serie von Übernahmen tätigen. Als ein aufstrebender Sektor hat Chinas Sportindustrie noch ein gewaltiges Potenzial.“
Michael Otto, einer der reichsten deutschen Unternehmer, spendete gemeinsam mit der Werner-Otto-Stiftung rund 11,6 Millionen Euro für den Neubau der Universitätskinderklinik in Hamburg. Mitte September wurde die nach ihm benannte Klinik eröffnet. Im Jahr 2015 hatte Otto sich von seinen Anteilen an der Otto Group und damit von einem Großteil seines Vermögens getrennt. Die Anteile an dem Handels- und Dienstleistungskonzern mit einem Umsatz von rund zwölfeinhalb Milliarden Euro und rund 50.000 Beschäftigten haben einen Wert von mehreren Milliarden Euro. Mit den jährlichen Ausschüttungen der Stiftung werden seitdem kulturelle, soziale, ökologische oder mildtätige Projekte gefördert werden. Vor allem gehe es ihm darum, Kinder und Jugendliche zu unterstützen, sagte Otto.
Foto: dpaApple-Chef Tim Cook (54) verdiente im Jahr 2016 eine Rekordsumme von 145 Millionen Dollar, und rückte so an die Spitze der US-Bosse. Das dürfte vor allen wohltätige Organisationen freuen. Denn 2015 kündigte Tim Cook an, sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden zu wollen. Zuvor werde er allerdings noch die College-Ausbildung seines heute zwölfjährigen Neffen finanzieren, sagte Cook damals dem US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“. Es könnte sich mit der Zeit um eine Summe im Milliarden-Bereich handeln. Cook habe schon Geld gespendet, wolle nun aber einen systematischen Ansatz entwickeln, hieß es.
Mit der Ankündigung setzte sich Cook deutlich von seinem verstorbenen Vorgänger Steve Jobs ab, der nicht als Großspender in Erscheinung getreten war. Der amtierende Apple-Chef ist für einen bescheidenen und zurückhaltenden Lebensstil bekannt.
Foto: APFacebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan waren 2013 die größten Spender Amerikas. Das Ehepaar spendete im Dezember 18 Millionen Facebook-Aktien im Wert von insgesamt mehr als 970 Millionen Dollar (711 Millionen Euro) an eine Stiftung im kalifornischen Silicon Valley. Damit führen beide die jährliche Liste der 50 großzügigsten Amerikaner, die von der Zeitschrift „The Chronicle of Philanthropy“ herausgegeben wird.
Aktuell spendete das Paar 75 Millionen Dollar für ein Krankenhaus in San Francisco. Es soll künftig ihre Namen tragen. Die Spende werde dem San Francisco General Hospital erlauben, in der Notaufnahme die Fläche zu verdoppeln und vier Mal mehr Betten unterzubringen, schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag. Außerdem solle mit einem Teil der umgerechnet 66,3 Millionen Euro die Ausrüstung erneuert werden.
Foto: dapdEinige der größten Spender der USA tauchen auf der Liste für 2013 nicht auf, so zum Beispiel Microsoft-Mitgründer Bill Gates und seine Frau Melinda. Der Grund dafür ist, dass ihre tatsächlichen Spenden bereits in vorherigen Jahren als zugesagte Spenden gezählt wurden. So gaben die Eheleute Gates ihrer Stiftung im Jahr 2013 etwas mehr als 181,3 Millionen Dollar, die Summe war aber Teil einer Spende von rund 3,3 Milliarden Dollar, die sie 2004 angekündigt hatten.
Foto: dpaDen Angaben zufolge spendeten die 50 größten Spender Amerikas im Jahr 2013 insgesamt mehr als 7,7 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro). Hinzu kommen zugesagte Spenden in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar. Bedeutsam an der Liste sei vor allem die Geldsumme, die von lebenden Spendern gegeben werde, sagte Stacy Palmer von „The Chronicle Philanthropy“. So sei der Betrag 2013 in etwa so groß wie der Betrag aus den Jahren 2012 und 2011 zusammen gewesen. Auch CNN-Gründer Ted Turner und Investor Warren Buffett machen 2013 großzügige Spenden im Rahmen zuvor versprochener Zuwendungen.
Foto: dapdDer neunte Platz geht an den Google-Mitentwickler Sergey Brin und seine Ehefrau Anne Wojcicki. Die beiden spendeten 219 Millionen Dollar an die Brin Wojcicki Foundation.
Den zehnten Platz belegt Jeffrey Carlton, der Gründer eines Stahlkonzerns, der hauptsächlich für das Militär, die Luftfahrt sowie Energieunternehmen produzierte. Calton verstarb bereits 2012, vermachte einer wohltätigen Organisation allerdings 212 Millionen Dollar.
Foto: dpaIrwin Jacobs und seine Frau Joan spendeten 221,1 Millionen Dollar - überwiegend an das technische Institut der New Yorker Cornell Universität. Irwin Jacobs ist der Mitbegründer des Kommunikationsunternehmens Qualcomm.
Foto: GemeinfreiEbay-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Internet-Verkaufsplattform Pierre Omidyar hat sich ebenfalls entschieden, einen Teil seines Vermögens zugunsten gemeinnütziger Zwecke abzugeben. Zusammen mit seiner Frau Pam belegt er Platz acht des Rankings. Im Frühjahr spendete er 100 Millionen Dollar für investigativen Journalismus und den Kampf gegen Hass und Fake News im Netz.
Foto: Creative Commons-LizenzPlatz sechs belegt Charles Johnson mit 250 Millionen. Johnson ist der Sohn des Gründers von Franklin Templeton Investments. Charles Johnson hat lange Jahre das Tochterunternehmen Franklin Resources geleitet und ist außerdem größter Anteilseigner am San Francisco Giants Baseball-Team. Seine Spende ging an die Universität Yale, an der der 80-Jährige studiert hat.
Foto: Presseuch ein bekannter amerikanischer Politiker befindet sich unter den Spendern: Michael Bloomberg, seines Zeichens Geschäftsmann und Ex-Bürgermeister der Stadt New York, spendete 452 Millionen Dollar. Mit dem Geld unterstützte er verschiedene Zwecke, darunter Künste, Bildung, die Umwelt und das Gesundheitswesen.
Sein aktuelles Vermögen beläuft sich laut dem Forbes-Magazin auf 31 Milliarden Dollar. Bloomberg gehört ebenfalls dem Club "The Giving Pledge" an. Er machte das große Geld mit seiner Finanzdaten-Agentur Bloomberg L.P., die er 1982 gründete und später mit Online, Fernsehen und Radio um sämtliche Medien erweiterte.
Foto: APDer Vorsitzende des Sportartikelherstellers Nike, Philip Knight, und seine Frau Penelope waren im Jahr 2016 die großzügigsten Spender Amerikas. Damit führen beide die jährliche Liste der 50 großzügigsten Amerikaner an, die seit 17 Jahren von der Zeitschrift „The Chronicle of Philanthropy“ herausgegeben wird. Das Ehepaar spendete 900 Millionen Dollar an Universitäten und Schulen. 500 Millionen Dollar kamen der Universität Oregons zugute, 400 Millionen Dollar gingen nach Stanford.
Foto: REUTERSDer Energieunternehmer und Erfinder des Frackings, George Mitchell, ist im Juli 2013 im Alter von 94 Jahren verstorben. In seinem Testament vermachte er 750 Millionen Dollar wohltätigen Zwecken.
Foto: Screenshot
Diese Strategie passt auch in sein bisheriges Portfolie. Erst im Januar hatte er sein Unterhaltungs- und Kinoimperium mit dem Kauf des kalifornischen Filmstudios Legendary Entertainment Anfang Januar weiter ausgebaut. Der Produzent von Filmen wie "Jurassic World" und "Godzilla" soll für rund 3,2 Milliarden Euro an Wang übergehen.
Mit dem Deal will er in die Riege der bedeutendsten Filmemacher der Welt aufsteigen. Durch den Besitz der Kinoketten Wanda Cinemas, Hoyts Group und AMC Entertainment ist die Wanda Group bereits heute der größte Kinobetreiber der Welt.
Wang Jianlin wurde in Sichuan geboren. Die Provinz mit der schärfsten Küche des Landes ist bekannt für seine gewieften Geschäftsmänner. Seinem Vater folgend, einem Helden der Roten Armee, trat er mit 15 Jahren freiwillig in die Volksbefreiungsarmee ein, wo er 16 Jahre als Soldat diente. Später wechselte er in die Stadtverwaltung in Dalian in der Provinz Liaoning, bevor er 1988 einen Job bei einem überschuldeten Immobilienunternehmen übernahm.
Nach wenigen Jahren wurde er dort der Geschäftsführer und benannte das Unternehmen in Wanda um. Heute kennt jedes Kind in China den Namen seiner Einkaufszentren, in dem die chinesische Mittelklasse ihren wachsenden Wohlstand anfangs mit dem Kauf von Kühlschränken und Fotokameras begann und heute mit Luxusmarken feiert.
In diesem Jahr richtet Wang seinen Blick zudem auf einen zweiten Markt, der mit seiner Einwohnerzahl fast ebenso viel Potenzial verspricht wie China: Indien. Seit den Gesprächen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi im Sommer 2015 plant Wang laut Bloomberg Investitionen von bis zu 9 Milliarden Euro in den kommenden Jahren in dem Land. Das wäre bisher die größte Investition eines chinesischen Unternehmens in Indien.
Auch hier setzt der Milliardär auf eine wachsende Mittelschicht und einen steigenden Bedarf an Konsum- und Luxusgütern. Der 61-Jährige, der für seine Gesangseinlagen auf Unternehmensversammlungen bekannt ist, will damit sein Unternehmen endgültig zu einem internationalen Unternehmen mit Standbeinen quer durch alle Länder und Branchen machen.
Über seinen Erfolg sagt der ehemalige Soldat, der im Dezember erst für Aufregung in England sorgte, als er für über 100 Millionen Euro ein Haus in der teuersten Straßen Londons kaufte: „Um erfolgreich zu sein, musst du erst Bitterkeit ertragen.“