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Elsässers AusleseWie die eigene Psyche den Anlageerfolg bestimmt

Der Geldanleger und sein Kapital sind ein hoch persönliches Thema. Standardisierte Bankmodelle greifen zu kurz. Die Analyse der eigenen Psyche muss am Anfang stehen.Markus Elsässer 12.12.2016 - 06:00 Uhr

Aktien

Der Absturz der „Volksaktie“ Telekom und das Platzen der New-Economy-Blase am Neuen Markt um die Jahrtausendwende haben viele Kleinanleger nachhaltig verschreckt. Zwar erhöhte sich die Zahl der Besitzer von Aktien und/oder Aktienfondsanteilen in Deutschland im vergangenen Jahr um 560.000 auf gut neun Millionen. Das ist der höchste Stand seit 2012. Dennoch sind nur 14 Prozent der über 14-Jährigen am Aktienmarkt engagiert - und damit deutlich weniger als in anderen Ländern. Nach Bundesbank-Zahlen machten Aktien zum Ende des zweiten Quartals 2016 gerade einmal ein Zehntel (540,7 Milliarden Euro) der 5401 Milliarden Euro Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland aus.

Foto: Fotolia

Bargeld und Bankeinlagen

Bargeld und Einlagen bei Banken sind nach den Bundesbank-Zahlen mit gut 2128 Milliarden Euro nach wie vor der größte Posten des Geldvermögens der privaten Haushalte. Tagesgeldkonten als Parkplatz für Liquidität stehen nach wie vor hoch im Kurs, obwohl sie kaum noch Zinsen abwerfen.

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Bausparen

Die Deutschen sind eifrige Bausparer. Nach Zahlen des Verbands der Privaten Bausparkassen gab es 2015 knapp 30 Millionen Bausparverträge in Deutschland. Damit komme auf jeden zweiten Haushalt mindestens ein Vertrag. 2,7 Millionen Verträge wurden im vergangenen Jahr neu abgeschlossen. Allerdings versuchen etliche Bausparkassen Kunden loszuwerden, die noch besonders hochverzinste Altverträge haben.

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Gold

Privatleute in Deutschland besitzen mittlerweile die Rekordmenge von 8672 Tonnen des Edelmetalls - davon gut die Hälfte (4705 Tonnen) in Form von Barren und Münzen, knapp 4000 Tonnen sind Schmuck. Diese Zahlen haben Forscher der Steinbeis-Hochschule für die Reisebank zusammengetragen. Von 2014 bis 2016 wuchs der Goldschatz der Privathaushalte demnach um 477 Tonnen. Wert zum Zeitpunkt der Studie im August 2016: 375 Milliarden Euro. Drei Viertel (2014: 67 Prozent) der erwachsenen Bundesbürger besitzen der Studie zufolge Gold in Form von Schmuck, Barren, Münzen oder Wertpapieren.

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Immobilien

Die niedrigen Hypothekenzinsen heizen die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen an. In den ersten neun Monaten 2016 wurden so viele Wohnungen genehmigt wie seit 1999 nicht mehr. Auch viele Investoren spekulieren auf weitere Preissteigerungen und investieren in „Betongold“. Noch sieht die Bundesbank keine gefährlichen Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt. Allerdings verlocken die niedrigen Zinsen auch zum Schuldenmachen. Die Bundesbank warnt vor einem Schock bei steigenden Zinsen: „Finanzierungen, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen, könnten sich dann als nicht nachhaltig herausstellen.“

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Lebensversicherungen

91 Millionen Lebensversicherungsverträge zählte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende vergangenen Jahres bundesweit. Damit hat rein rechnerisch jeder Bundesbürger mindestens eine Lebensversicherung - ein Altersvorsorge-Klassiker. Doch neue Verträge sind schon lange nicht mehr so attraktiv verzinst wie noch um die Jahrtausendwende.

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Sparbuch

Das gute alte Sparbuch hat seinen Reiz bei den sicherheitsorientierten Deutschen trotz aktuell mickriger Zinsen keineswegs verloren. 44 Millionen Sparkonten zählten allein die seinerzeit 413 Sparkassen bundesweit zum Jahresende 2015. Gut 603 Milliarden Euro hatten die privaten Haushalte im 2. Quartal 2016 nach jüngsten Bundesbank-Zahlen als Spareinlagen und Sparbriefe angelegt.

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Bevor Sie einen Fuß auf das Börsenparkett setzen oder Sie anfangen, Ihren Kapitalstock aufzubauen, sollten Sie herausfinden, was für ein Anlegertyp Sie sind.

Der Geldanleger mit seinem privaten Leben sieht sich dem jeweiligen Gesellschafts-, Wirtschafts- und insbesondere dem Finanzsystem ausgesetzt. Da geht es um vielmehr als nur: Anlegertyp konservativ, dynamisch oder Rendite orientiert. Diese Schachteln sind viel zu eng.

Dabei verlassen sich die meisten Anleger auf das, was ihnen vom System eben angeboten wird. Das kann zu einer frostigen Schlittenfahrt werden. Gerade ist in den Vereinigten Staaten von Amerika dazu eine interessante Analyse publiziert worden. Demnach bereuen mehr als 70 Prozent der amerikanischen Geldanleger grobe Fehler und Irrwege, die sie mit ihrem Kapital im Verlauf des Lebens haben einstecken müssen. Die Unzufriedenheit mit dem Lebenswerk „Ich und mein Kapital“ überwiegt. Das ist tragisch.

Bei nüchterner Überlegung ist es ganz klar: Bei dem Thema Kapital geht es nicht um eine abstrakte, mathematische Größe, sondern um den jeweiligen Menschen mit seinen Erwartungen und Hoffnungen, die er mit dem Kapital verbindet. Dies ist ein kompliziertes Feld, welches zutiefst in der Psyche und im Charakter des Geldanlegers fußt. Und das ist seit Urzeiten so.

Denn die menschliche Existenz ist von endlicher Dauer, in deren Ablauf Faktoren wie Ängste, Zuversicht, Unsicherheit, Glauben, Schaffenskraft, Lernbereitschaft, „die Augen verschließen“ und „Lebenslügen“ von Bedeutung sind, wenn es um das Thema „der Mensch und sein Geld“ geht.

Materielle Freiheit innerhalb eines gesellschaftspolitischen Systems kann derjenige besser erzielen, der mit der Selbstanalyse und der Erörterung seines eigenen Lebenskonzepts beginnt. Andernfalls wird er zum Spielball der Wogen der Finanzmärkte und Medienstimmung.

Stelter strategisch

Chips vom Tisch?

Egal wie die Italiener am Sonntag abstimmen - es wird Zeit, die Risiken zu begrenzen. Die kommenden Wochen könnten eine gute Gelegenheit für vorsichtige Anleger bieten, ihre Chips im Börsenkasino einzusammeln.

von Daniel Stelter

Zur Anschauung einige Beispiele, wie unterschiedlich die Konzeptionen sein können:

Wollen Sie Kapital aufbauen, um im Alter eine Versorgung zu haben und Ihr Kapital entsprechend aufzehren? Oder wollen Sie dynastisch denkend ein Vermögen auf nachfolgende Generationen übertragen?

Wer lange Zeit ein gesichertes monatliches Einkommen bezieht, kann sich Sparplan-Quoten festlegen. Ganz anders der Filmregisseur oder Musikproduzent, der ab und an einen großen Hit landet. Das erfordert einen ganz anderen disziplinierten Zugang zum Kapitalaufbau.

Wer schon früh weiß, dass er im Alter von vierzig Jahren einen halben Straßenzug erben wird, muss dies von vornherein bei seinen Geldanlage-Überlegungen ins Kalkül miteinbeziehen.

Für den Chefarzt, der pro Jahr 480.000 Euro sparen kann, sind 40.000 Euro eine andere Risikogröße, als für den Sanitäter, der jährlich auf 8.000 Euro Sparvolumen kommt.

Wie man es auch wendet und dreht, die Basis und „Abschussrampe“ für Ihre Vermögensrakete, die liegt bei Ihnen und Ihren Gedanken, Gefühlen und ureigensten Fähigkeiten. Wer mit seinem Inneren stimmig und befreit erfolgreich mit Kapital umgehen möchte, der kommt um eine Selbstanalyse nicht herum.

Platz 20: Aktien Venezuela

Die Börse in Caracas ist winzig, nur wenige Aktien sind dort notiert und die Umsätze liegen oft bei nur ein paar tausend Dollar pro Tag. Internationale institutionelle Investoren meiden venezolanische Aktien. Die Inflation im Land galoppiert, der Versorgungsmangel eklatant, die Währung Bolivar ist auf Talfahrt. Anleger, die im Januar 100.000 Euro in den IBC-Index investierten, haben so jetzt nur noch 54.320 Euro. Im Vorjahr hatten sich die Kurse noch mehr als vervierfacht.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 19: Aktien China

Die Wirtschaft in China macht Anlegern seit über einem Jahr Sorgen. Die Börse stürzte entsprechend weiter ab. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandschinas erfasst, brach um 15,6  Prozent ein. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro leicht abwertete blieben Anlegern von 100.000 Euro nur 80.900 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016,  Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: Reuters

Platz 18: Aktien Euro-Zone

Der Jahresauftakt an Europas Börsen war schon ein Horror, dann kam noch das Debakel um den Brexit hinzu. Die Folge: Die Aktien in der Euro-Zone notieren tief im Minus. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Leitindex Euro Stoxx 50 investierte, verfügt angesichts des Minus von 12,3 Prozent jetzt nur noch über 87.670 Euro. Am schlimmsten erwischte es dabei Anleger in Italien – der FTSE MIB 100 Index verlor fast ein Viertel seines Wertes.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Foto: REUTERS

Platz 17: Britisches Pfund

Investoren haben die britische Währung nach dem Brexit-Votum regelrecht heruntergeprügelt. Schon vorher litt es deutlich, am Tag nach der Bekanntgabe des Referendums stürzte es dann zum US-Dollar um bis zu knapp 14 Prozent und zum Euro um mehr als acht  Prozent ab. Zur US-Währung liegt das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren. Zum Euro liegt das Pfund „nur“ auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren. In diesem Jahr wurden aus 100.000 in Pfund angelegten Euro 88.620 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 16: Aktien Deutschland

Auch Aktienanleger in Deutschland hat bislang kein schönes Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres stürzte der Leitindex Dax ab. Danach erholte er sich zwar – machte die Verluste vom Jahresanfang aber nie ganz wett. Der Brexit-Schock setzte dem Dax dann erneut zu. Aus 100.000 im Dax investierten Euro sind innerhalb von sechs Monaten nur noch 90.110 Euro geworden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 15: Aktien Schweiz

Auch die Aktien der Schweiz gingen auf Talfahrt. Der Franken legte dabei zum Euro nur ganz leicht zu. Im vergangenen Jahr hatte er kräftig aufgewertet, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgegeben hatte. Von daher machten Anleger mit Franken in diesem Jahr keine Währungsgewinne. Von 100.000 Euro blieben 91.320 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 14: Aktien Großbritannien

Das Brexit-Votum hat der britische Leitindex rasch verkraftet.  Der Leitindex „Footsie“ war zwar am 24. Juni heftig eingebrochen, holte die kurzfristigen Verluste dann aber wieder auf. Trotzdem sind Experten skeptisch, da wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit droht. Dennoch notiert der Footsie auch auf Halbjahressicht 4,2 Prozent im Plus. Da der Euro jedoch zum Pfund kräftig zulegte, machten Euro-Anleger, die ihre Positionen nicht absicherten, einen Verlust von 8,01 Prozent und hatten bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro so nur noch 91.990 Euro auf dem Konto.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 13: Aktien Japan

Die Abenomics, das Konjunkturprogramm von Japans Präsidenten Shinzo Abe zieht nicht mehr an der Börse.  Ein Grund dafür ist der starke Yen, der japanische Exporte extrem teuer macht. Die Folge: Japans Leitindex Nikkei 225 ist seit Januar um mehr als 18 Prozent eingebrochen. Ein schwacher Trost für Euro-Anleger: Sie verloren nur 6,23 Prozent und hatten so Ende des ersten Halbjahres von 100.000 in den Nikkei 225 investierten Euro immerhin noch 93.740 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 12: US-Dollar

Der Brexit hat auch dem Euro im Vergleich zum Dollar zugesetzt. Trotzdem hat der Dollar seit Jahresanfang zum Euro leicht verloren. Aus 100.000 in Dollar angelegten Euro wurden so bislang 98.120 Euro. Das schmälert alle Erträge die Anleger mit in Dollar denominierten Anlagen machten. Viele Experten glauben aber, dass die Unsicherheiten über die Zukunft der  Europäischen Union den Dollar zumindest wieder etwas steigen lassen werden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 11: Aktien USA

Zu Jahresbeginn ging es auch für die großen US-Aktienindizes kräftig nach unten, später erholten sich die Börsen jedoch ­ ­- anders als in Europa wieder deutlich – und steuerten sogar auf neue Jahreshochs zu. Der Brexit verhagelte auch US-Anlegern die Stimmung. Dennoch liegt Leitindex Dow Jones auf Halbjahressicht 2,9 Prozent im Plus. Für Euro-Anleger ist der Gewinn etwas geringer,  aus  100.000 investierten  Euro wurden für sie aber immerhin 100.720 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 10: Aktien Schwellenländer

Die Aktien der Schwellenländer haben sich insgesamt von ihrem Absturz des vergangenen Jahres erholt als der MSCI Index für Emerging Markets noch um 16 Prozent abgestürzt war. Im ersten Halbjahr 2016 legte der auf Dollar lautende Index gut fünf Prozent zu. In Euro gerechnet blieb ein Plus von 3,07 Prozent – aus 100.000 Euro machten Anleger 103.070 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 9: US-Staatsanleihen

Die Unsicherheit der Investoren hat US-Staatsanleihen Zulauf beschwert Dazu kommt, dass Investoren inzwischen nicht mehr daran glauben, dass die US-Notenbank Fed ihren im Dezember vergangenen Jahres ganz vorsichtig eingeleiteten Zyklus der Leitzinserhöhungen fortsetzt. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in US-Staatsanleihen gesteckt hat, hat jetzt 103.320 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 8: Euro-Unternehmensanleihen

Seit Juni kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Euro-Anleihen von Unternehmen abseits der Bankbranche mit guter Bonität. Die Käufe beziehungsweise schon vorher die Erwartung der EZB als neuen großen Investor trieben die Kurse. Gemessen am Index der Bank of America Merrill Lynch verdienten Anleger mit den Firmenbonds 5.350 Euro, wenn sie im Januar 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 7: Deutsche Staatsanleihen

Bundesanleihen sorgten im ersten Halbjahr für viel Aufsehen. Die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank, die Niedrigzinsen und die Unsicherheit der Anleger über die wirtschaftliche Entwicklung bescherten den deutschen Staatsanleihen regen Zulauf. Selbst die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe rentiert im Minus, am Tag nach dem Brexit-Entscheid fiel sie auf bis zu minus 0,17 Prozent. Für Anleger, die gleich zu Jahresbeginn 100.000 Euro in deutsche Staatsanleihen investierten machten damit Gewinn aus den minimalen Zinsen und den deutlichen Kurssteigerungen von 6.800 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 6: Anleihen Schwellenländer

Die Anleihen der Schwellenländer haben sich kräftig erholt. Das liegt auch daran, dass die US-Zinswende stockt und die Renditen der US-Staatsanleihen so deutlich gefallen sind. Außerdem haben sich die Fundamentaldaten in vielen Emerging Markets verbessert. Euro-Anleger machten mit auf Dollar lautenden Staatsanleihen gemessen am Index von JP Morgan einen Gewinn von 10.160 Euro, wenn sie am Jahresanfang 100.000 Euro investierten.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: AP

Platz 5: Gold

Gold glänzte nach einer fünfjährigen Talfahrt wieder. Zum einen sorgte die Unsicherheit der Anleger mit Blick auf die Weltwirtschaft für die Flucht in die Krisenwährung Gold. Zum anderen machen die Negativrenditen vieler Staatsanleihen in der Euro-Zone und in Japan Gold als Anlage erneut attraktiver. Allein im Juni stieg der Goldpreis um 8,5 Prozent. So stark ist er in einem Juni zuletzt im Jahr 1980 gestiegen. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in Gold investierte hat jetzt 122.860 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 4: Öl

Der Ölpreis fiel zwar bis Ende Januar auf ein Zwölfjahrestief von rund 27 Dollar, setzte dann aber zu einer Rally an und kostet aktuell rund 50 Dollar. „Das liegt vor allem, dass die USA deutlich weniger Öl produzieren“, erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. In Euro gerechnet wurden aus 100.000 am Ölmarkt investierten Euro auf 130.450 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: Reuters

Platz 3: Sojabohnen

Auftrieb gab es auch bei vielen Agrarrohstoffen, die ebenfalls ihre jahrelange Talfahrt stoppten. Hauptgründe dafür waren Dürren und extreme Wetterlagen, die teils die Ernte bedrohen. Allen voran stieg der in Dollar notierte Preis für Sojabohnen um fast 35 Prozent. Aus 100.000 in den Agrarrohstoff investierten Euro wurden so im ersten Halbjahr 131.800 Euro.

 

Schlussstand 30.06.2016 Angaben ohne Transaktionskosten 

Foto: dpa

Platz 2: Aktien Peru

Die Börse in Peru ist als Überraschungsaufsteiger weit nach vorne gerückt, nachdem die Kurse zuvor fast vier Jahre stetig gefallen waren. Aus 100.000 an der Börse in Lima investierten Euro wurden in diesem Jahr bislang 142.990   Euro. Die US-Bank Goldman Sachs sieht Peru „makrookönomisch in optimaler Verfassung“ mit zunehmenden Wirtschaftswachstum und sinkender Inflation. Allerdings sind die Umsätze an der Börse gering, und dort sind nur wenige Werte notiert.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Foto: dpa

Platz 1: Aktien Brasilien

Der brasilianische Bovespa-Index legte in den ersten sechs Monaten des Jahres  zweistellig zu, nachdem er im Januar noch auf ein Siebenjahrestief gefallen war. Da auch der zuvor unter die Räder gekommene Real deutlich aufwertete machten Anleger die 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investiert haben, daraus im ersten Halbjahr 143.420 Euro. Besser schnitt keine andere Anlage ab. Dabei setzen Anleger nach der Ablösung von Präsidentin Dilma Rousseff auf ein Ende des politischen Stillstands und auf Reformen. Aber: Brasilien steckt nach wie vor in der Rezession, als wirtschaftlich gerechtfertigt, gilt der Börsenaufschwung in dieser Form nicht.

 

Schlussstand 30.06.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

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500-Euro-Scheine

Foto: dpa

Wie beim Arzttermin bei Verdacht auf eine bedrohliche Krankheit, geht das nur mit schonungsloser Wahrheitsliebe. Wenn Sie das alleine nicht schaffen, holen Sie sich Hilfe und suchen das vertrauensvolles Gespräch.

Wahrscheinlich wird es nicht Ihr Banker sein. Eher der Sandkastenfreund, der Pastor, ein Psychoanalytiker oder ein erfahrener unabhängiger Investor, der das Maß der Dinge schon geschaut hat. Nicht von ungefähr sind an der Börse viele Achtzig- und Neunzigjährige trotz ihres Alters überaus erfolgreich unterwegs. Das hat genau damit zu tun.

Diese Regeln sollten Sie bei Ihrer Geldanlage beachten
Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.
Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.
Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.
Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.
Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.
Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind
Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.
Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.
Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.
Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.
Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.
Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.
Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.
Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.
Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

Hier sind einige exemplarische Punkte, die Sie in jedem Fall abklopfen sollten:

Sind Sie eher ein Spekulant oder ein Investor?

Der Spekulant sucht nach Bestätigung seiner Annahmen, denn er versucht vorauszuahnen, wie die Märkte reagieren werden. Ihm ist egal, in was er sein Geld steckt, solange seine Prognose zutrifft. Oft wissen Spekulanten gar nicht, was hinter den Investments in Realität steckt. Sie „reiten“ auf den Spekulationswellen mit. Daraus ziehen sie ihre Befriedigung und versuchen mit der Welle Geld zu machen.

Der Investor hingegen beschäftigt sich mit Fakten, nämlich der Beurteilung von Unternehmen und anderen Assets. Er bemüht sich um eine objektive Wertermittlung. Wie die anderen Marktteilnehmer dazu stehen, interessiert den hartgesottenen Investor nicht. Er vertieft sich in seine Fachkenntnis und hat von daher das Durchhaltevermögen auch mit seiner Meinung für eine Weile „alleine da zu stehen“. Typischerweise liegt er oft für lange Zeit „falsch“ im Markt.

Elsässers Auslese

Die ultimative Freiheit für Ihr Vermögen

Für die meisten Sparer ist die Börse ein Buch mit sieben Siegeln. Aktien und gefährliche Spekulationen werden in einem Atemzug genannt. Dabei gibt es einen erstaunlichen Katalog an Punkten, der für die Aktie spricht.

von Markus Elsässer

Wer von seiner Veranlagung her dazu neigt, Sachverhalte von vielen Seiten zu beleuchten, Talent hat, „pro und contra“ abzuwägen, der wird wahrscheinlich eher ein kurzfristig orientierter Geldanleger. Ihn wird es immer wieder dazu drängen, einen Gewinn abzusichern und woanders neu zu investieren. Er sieht zu klar, was alles theoretisch passieren könnte.

Für solch einen Anlegertyp nützt es gar nichts, berühmte Langfrist-Investoren wie zum Beispiel Warren Buffett „nachzuäffen“. Wer richtig langfristig investiert, der braucht ein echt dickes Fell, der sitzt lange Perioden von schlechten Börsenkursen aus. Dazu bedarf es guter Nerven, die nun mal nicht jeder hat. Eine Mono-Fokussierung der Gedankenführung, in einem adaptieren „Werte-Ordnungskasten“ ist von großem Vorteil für solche Menschen. Sie stellen grundsätzlich nicht so viel im Leben in Frage.

Absolute Geldbeträge oder Prozente?

Bei den Geldanlegern gibt es grundsätzlich zwei Typen: die einen können nur in absoluten Geldbeträgen denken, die anderen denken in Prozent. Wer in absoluten Geldgrößen denkt, der kommt oft erst gar nicht in die Gänge, da es ihm ja um viel zu wenig geht. Wieso sparen und investieren, wenn ich eh nur 500 Euro dabei an Zinsen oder Dividenden verdienen kann? Das lohnt doch nicht, so heißt es bei diesen Anlegertypen.

Entsprechend juckt es in den Fingern, wenn plötzlich ein Gewinn von 70.000 Euro auf dem Tisch liegt. Dafür kann ich mir ja endlich den Sportwagen leisten. Entsprechend steigt die Nervosität, wenn der Gewinn rauf und runter schwankt. Auf einmal macht sich ein starkes Risikobewusstsein bemerkbar, ausgehend von dem Konsumgegenwert des potenziellen Gewinns.

Der „Prozentdenker“ bleibt völlig unberührt von absoluten Euro-Beträgen, und was man sich dafür kaufen kann. Zwei Prozent Verzinsung im Jahr auf das Kapital ist für ihn kein gutes Resultat, mit dem er sich zufrieden gibt. Ganz gleich, ob er 100 Euro investiert hat und ihm zwei Euro gutgeschrieben werden oder ob er 20.000 Euro erwirtschaftet bei einem Einsatz von einer Millionen Euro. Er hat die zwei Prozent im Auge. Um die geht es ihm

Aus meiner Lebenserfahrung als Value-Investor mag ich Bankschulden nicht. Dennoch muss man akzeptieren, dass es Investoren und Spekulanten gibt, die gut mit einem gewissen Verschuldungsgrad zu Recht kommen und erfolgreich wirtschaften. Solche Profis machen sich die immer währende Inflation zu Nutze.

Diese wenigen Aspekte mögen genügen, um Sie zum Nachdenken anzuregen. Wie auch immer, im Fazit heißt es: Stellen Sie sich fest in den Mittelpunkt Ihres Universums, bevor Sie sich dem System anvertrauen. Viel Erfolg, Sie schaffen das.

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