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Wechsel an der SpitzeNeue Währungshüter für elf Notenbanken und die EZB

Nicht nur bei der EZB, auch bei vielen nationalen Notenbanken gibt es 2019 einen Wechsel an der Spitze. Was bedeutet das neue Personaltableau für die Geldpolitik im Euro-Raum? Dominieren weiter die Tauben?Bert Losse 20.03.2019 - 19:38 Uhr

Ökonomen halten EZB-Direktor Benoit Coeure für den besten Draghi-Nachfolger.

Foto: REUTERS

Ob er am Ende doch noch Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi wird, steht in den Sternen, doch zumindest seinen alten Job darf Jens Weidmann behalten: Ende Februar hat das Bundeskabinett die Amtszeit des untadeligen Bundesbank-Präsidenten um weitere acht Jahre verlängert.

Die Personalie Weidmann ist dabei nur eine von vielen in den Chefetagen der europäischen Geldpolitik – selten ist in einem Jahr so viel monetäres Top-Personal rotiert wie 2019. Die wichtigste Entscheidung fällt Ende Oktober, wenn die Amtszeit von EZB-Präsident Draghi endet. Längst hat hinter den Kulissen das politische Gezerre um die Nachfolge des Italieners begonnen. Nach der Europawahl beginnt die heiße Phase der Kandidatenkür.

Draghis Nachfolger laufen sich warm

In einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter rund 50 Ökonomen halten über ein Drittel der Befragten den EZB-Direktor Benoit Coeure für die beste Wahl; der Mann hätte auch Zeit, denn er scheidet Ende des Jahres aus dem Direktorium aus. Als wahrscheinlichen Sieger sehen hingegen deutlich mehr als ein Drittel der befragten Ökonomen den ehemaligen finnischen Notenbank-Chef Erkki Liikanen. Mit auf dem Kandidatenkarussell sitzen ferner Jens Weidmann, Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau und Finnlands aktueller Notenbank-Gouverneur Olli Rehn.

Eine weitere wichtige Personalie ist derweil so gut wie entschieden: Ende Mai nimmt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet seinen Hut, Nachfolger wird auf Vorschlag der Euro-Finanzminister der irische Zentralbankchef Philip Lane. Auf dem EU-Gipfel, der jetzt am 21. und 22. März stattfindet, wollen die Staats- und Regierungschefs die Personalie offiziell absegnen.

Elf Länder brauchen neue Notenbanker

Auch bei den nationalen Notenbanken gibt es viel Bewegung, ein paar Neulinge sind bereits seit Kurzem im Amt, weitere folgen in den nächsten Monaten. Ende des Jahres dürften in elf von 19 Eurostaaten neue Leute an der Spitze der Währungshüter stehen. Dabei verabschieden sich voraussichtlich in Estland und Lettland zwei geldpolitische Falken, die die expansive Geldpolitik der EZB kritisch sehen. Zudem werden Ende des Jahres in Finnland, Slowenien und der Slowakei drei als „neutral“ geltende Notenbankchefs nicht mehr im Amt sein. Die Nachrücker gelten eher als Anhänger eines expansiven Kurses in der Geldpolitik. „Alles in allem dürften die Tauben den EZB-Rat weiter dominieren. Rein zahlenmäßig werden sie im Verlauf dieses Jahres ihre Mehrheit sogar ausbauen“, heißt es in einer Analyse der Commerzbank.

Vor diesem Hintergrund ist Weidmann, dem die Nullzinsstrategie und der quälend langsame Ausstieg aus dem EZB-Anleihekaufprogramm Sorgen bereitet, vielleicht gar nicht so unglücklich, wenn er am Ende nicht zum Zuge kommt.

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