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Deutsche TelekomWas der Telekom zu schaffen macht

Einige Geschäfte in Zukunftsmärkten kommen nicht so in Schwung, wie sich Telekom-Chef Tim Höttges das vorgestellt hat. Sorgenkinder sind etwa die Großkundensparte und das TV-Produkt Entertain.Jürgen Berke 02.03.2017 - 13:55 Uhr

Anfang 1995 und 18. November 1996

Anfang 1995 wird die Deutsche Bundespost Telekom in eine AG umgewandelt. Ron Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, ist selbstverständlich persönlich dabei, als am 18. November 1996 die DT1-Aktie erstmals an der Börse notiert. 1,9 Millionen Privatanleger erwerben die Aktie zum Erstausgabepreis von 28,50 DM (14,57 Euro). 650.000 von ihnen investieren zum ersten Mal in Aktien. In die Kasse der junge AG spült der Börsengang insgesamt zehn Milliarden Euro. Für Erstzeichner sollte sich die Kursentwicklung der T-Aktie als nervenaufreibendes Nullsummenspiel erweisen. Nur dank der Dividenden steht unter dem Strich letztlich ein mageres Plus.

Foto: dpa

28. Juni 1999

Bei der zweiten Tranche der T-Aktie mussten Anleger schon einen Ausgabepreis von 39,50 Euro berappten. Die sogenannte DT2-Aktie wird mit einem Gesamterlös von 10,8 Milliarden Euro erstnotiert. Die Platzierung richtet sich an Privatanleger aus allen damaligen Euro-Ländern.1,7 Millionen Menschen erwerben die Aktie, davon mehr als 600.000 aus den Euro-Teilnehmerstaaten.

Foto: dpa

06. März 2000

Die T-Aktie erreicht einen Höchstwert von 103,50 Euro.

Foto: WirtschaftsWoche

17. April 2000

Die Telekom bringt die Tochterfirma T-Online an die Börse. Der Ausgabepreis beträgt 27 Euro.

Foto: dpa/dpaweb

19. Juni 2000

T-Aktie zum Dritten: Weil die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihren Telekom-Beteiligung von etwa 22 auf 15 Prozent verringert, haben Anleger erneut die Chance, frische T-Aktien zu erwerben. Dafür sind sie bereit, sage und schreibe 66,50 Euro zu zahlen. Der Gesamterlös aus der Erstnotiz der DT3-Aktie summiert sich damit auf 13 Milliarden Euro. Die Bevorzugung von Privatanlegern wird beim dritten Börsengang auch auf die USA, Kanada und Japan ausgeweitet.

Foto: dpa

31. Juli 2000

Die UMTS-Mobilfunkauktion beginnt. Die Telekom ersteigert drei Wochen später eine von sechs Lizenzen und muss dafür mehr als 8,5 Milliarden Euro bezahlen.

Foto: dpa

21. Februar 2001

Die Telekom korrigiert ihr Immobilienvermögen um zwei Milliarden Euro nach unten. Die Wertberichtigung löst eine Welle von Protesten und Klagen gegen den Vorstand aus. Anwälte vermuten, dass dieser Umstand dem Konzern bereits vorher bekannt gewesen sein muss. Vor allem Anleger des dritten Börsengangs fühlen sich getäuscht. Im selben Jahren erwirbt die Telekom die amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für circa. 39 Milliarden Euro (inklusive übernommener Schulden). Ein Preis, der die Schuldenlast der Telekom erheblich vergrößert. Anleger reagieren empört.

Foto: dpa

10. September 2001

Die Aktien der Telekom befinden sich im freien Fall. Am 10. September 2001 unterschreiten sie den Kurs des ersten Handelstags. Nichts, so scheint es, kann den Abwärtstrend stoppen. Am 26. Juni 2002 stürzt die T-Aktie auf ein langjähriges Tief von 8,14 Euro. Für Telekom-Chef Sommer wird die Luft immer dünner.

Foto: dpa

16. Juli 2002

Nachdem er im Aufsichtsrat keinen Rückhalt mehr hat, tritt Vorstandschef Ron Sommer (im Bild) zurück. Ex-Henkel-Chef Helmut Sihler führt kommissarisch die Geschäfte. Zwölf Jahre nach dem Abschied von der Telekom, im Jahr 2014, scheint Ron Sommer mit sich selbst wieder im Reinen. Geholfen hat seine Ehefrau – nicht zuletzt mit einem Crash-Kurs in „normalem Leben“.

Foto: dpa

30. September 2002

Die T-Aktie rutscht auf einen Tiefstand von 8,42 Euro.

Foto: WirtschaftsWoche

14. November 2002

Der Aufsichtsrat ernennt Mobilfunkchef Kai-Uwe Ricke zum neuen Telekom-Chef. Der Konzern wird umgebaut und auf einen harten Sparkurs geschickt. Insgesamt 50.000 Stellen sollen abgebaut werden, später wird von weiteren 32.000 Streichungen die Rede sein. Parallel laufen immer wieder Ermittlungen wegen Kapitalanlagebetrugs und Falschbilanzierung gegen die Telekom. An der Börse tut sich hingegen kaum etwas. Die T-Aktie berappelt sich zwar leicht, aber selbst die 20-Euro-Marke scheint unerreichbar. Den Rekordverlust, den die Deutsche Telekom im Geschäftsjahr 2002 verzeichnet, kann Ricke nicht mehr verhindern. Auf unfassbare 24,6 Milliarden Euro häuft sich das Minus an.

Foto: dpa/dpaweb

09. Oktober 2004

T-Online soll von der Börse geholt und in den Mutterkonzern reintegriert werden. Wegen Rechtsstreitigkeiten mit Aktionären um den Preis wird der Weg dafür erst im Juni 2006 frei.

Foto: dpa

02. November 2005

Die Telekom kündigt den Abbau von 32.000 Stellen innerhalb von drei Jahren an. Hunderte Beschäftigte gehen auf die Straße.

Foto: dpa-dpaweb

12. November 2006

Kai-Uwe Ricke tritt zurück. Der Telekom-Chef gibt damit dem Drängen des Bundesfinanzministeriums und der Blackstone-Gruppe nach, die ein halbes Jahr zuvor für 2,7 Milliarden Euro einen Anteil von 4,5 Prozent an der Telekom erworben hatte. Die Aktie macht einen Kurssprung. Nachfolger wird am Tag darauf T-Mobile-Chef René Obermann (im Bild). Doch dem deutschen Branchenprimus laufen die Kunden scharenweise davon. Sein Gegenmittel klingt simpel: Preise runter, Service rauf. Um dieses Ziel zu erreichen, will Obermann den Konzern radikal umbauen. An der Börse kommen die Pläne gut an, der Obermann-Effekt treibt den Aktiekurs nach oben. Bei 15 Euro geht ihm allerdings die Puste aus.

Foto: dapd

Frühjahr 2007

Dass Obermanns Sparpläne früher oder später auch die Mitarbeiter treffen würden, war nur eine Frage der Zeit. Im Frühjahr 2007 platzt die Bombe: Obermann will 50.000 Service-Mitarbeiter der kriselnden Festnetzsparte in neue Einheiten ausgliedern, wo sie länger arbeiten und weniger verdienen sollen. Es kommt zum ersten Arbeitskampf in der Geschichte der Deutschen Telekom mit Streiks in ganz Deutschland. Obermann setzt sich schließlich durch, die Auslagerung der 50.000 Stellen ist beschlossen. Der Aktienkurs hingegen bleibt noch verhältnismäßig ruhig.

Foto: dpa

2008

2008 beginnt für die Telekom denkbar schlecht. Gleich zu Beginn des Jahres rauscht die T-Aktie nach unten. Es scheint fast so, als hätten die Aktionäre etwas geahnt: Im Oktober wird öffentlich, dass Daten von mehr als 17 Millionen Kunden von T-Mobile gestohlen wurden. Ans Licht kommt, dass die Telekom illegal Verbindungsdaten ausgespäht hat – und zwar Daten von Journalisten und den eigenen Kollegen. Damit sollten diejenigen überführt werden, die die Kundendaten aus dem Konzern geschleust haben. Im Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft stehen vor allem Ex-Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke und dessen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Später wird sich herausstellen, dass der Kreis derer, die von der Telekom bespitzelt wurden, noch weitaus größer war.

Foto: dpa

April 2008

Im April 2008 geht der millionenschwere Prozess enttäuschter Kleinaktionäre gegen die Telekom in die vorentscheidende Runde. Sieben Jahre nach den ersten Klagen wird immer noch um die Frage gestritten, ob der Verkaufsprospekt zum dritten Börsengang des ehemaligen Staatskonzerns alle relevanten Fakten enthielt oder nicht. Rechtsanwälte bringen Kisten von Unterlagen in den improvisierten Gerichtssaal in Frankfurt, mehr als 16.000 Kläger fordern Schadenersatz für die erlittenen Kursverluste.

Foto: dpa

21. April 2009

Am 21. April 2009 geht für Millionen Handynutzer nichts mehr: Ein Software-Fehler legt das T-Mobile-Netz lahm, die Handys bleiben stundenlang stumm. Es ist der bislang größte Ausfall eines Handy-Netzes in Deutschland. Am frühen Abend gelingt es der Telekom zwar, das Netz schrittweise wieder hochzufahren. Doch ist der Schaden bereits angerichtet: Die Telekom-Aktie legt eine Bruchlandung hin, eine Gewinnwarnung verstärkt den Verfallsprozess zusätzlich. All das wirft kein gutes Licht auf die Telekom, das Vertrauen der Kunden ist dahin – auch das der Anleger. Im Juni 2009 fallen die Telekom-Papiere tiefer als jemals zuvor: 7,80 Euro sind die Titel bloß noch wert.

Foto: dpa

Zweites Halbjahr 2009

Im zweiten Halbjahr 2009 spürt die T-Aktie leichten Aufwind - dies allerdings in einem allgemein freundlicheren Börsenumfeld. Im zweiten Quartal hat die Telekom Umsatz und Gewinn gesteigert, Obermanns Sparpläne fruchten. Die Aktie steigt zum Jahresende wieder über zehn Euro. Doch noch hat die Telekom einige Hürden vor sich: Die Aufarbeitung der Spitzelaffäre muss vorangehen, ebenso wie der strukturelle Umbau des Konzerns.

Foto: dpa

1. April 2010

Auflösung der T-Mobile Deutschland GmbH und der Konzernschwester T-Home. Es entsteht die Telekom Deutschland GmbH.

Foto: dpa

September 2011

Das Börsenbeben Anfang September 2011 trifft auch die Papiere der Deutschen Telekom hart. Allein am fünften September geht es knapp fünf Prozent runter. Die Telekom-Aktie baut ihre Verluste daraufhin etwas aus, sie liegt 4,6 Prozent im Minus. Im September geht es auf weniger als acht Euro runter. Im Sommer lag das Papier noch bei mehr als zehn Euro.

Foto: dpa

Dezember 2011

Im Dezember 2011 scheitert die Übernahme der Telekom-Tochter T-Mobile USA durch AT&T, nachdem Justizministerium und die Telekommunikationsaufsicht FCC Bedenken angemeldet hatte. „Das ist ein harter
Rückschlag für Telekom-Chef Obermann, aber so richtig überrascht hat der gescheiterte Deal nicht mehr“, sagte damals ein Händler. Die Aktie verliert rund ein Prozent auf 8,80 Euro. Anleger hoffen auf Schadensbegrenzung. Immerhin kann das Unternehmen nun mit einer milliardenschweren Entschädigung rechnen. Die Amerikaner hatten diese für den Fall eines Scheiterns der Übernahme versprochen.

Foto: dpa

17. April 2012

Neue Niederlage für die Telekom: Sky hat das Endspiel um die Bundesliga-Rechte für sich entschieden. Nicht einmal mehr im Internet darf die Telekom Fußballspiele übertragen. Konkurrent Sky hat von der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zuschlag für alle Live-Rechte im Pay-TV erhalten – online, per Kabel und per Satellit.

Foto: dpa

24. Mai 2012

Die Deutsche Telekom lädt zur Hauptversammlung nach Köln. Konzernchef René Obermann steht den Aktionären Rede und Antwort stehen, nachdem die Telekom mit einem Gewinnrückgang ins Geschäftsjahr 2012 gestartet ist. Bereits im Gesamtjahr 2011 war der Gewinn massiv um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro eingebrochen. Ursache waren vor allem Probleme in den USA und Südosteuropa. Bei der Hauptversammlung 2011 war den Anteilseignern eine Dividende von 0,70 Euro präsentiert worden. Das waren acht Cent weniger als im Vorjahr. Auch die Gerichtsentscheidung zum umstrittenen dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 liegt den Kleinanlegern noch schwer im Magen.

Foto: dapd

05. Juni 2012

Die T-Aktie rutscht auf einen neuen Tiefstand von 7,71 Euro.

Foto: WirtschaftsWoche

07. Oktober 2012

Die Deutsche Telekom wird durch die Fusion ihres US-Geschäfts mit dem Konkurrenten Metro PCS tief in die Verlustzone stürzen. Das Geschäftsjahr 2012 wird der Bonner Konzern nach Berechnungen des Handelsblatts vom 7. Oktober 2012 mit einem Verlust von mindestens 4,4 Milliarden Euro abschließen. Im ungünstigen Fall sind es sogar minus 5,5 Milliarden Euro Nettoergebnis. Grund sind milliardenschwere Abschreibungen auf T-Mobile USA. Der Konzern selbst beziffert die notwendigen Wertberichtigungen auf sieben bis acht Milliarden Euro. Der von Analysten bislang erwartete Jahresüberschuss von 2,6 Milliarden Euro wird damit aufgezehrt.

Foto: dpa

Dezember 2012

Die Telekom-Aktionäre müssen sich in den kommenden zwei Jahren in Verzicht üben: Ihnen stellte Noch-Chef Obermann im Dezember für die Jahre 2013 und 2014 lediglich eine Dividende von 50 Cent je Aktie in Aussicht. Für das Jahr 2012 sollen die Aktionäre noch eine stabile Sonderausschüttung von 70 Cent erhalten. Die zusätzlichen Millionen will die Telekom in den nächsten Jahren in ihre Problemmärkte Deutschland und USA stecken. Allein sechs Milliarden Euro sollen in den Breitband-Ausbau in Deutschland fließen, mit vier Milliarden Euro will die Telekom ihr Mobilfunknetzwerk in den USA modernisieren.

Foto: REUTERS

April 2013

Im April 2013 kündigt die Telekom an, die Geschwindigkeit von Internetflatrates zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge erreicht wurde. Ein Aufschrei geht durch die Netzwelt, Politiker und Verbraucherschützer nehmen sich der Sache an. Die Telekom dagegen erklärt, die meisten Kunden würden die „Volumenbegrenzung“ gar nicht erst bemerken. Den Positivtrend der Aktie stört dies nur kurz. Im Windschatten der Dax-Rekordjagd geht es wieder in Richtung Zehn-Euro-Marke.

Foto: dpa

2013

Nach Jahren der Schrumpfung kehrt die Telekom 2013 auf den Wachstumspfad zurück. Der Umsatz legt um 3,4 Prozent auf mehr als 60 Milliarden Euro zu. Auch deshalb, weil das US-Geschäft besser lief als erwartet. Neue Tarife und eine aggressive Marketingstrategie bewegten die Leute zum Wechsel zur Telekom.

Foto: dpa

01. Januar 2014

René Obermann gibt den Vorstandsvorsitz an Timotheus Höttges (im Bild) ab, den bisherigen Finanzvorstand der Deutschen Telekom AG. Der 51-Jährige verfolgt klare Ziele: „Ich möchte so viel wie möglich in Netze investieren.“ Auch bei Innovationen sieht Höttges große Defizite. Der Aktienkurs scheint ihm Recht zu geben: Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich der Wert der Aktie fast verdoppelt. „Bislang hat der Konzern 18-mal ausgeschüttet, nur in der Krise 2003/04 sind die Anteilseigner gänzlich leer ausgegangen. Unter dem Strich summieren sich die zuletzt stets im Mai überwiesenen Gewinnbeteiligungen auf 11,19 Euro. Bezogen auf den Emissionskurs von vor 20 Jahren sind das immerhin 77 Prozent oder jährlich 2,8 Prozent. Davon wird man nicht reich, aber es ist eben auch kein totaler Reinfall“, sagt Christian W. Röhl, Gründer der unabhängigen Research-Plattform Dividendenadel.

Foto: dpa

Timotheus Höttges ist ein Telekom-Chef, der allergrößten Wert darauf legt, dass die Finanzziele eingehalten werden. Auch bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag lautet die Botschaft, dass die Deutsche Telekom auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurückblickt. "Wir hatten ein Superjahr", jubelt Höttges. "Nennen Sie mir einen Konkurrenten, der bessere Zahlen vorlegen kann".

Tatsächlich stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro, der operative Gewinn um 7,6 Prozent auf 21,4  Milliarden Euro und der Free Cash Flow sogar um 8,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. So weit, so gut - könnte man meinen. Aber ist jenseits von T-Mobile US, die derzeit alle Pläne übertrumpft, wirklich alles in Butter beim Magenta-Riesen?

Schaut man sich die auf dem Kapitalmarkttag 2015 ausgerufene Mittelfristplanung an, werfen einige Marktsegmente durchaus Schatten auf die Bilanz. Denn an manchen Stellen fällt die Halbzeit-Bilanz des damals bis 2018 vorgelegten Vier-Jahres-Planes gar nicht gut aus.

Das Zehn-Punkte-Programm der Telekom zur Cyber-Sicherheit
Die Erkenntnisse, die Edward Snowden zur Verfügung gestellt hat, müssen vollständig offengelegt und zugänglich gemacht werden. Nur so können mögliche Schwachstellen im Netz identifiziert und unverzüglich geschlossen werden.
Innerhalb der EU sollten die Mitgliedsländer auf gegenseitiges Ausspionieren des Telekommunikations- und Internetverkehrs verzichten. Auch mit den USA sollte weiterhin ein Abkommen über einen Spionage-Verzicht angestrebt werden.
Sicherheitsbehörden sollten transparent machen, welche Informationen sie über Telekommunikations- und Internetnutzer abfragen. Dazu gehören Anzahl und Art der erfolgten Anfragen und Auskünfte sowie der überwachten Anschlüsse.
Unternehmen müssen Transparenz über Sicherheitsstandards und erfolgte Angriffe schaffen. Nur durch gegenseitige Ergänzung wird ein möglichst umfassender Schutz vor Cyberangriffen erreicht. Die Telekom hat ihre technischen Sicherheitsstandards unter www.telekom.com/sicherheit veröffentlicht und macht Cyberangriffe unter www.sicherheitstacho.eu transparent.
Forschung und Bildung zu Cybersicherheitsthemen müssen verstärkt werden. Die Telekom richtet einen Lehrstuhl für Datenschutz und Datensicherheit an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig ein. Mit der Plattform Teachtoday.de stellt die Telekom zudem Unterrichtsmaterialien für Schulen zum Themenkomplex Sicherheit und Datenschutz bereit.
Analytik und Forensik zur Netzsicherheit müssen verstärkt werden. Dafür sollten die Cyber Emergency Response Teams (CERT) in den Unternehmen ausgebaut und enger verzahnt werden. Neben der Verstärkung ihres Teams fördert die Telekom die Ausbildung von Spezialisten: Gemeinsam mit der IHK Köln wurde 2014 ein neues Qualifikationsprogramm „Cyber Security Professional“ geschaffen. Die Telekom wird in den nächsten Jahren mehrere hundert Mitarbeiter zu IT-Sicherheitsexperten weiterqualifizieren.
Perspektivisch sollten die Inhalte auf dem Übertragungsweg Ende zu Ende verschlüsselt werden. Hier sind Hersteller, Netzbetreiber und Diensteanbieter gleichermaßen gefordert, einfache Lösungen für Kunden zu entwickeln. Die Telekom setzt sich bei den Standardisierungsgremien für einheitliche Verschlüsselungstechniken ein.
Netzbetreiber dürfen sich nicht von einzelnen Herstellern kritischer Infrastrukturkomponenten abhängig machen. Die Telekom führt für diese Elemente eine so genannte georedundante Dual-Vendor-Strategie ein. Bei kritischen Komponenten setzt die Telekom Produkte von mindestens zwei Herstellern aus unterschiedlichen geographischen Regionen ein.
Hersteller von Hard- und Software müssen genauso wie Netz- und Diensteanbieter bekannte Schwachstellen unverzüglich beseitigen. Die Telekom wird ihre Zulieferer dazu verpflichten. Bei besonders kritischen Komponenten sollte die Sicherheit der Produkte durch eine unabhängige Prüfstelle nachgewiesen werden. Das IT-Sicherheitsgesetz sowie die entsprechende Richtlinie der EU sollten das aufgreifen.
Daten dürfen beim Transport durch das Internet keine Umwege durch andere Rechtsräume nehmen. Im Telekom-Netz ist das Internet der kurzen Wege bereits realisiert. Diesen Ansatz will die Telekom mit einer Selbstverpflichtung aller Internetprovider weiter vorantreiben. Damit würde ein unberechtigter Zugriff auf die in Europa transportierten Daten von außerhalb deutlich erschwert.

Ein Beispiel ist die Großkundensparte T-Systems. Die für die Geschäfte mit externen Großkunden verantwortliche "Market Unit" sollte jedes Jahr bis einschließlich 2018 um durchschnittlich drei Prozent beim Umsatz zulegen. Rein rechnerisch müsste sie dann 7,8 Milliarden Euro einspielen.

Doch von diesem Ziel ist das Großkundengeschäft weiter entfernt denn je. Im vergangenen Jahr sackte der Umsatz sogar um knapp drei Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro ab. Der Grund: Vor allem das Neukundengeschäft in Zukunftsmärkten wie dem Cloud-Computing und dem Internet der Dinge kam im zweiten Halbjahr nach verspäteten Produkteinführungen nicht so in Schwung, wie sich T-Systems-Chef Reinhard Clemens das vorgestellt hat.

Deutsche Telekom

Milliardenabschreibung sorgt für Gewinneinbruch

Viel Licht, aber auch Schatten liefert die Telekom zudem auf dem Heimatmarkt Deutschland ab. Deutschland-Chef Niek Jan van Damme meldet weiterhin Wachstum bei Mobilfunk- und Breitband-Verträgen. Aber selbst dort gibt es ein Sorgenkind: Das TV-Produkt Entertain, einst einer der größten Hoffnungsträger, hebt auch nach dem Wechsel des Technologiepartners nicht so ab, wie es sollte. Die TV-Kundenbasis sollte deutlich zweistellig auf 4,1 Millionen Kunden bis 2018 anwachsen. Dieses Ziel gab Höttges Anfang 2015 aus.

Doch trotz aller Marketingprogramme und Rabattaktionen sind es bis dato erst knapp 2,9 Millionen. Gerade mal 200.000 kamen 2016 hinzu. Geht es in diesem mäßigen Tempo weiter, würde die Telekom 2018 bei 3,3 Millionen Kunden landen - zu wenig für eine Telekom, die mal mit der Hoffnung ins Fernsehgeschäft einstieg, den Verlust von Internet-Kunden an die TV-Kabelnetzbetreiber mit einem ähnlich hohen Zugewinn von TV-Kunden halbwegs auszugleichen.

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