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FührungswechselDie Immobilienbranche tickt wie vorgestern – sie braucht Innovation

Immobilienunternehmen sollten schleunigst moderner werden. Die ersten PropTechs drängen schon auf den Immobilienmarkt, während die gealterten Führungsetagen die Zeichen der Zeit offenbar nicht erkannt haben.Maya Miteva 17.09.2019 - 14:00 Uhr
Foto: WirtschaftsWoche

Während Handel, Industrie und die ganze weite Finanzwelt von der großen digitalen Transformation sprechen, sitzen die Grund-und-Boden-Profis aus der Immobilienwelt immer noch ungerührt im Lehnstuhl vergangener Zeiten. Das finden junge Berufsanfänger nicht sonderlich attraktiv: Immobilien? Nein danke!

Der Bauboom der letzten Jahre und die damit verbundenen Wachstumszahlen bei Stellenausschreibungen täuschen darüber hinweg, dass sich die Branche bei Generation Y und Z großer Beliebtheit erfreut. Immer häufiger werden professionelle Recruiter mit der Suche nach geeigneten Mitarbeitern beauftragt – und scheitern. Fachkräftemangel ist das Angstwort, Überalterung die Ursache.

Das Durchschnittsalter der Branche liegt bei 43,4 Jahren. Tendenz steigend. Die fehlende Digitalisierung und das hohe Alter haben miteinander zu tun und bedingen sich wechselseitig. Solange das eine sich nicht bewegt, ändert sich auch das andere nicht. Aus Lehnstuhl-Perspektive und in einem boomenden Markt mag das egal sein.

Denselben Hochmut wie die Property-Veteranen heute pflegten einst auch die Top-Shots aus Gastgewerbe, Handel und Automotive. Heute schaut die Hotellerie ohnmächtig zu, wie Airbnb ihnen die Kundschaft abknöpft. Einkaufszentren suchen verzweifelt nach Lösungen für die fallenden Umsätzen aufgrund des wachsenden E-Commerce-Bereichs.

Google, Amazon und Facebook haben längst das Datenmaterial und technische Knowhow, um sich Handel, Finanzierung und Vermietung und Verwaltung von Immobilien unter den Nagel zu reißen. Bald sind Immobilieninvestoren reine Besitzer von Steinen während Google, Facebook, Airbnb, We Work und andere den Zugang zum Kunden monopolisieren und für sich profitabel machen. Was ihnen derzeit noch fehlt, ist die Kenntnis der lokalen Gegebenheiten. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sie auch dieses Defizit ausgeglichen haben werden.

Andere Branchen, die im IT-Wettbewerb ins Hintertreffen geraten sind, haben gelernt, sich grenzüberschreitend zu vernetzen: Plötzlich kooperieren Health und Automotive, Agriculture und Space Technology, um voneinander zu lernen. Genauso wie einst Nationaltrainer Jogi Löw seine Fußballjungs von einem Hockeyspieler trainieren ließ, geht es auch in der Wirtschaft darum, neue Impulse zu bekommen, neue Ideen zu entwickeln, neue Wege zu gehen. Die 39-jährige Unternehmerin Maru Winnacker führt mit ihrer Brand SUPER Group vor, wie sich durch die Vernetzung von Techentrepreneuren, Investoren und Experten unterschiedlichster Branchen profitable Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Immobilienexperten mischen bisher nicht mit.

Aber es gibt auch gute Beispiele von Leuten, die vorangehen: Der von neun Branchenunternehmen finanzierte Frankfurter Accelerator Blackprint Booster bringt auf der Suche nach digitalen und innovativen Lösungen seit 2016 Prop-Tech-Startups und Immobilieninvestoren zusammen. Der Company Builder von Claudia Nagel – High Rise Ventures – investiert in PropTechs, die die Bewirtschaftung von Immobilien effizienter und nachhaltiger machen, und fragt nach Diversity in den Teams. Das 2018 von Coen van Oostrom umfirmierte Edge Technologies setzt statt auf das veraltete Projektentwicklungsgeschäft auf eine neue Generation intelligenter Gebäude, in denen Energienutzung, Nutzer-Auslastung und Building-Management-Systeme auf einer einheitlichen Technologieplattform miteinander abgestimmt werden.

Solche bislang singulären Startup-Stories sollten die analogen Immobilienunternehmen dringend in den Fokus nehmen. Denn die von PropTech-Pionieren entwickelten neuartigen Smart-Home-Standards und Raumnutzungs-Konzepte werden früher oder später auch das Geschäft der etablierten Immobilien-Unternehmen auf den Kopf stellen. Es geht nicht nur darum, Gebäude mit technischer Infrastruktur, Breitband und Glasfaser auszustatten, sondern als Branche selbst in den Prozess der digitalen Transformation einzusteigen – sonst ist der Erfolg auf Sand von gestern gebaut.

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