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Anschlag in LondonWas wir wissen - und was nicht

Mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte: Der Anschlag in London erschüttert Europa. Am Tag danach sind noch zahlreiche Fragen offen. Ein Überblick über gesicherte Informationen und Vermutungen. 23.03.2017 - 09:44 Uhr aktualisiert

Die Polizei sperrte am Mittwoch die Straßen um den Tatort.

Foto: AP

Dieser Artikel gibt die Lage bis zum Donnerstagmittag wieder. Einen aktuellen Überblick über die Ereignisse finden Sie hier.

Der 22. März 2017 wurde für London binnen Sekunden zum Albtraum. Um 14.40 Uhr Ortszeit wurde Realität, was die Bürger der britischen Hauptstadt schon lange gefürchtet hatten. Zwei Attacken im Herzen des Londoner Regierungsviertels kosteten vier Menschen das Leben, darunter der mutmaßlichen Attentäter. Rund 40 Menschen wurden verletzt. Das war ein "kranker und verkommener Anschlag", erklärte die britische Premierministerin Theresa May noch am Abend.

Königin Elizabeth II.

Die britische Königin Elizabeth II. hat den Opfern des Terroranschlags von London ihr Mitgefühl ausgesprochen. „Meine Gedanken, Gebete und mein tiefstes Mitgefühl sind bei all denen, die von der gestrigen furchtbaren Gewalt betroffen sind“, erklärte die 90-jährige Monarchin in einer am Donnerstag vom britischen Königshaus verbreiteten Mitteilung. „Ich weiß, ich spreche im Namen aller, wenn ich meinen tiefen Dank und meine Bewunderung für die Mitglieder der Polizei ausdrücke und für all diejenigen, die so selbstlos daran arbeiten, andere zu schützen“, hieß es weiter.

Foto: dpa

Barack Obama

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama sagte: „Mein Herz ist bei den Opfern und ihren Familien in London. Kein Akt des Terrors kann die Stärke und Widerstandskraft unseres britischen Verbündeten erschüttern“.

Foto: REUTERS

Theresa May

Die britische Premierministerin Theresa May nannte den Anschlag „krank und verkommen“. Die Menschen in Großbritannien würden Terror niemals nachgeben, das Leben werde wie gewohnt weitergehen, sagte May am Abend. „Morgen früh wird das Parlament zusammentreten wie immer.“

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Angela Merkel

Kanzlerin Angela Merkel hat bestürzt auf die mutmaßlichen Terroranschläge reagiert und den Briten Solidarität im Anti-Terror-Kampf zugesagt. „Auch wenn der Hintergrund dieser Taten noch präzise aufzuklären ist, bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens“, erklärte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Foto: AP

Frank-Walter Steinmeier

Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Opfern der mutmaßlichen Terroranschläge von London sein Mitgefühl ausgesprochen. „Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich“, schrieb das deutsche Staatsoberhaupt in einer am Mittwoch in Berlin verbreiteten Erklärung. „In diesen Stunden sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden.“ Er sei in Gedanken bei den Opfern und Verletzten von London „und bei denen, die um einen nahen Menschen trauern oder fürchten. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl.“

Foto: dpa

Sigmar Gabriel

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat den mutmaßlichen Terroranschlag in London als Angriff auf das „Herz der Demokratie“ bezeichnet. „Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass dieses Attentat unter anderem in der Nähe des britischen Parlaments ausgeführt wurde“, sagte er am Mittwoch bei einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Athen. Es sei ein „Anschlag gegen uns alle“. Auch Tsipras versicherte den Briten seine Solidarität.

Foto: AP

Steffen Seibert

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt per Twitter: "Unsere Gedanken sind bei unseren britischen Freunden." Er hoffe, dass alle Verletzten wieder völlig gesund würden.

Foto: dpa

Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat nach der mutmaßlichen Terrorattacke in London mit Premierministerin Theresa May telefoniert und ihr volle Unterstützung zugesagt. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, weiter sagte, lässt sich Trump über die Ereignisse und Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Zuvor hatte auch US-Außenminister Rex Tillerson im Namen der USA kondoliert. Die USA verurteilten diese „schrecklichen Gewaltakte, und ob sie von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt wurden, für die Opfer macht das keinen Unterschied“.

Foto: REUTERS

Rex Tillerson

US-Außenminister Rex Tillerson verurteilt den "schrecklichen Gewaltakt" von London und spricht den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Wie das US-Präsidialamt mittteilt, telefonierte US-Präsident Donald Trump mit der britischen Premierministerin Theresa May. In New York City wurden der Polizei zufolge die Sicherheitsvorkehrungen bei mit Großbritannien verbundenen Einrichtungen verstärkt.

Foto: AP

Sadiq Khan

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan wandte sich nach dem Anschlag mit einer trotzigen Botschaft an die Öffentlichkeit. „Londoner werden sich niemals von Terror einschüchtern lassen“, sagte Khan.

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Boris Johnson

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson twitterte: „Herzzerreißend. Dies ist nicht der erste Angriff auf London, auf unser Parlament - und es wird nicht der letzte sein - aber unsere Werte werden siegen.“

Foto: AP

Paolo Gentiloni

Der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat die mutmaßlichen Terrorattacken in London verurteilt und seine Anteilnahme ausgedrückt. „Italien steht dem britischen Volk und der Regierung bei im Angesicht der Attacke, die das Herz von London und der demokratischen Institutionen getroffen hat“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwochabend. Italien und das Vereinigte Königreich stünden Seite an Seite in ihrer Antwort „auf jede Form von Terrorismus“. Am britischen Parlament sind bei dem Doppelanschlag am Mittwochnachmittag mindestens vier Menschen getötet worden, darunter ein Täter. Am Abend war außerdem von mindestens 20 Verletzten die Rede.

Foto: REUTERS

Francois Hollande

Nach den mutmaßlichen Terrorangriffen am Londoner Parlament hat Frankreich den Briten und Premierministerin Theresa May Solidarität und Unterstützung zugesagt. „Der Terrorismus betrifft uns alle(...)“, sagte Staatspräsident François Hollande am Mittwoch. „Man sieht, dass man sich europäischer Ebene organisieren muss, und sogar darüber hinaus“, fügte er hinzu.

Hollande wies darauf hin, dass Frankreich unter Terrorattacken gelitten habe. Bei der beispiellosen Terrorserie im Land sind seit gut zwei Jahren über 230 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Pariser Außenministeriums waren drei französische Schüler in London verletzt worden.

Foto: REUTERS

Mark Rutte

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte teilte mit: „Furchtbare Bilder von London. Die Stadt wurde genau ins Herz getroffen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Großbritannien.“

Foto: dpa

Justin Trudeau

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau teilte mit: „Wir verurteilen den Angriff in London scharf. Ich war geschockt und traurig davon zu erfahren, dass unschuldige Menschen infolge dieses feigen Anschlags getötet wurden.“

Foto: REUTERS

Und so viel ist gewiss: "Die Folgen dieses Tages werden noch lange nachwirken", schildert WirtschaftsWoche-Korrespondentin Yvonne Esterházy ihre Eindrücke aus London. Die Unsicherheit ist groß - und viele Frage sind noch offen. Die aktuellen Entwicklungen können Sie in diesem Text verfolgen.

Ein Überblick über gesicherte Informationen und Vermutungen:

Was wir sicher wissen

- Der Täter: Scotland Yard geht von einem Einzeltäter aus, der „vom internationalen Terrorismus inspiriert wurde“. Die Polizei meint nach Angaben eines Sprechers zu wissen, wer der Angreifer war, machte aber bislang keine Angaben zur Identität. Für den Anschlag benutzte er ein Auto, bewaffnet war er laut Scotland Yard mit „zwei langen Messern“.

London

Anschlag auf das politische Herz Großbritanniens

von Yvonne Esterházy

- Die Tat: Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Nach Angaben der Polizei raste der Täter mit einem Auto in Passanten auf der Westminster-Brücke. Er sprang aus dem Wagen, nachdem er mit dem grauen Hyundai i40 in den Zaun des Parlamentsgebäudes gekracht war, drang auf das Gelände des Parlaments vor und stach einen unbewaffneten Polizisten nieder. Anschließend wurde er von einem anderen Beamten erschossen.

- Die Opfer: Es gab mindestens vier Tote, darunter ist der Attentäter. Die Todesopfer sind zwei Passanten sowie der niedergestochene Polizist - ein 48-jähriger Beamter, laut Scotland Yard „Ehemann und Vater“. Rund 40 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, einige trugen „katastrophale Verletzungen“ davon. Die Verletzten, darunter auch Schüler, seien „verschiedener Nationalität“. Nach offiziellen Angaben sind mindestens drei französische Schüler unter den Verletzten und zwei rumänische Staatsbürger. Unter den Schwerverletzten sind auch zwei Polizisten.

Pressestimmen zu den Anschlägen von London
„In den vergangenen Monaten ist die Rhetorik der religiösen und ethnischen Spaltung weltweit lauter geworden - angesichts der jüngsten Verluste der IS-Terrormiliz auf dem Schlachtfeld ist das vielleicht paradox. Die Bemerkungen von US-Präsident Trump über Muslime und sein Versuch, einen Einreisestopp gegen sie zu verhängen, haben die Spannungen verschärft. Der diplomatische Streit der Türkei mit Deutschland und den Niederlanden führte dahin, dass der türkische Präsident Erdogan von einem „heiligen Krieg“ in Europa redet. Hass facht Terrorismus an, doch er wird auch in wachsendem Maße zu einer politischen Währung. Diese jüngste Gräueltat darf nicht zur Rechtfertigung weiterer rhetorischer Exzesse dienen.Wie immer besteht die richtige Reaktion auf Terroranschläge darin, zuerst an die Opfer zu denken, die dabei getötet oder verletzt wurden, zu trauern und all jene zu unterstützen, die von dieser sinnlosen Gewalt getroffen wurden. Doch mehr noch als das müssen wir als Gesellschaft mit dem normalen Leben weitermachen, einander Stärke geben und vereint gegen Extremismus in allen seinen Formen vorgehen.“
„Was wird Großbritannien aus diesem traumatischen Ereignis machen? Die Betroffenheit und die Solidarität sind groß, doch ebenso groß ist die Entschlossenheit, das Leben im gewohnten Rahmen fortzusetzen. Die britische Gesellschaft wird sich durch solche Gewaltakte nicht verunsichern lassen. Dafür ist das Selbstverständnis als traditionelles Bollwerk für Freiheit, Demokratie und Wehrhaftigkeit in der Bevölkerung viel zu stark verankert.Ein weiterer Gedanke ist tröstlich: Anschläge wie dieser könnten jeden Tag an zahllosen Orten des Landes durchgeführt werden. Dass es nicht viel häufiger passiert, belegt, dass die Sicherheitskräfte und Nachrichtendienste bei der Terrorbekämpfung gut arbeiten. Denn dass Großbritannien mit seinem Selbstverständnis als westliche Großmacht und nach den jüngsten Kriegseinsätzen im Nahen Osten eine prominente Zielscheibe für islamistische Anschläge ist, ist unbestritten.“
„Die Gesellschaft kann nicht jedes Risiko ausschließen. Es gibt kein Sicherheitssystem, das nicht - und sei es auch nur für einen Augenblick - von einem Terroristen überwunden werden kann, der bereit ist, bei seinem Anschlag zu sterben. Damit zu leben müssen wir nicht mehr lernen, das haben wir inzwischen akzeptieren und einkalkulieren müssen. (...)Auf den ersten Blick scheinen die Terroristen im Vorteil zu sein. Nichts ist leichter, als den gewohnten Gang der Dinge mit blinder Gewalt zu stören. Aber es hat sich mittlerweile auch gezeigt, dass sich nichts schneller verschleißt, als so ein Anschlag auf den Alltag. Das soll nicht das Leid der Überlebenden und ihres Umfelds relativieren. Ihr Leben ist für alle Zeit erschüttert, oft gar zerstört. Das Mitgefühl mit ihnen wird nicht geschmälert durch den festen Willen der Gesellschaft, weiterzumachen und sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.“
„Das direkte Ziel dieses Angriffs vor dem Parlament war das Herz der britischen Demokratie. Vielleicht war sogar beabsichtigt, die Premierministerin persönlich zu treffen. Der Tag mit der Fragestunde der Premierministerin im Unterhaus ist der einzige, an dem ihr öffentliches Auftreten allen lange bekannt ist. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass dieser Angriff - ähnlich wie jener in Berlin kurz vor Weihnachten - einfach ein Versuch war, ein europäisches Machtzentrum zu treffen. (...) Dieser neue Angriff war lange erwartet worden. Er ist kein Akt des Krieges. Wir dürfen nicht zulassen, dass er uns auseinandertreibt. Das Ziel des Terrors ist es, Hass und Spaltung zu verbreiten. Der erste Schutz davor muss unsere Solidarität sein.“
„Westminister Palace, das Herz der britischen Demokratie, ist angegriffen worden. Nicht mit einer ausgeklügelten Cyberoperation, sondern mit den plumpesten Waffen: einem rasenden Auto, das von einem Mann mit einem Messer gesteuert wurde. Die Spur der Toten und Verletzten reichte von der Westminster Bridge bis zu den Toren des Parlaments - als ein Zeichen, wie sehr die Kriege der Welt heutzutage unsere Art zu leben beeinträchtigen. (...) Obwohl man erst wenig über den Hintergrund des Angriffs in Westminister weiß, ist klar, dass er Merkmale der Aktion eines „einsamen Wolfs“ aufweist, wozu die zahlreichen Propagandakanäle der Terrororganisation IS ständig auffordern. Am Tag der Bastille im vergangen Jahr hat ein Lastwagenfahrer in Nizza 86 Menschen getötet. Einige Monate später wurde in Berlin ein gestohlener Lkw in einen Weihnachtsmarkt gesteuert, wobei 12 Menschen getötet und 56 weitere verletzt wurden. Das Niederwalzen von Unschuldigen hatte gestern zwar ein geringeres Ausmaß, aber die Absicht war klar: Ein nationales Symbol sollte getroffen werden, um Verachtung für demokratische Traditionen zu zeigen.“
Zum Terroranschlag in London schreibt die konservative Zeitung „Lidove noviny“ aus Tschechien:„Wir wissen noch nicht, was den Täter von London bewegt hat. Möglicherweise war er Mitglied einer Terrororganisation. Oder es war jemand, der sich radikalisiert hat. Oder ein Mensch, der durchgedreht ist. In jedem Fall war es ein Terrorakt - im ursprünglichen Wortsinn, Angst zu verbreiten. (...) Es gibt kein schnelles und wirksames Rezept dagegen. Vielleicht würde es für den Anfang genügen, wenn man aufhören würde, den Populismus als Symbol für alles Böse zu brandmarken. Sicherlich ist Hysterie eine irrationale, unheilvolle und gefährliche Sache. Doch sie wird weniger von den Populisten, als vielmehr von Gefahren wie dieser ausgelöst, die immer bedrohlicher werden.“
Zum Terroranschlag in London schreibt die französische Regionalzeitung „Le Républicain Lorrain“ (Metz):„Der Krieg der Symbole fordert wirkliche Opfer. Gestern hat ein Terrorist in London vorsätzlich Leben ausgelöscht. (Sein) einziges Ziel war, eine Botschaft zu senden: Auch wenn wir geschwächt sind, können wir immer noch das Herz eurer westlichen Hauptstädte angreifen.Es ist kein Zufall, dass diese schaurige Zeichen genau ein Jahr nach der Tragödie von Brüssel kommt. Es ist ebenfalls kein Zufall, dass der Tag mit dem Treffen der internationalen Koalition gegen den Islamischen Staat zusammenfällt. (...)Auch wenn die Koalition Daech (anderer Name für Islamischer Staat) zurückweichen lässt, wird sie rissig. Weder Mossul noch Rakka sind bisher gefallen. In Gedanken sind die regionalen Mächte bereits mit der Aufteilung der Ruinen beschäftigt.“
Die italienische Tageszeitung „Corriere della Sera“ beschäftigt sich mit dem mutmaßlichen Terroranschlag: „Das Herz von London ist verwundet. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Kriegsakte nach dem Muster des fundamentalistischen Islams vermehrt, die wir nicht sehen wollten. (...) Wir haben versucht, nicht darüber nachzudenken, die Besorgtheit davonzujagen, wir wollten nicht Gefangene der Angst werden. Aber das Attentat von London erinnert uns daran, dass unsere Hoffnungen hohl sind. Dass die Attacken weitergehen, dass der Fluss des Blutes nicht auszudörren ist. (...) Wir laufen Gefahr, uns an den Terror zu gewöhnen und ihn als Teil unseres Lebens zu begreifen, der dazu gehört und nicht ausgemerzt werden kann. (...) Mit London aber, das am Parlament getroffen wurde, ist es noch schwieriger, so zu tun, als wäre nichts gewesen, und als würde man nicht merken, dass dieser einseitige Krieg, ausgelöst durch den religiösen Fanatismus, niemals enden wird. Es ist ein unterschwelliger Krieg, der nicht aufhören wird, Trauer und Schrecken zu sähen.“
Zum Terroranschlag in London schreibt die linksliberale Madrider Zeitung „El País“:„Der Anschlag auf das Westminster-Parlament ist eine klare Mahnung, dass niemand vor Terroranschlägen gefeit ist (...) Wir stehen vor einem eindeutigen Beweis, dass in dieser globalisierten Welt weder eine Insellage noch die Isolation zusätzlichen Schutz vor Terror bieten. Großbritannien macht zur Zeit einen komplexen und in verschiedener Hinsicht auch traumatischen Prozess der Neubestimmung durch, der sowohl die nationale Identität als auch die internationalen Allianzen betrifft. Der Schock des Terrorismus sollte uns nun alle daran erinnern, dass ungeachtet aller Differenzen in Bezug auf den Brexit, die sehr tiefgreifend und nicht leicht zu überwinden sind, wir einen einzigen Raum der Freiheit, des Wohlstands und der Sicherheit teilen und wir alle die Pflicht haben, diesen zu bewahren.“

Was wir nicht (genau) wissen

- Hintergrund der Tat: Der Angriff wird von der Polizei als Terrorattacke behandelt. Nach Einschätzungen von Terrorismus-Experten deutet alles auf einen islamistischen Hintergrund hin. Die Polizei spricht bislang davon, dass der Täter vom „internationalen Terrorismus inspiriert wurde“.

- Identität des Täters: Die Polizei hat bisher keinen Namen genannt, auch wenn sie nach Angaben eines Sprechers zu wissen meint, wer der Täter ist. Auch zur Nationalität des Attentäters machte sie bislang keine Angaben. Fraglich ist, ob der Mann den Behörden bereits einschlägig bekannt war.

- Mögliche Mittäter: Scotland Yard vermutet, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt hat, schließt aber Mitwisser oder Mittäter nicht aus. Im Fokus der Ermittlungen stehen laut dem Sprecher „Motivation, Vorbereitungen und seine Komplizen“. Am Donnerstag hat die Polizei jedoch sieben Verdächtige bei Razzien festgenommen. Die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit der Attacke vom Vortag, teilte die Londoner Polizei mit.

Tote und Verletzte in London

Behörden gehen von islamistischem Hintergrund aus

- Verbindung: Ob der Attentäter eine Verbindung zu internationalen Terrororganisationen wie den Islamischer Staat (IS) hatte, ist völlig offen. „War er nur inspiriert oder gab es eine engere Verbindung?“, fragt der Terrorismusexperte Peter Neumann. Hierüber könne nur ein „Statement“ des IS Auskunft geben oder ein „Video“ - falls ein solches im Internet auftaucht.

Schüsse in London

"Gefahrenlage ist nach wie vor hoch"

von Niklas Dummer

- Vorgehen der Polizei: Zu ihrer Ermittlungsarbeit macht die Polizei aus taktischen Gründen keine Angaben zu dem Täter. Sie ermittelt aber mit Hochdruck. Bei den Razzien am Donnerstagmorgen seien sechs Adressen durchsucht worden. Medien hatten zuvor von einer Durchsuchung eines Gebäudes in Birmingham berichtet. Weitere Einzelheiten waren nicht bekannt.

sha, dpa
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