Playmobil-Produzent: IG Metall gewinnt die Betriebsratswahl bei Geobra Brandstätter
Die Welt von Playmobil ist eigentlich eine idyllische
Foto: dpaDie Betriebsratswahl bei Geobra Brandstätter ist beendet. Am 28. und 29. Juni hatten 1880 der rund 2600 zur Wahl aufgerufenen Beschäftigten ihre Stimme abgegeben. 661 Stimmen dabei auf die IG Metall, die damit 9 der insgesamt 21 Betriebsratssitze hält und stärkste Kraft ist.
Die zweitstärkste Liste erhielt 356 Stimmen, wie es in der Pressemitteilung der IG Metall zum Wahlergebnis heißt. „Unter den Umständen, unter denen diese Wahlen abgelaufen sind, ist das ein unglaublich tolles Ergebnis“, sagt Reiner Gehring von der IG Metall.
Gehring zielt damit ab auf die Querelen, die die Betriebsratswahl begleiteten. Die Gewerkschaft hatte dem Playmobil-Produzenten mehrfach vorgeworfen, die Betriebsratswahl beeinflussen zu wollen. Zuletzt durch Sicherheitskräfte, die während des Wahlvorgangs in Zirndorfer Werk eingesetzt wurden.
Ein Unternehmenssprecher bestritt diese Vorwürfe. Die Firmenleitung habe die Wahl weder behindert noch beeinflusst. Die Sicherheitskräfte seien eingesetzt worden, weil es einen Tag vor der Betriebsratswahl zu Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern unterschiedlicher Listen gekommen sei. Kandidaten hätten sich gegenseitig mit Gewalt und Strafanzeigen gedroht. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, habe die Firmenleitung schließlich einen Sicherheitsdienst angeheuert.
Weiteren Zündstoff brachte im Mai dieses Jahres der Beitritt des Playmobil-Produzenten in den Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern (KVI). Der Arbeitgeberverband schließt Tarifverträge mit der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ab, die wie die IG Metall unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbunds sitzt. Für die IG Metall gibt es also Konkurrenz beim Werben um die Gunst der Mitarbeiter.
Gehring sagte dazu: „Das Wahlergebnis zeigt, dass die Rechnung nicht aufgegangen ist.“
Bei Geobra Brandstätter hält man sich zum Wahlergebnis bedeckt. Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber der WirtschaftsWoche lediglich: „Wir haben das Ergebnis zur Kenntnis genommen und werden es in Ruhe analysieren.“