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Karl LauterbachLangfristige Covid-19-Folgen werden dramatisch unterschätzt

Die Langzeitfolgen von Covid-19 werden unterschätzt, warnt SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach. Sie könnten sich auch zu einem volkswirtschaftlichen Problem entwickeln, warnt außerdem die Chefärztin Jördis Frommhold. 31.01.2021 - 15:27 Uhr

Der SPD-Politiker und Epidimiologe hat sich in der Corona-Pandemie als Mahner einen Namen gemacht hat.

Foto: Reuters

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf die drohende Gefahr für das Gesundheitswesen durch die sogenannten Long-Covid-Erkrankungen aufmerksam gemacht. „Die Bedeutung wird dramatisch unterschätzt“, sagte Lauterbach der Nachrichtenagentur dpa. Long-Covid-Patienten können noch Monate nach einer Infektion mit dem Coronavirus an mindestens einem Symptom leiden. „Es stellt sich immer stärker heraus, dass Covid-19 eine Erkrankung des gesamten Gefäß- und Immunsystems ist“, betonte Lauterbach.

Von Long-Covid können bis zur Hälfte der zuvor in Kliniken behandelten Patienten betroffen sein. Er bezog sich auf chinesische Studien der ersten Pandemie-Welle. „Es ist ein Fehler zu glauben, dass nur die Alten sterben und die Jungen selbst nicht gefährdet sind.“

Die Chefärztin der Median-Klinik in Heiligendamm, Jördis Frommhold, befürchtet, dass diese Menschen aus dem Blick der Öffentlichkeit und der Politik geraten. „Das kann sich zu einem volkswirtschaftlichen Problem entwickeln.“ Denn viele dieser Patienten standen zuvor mit beiden Beinen fest im Leben und der Arbeitswelt. Die Median-Klinik ist auf die Rehabilitation von Covid-19-Patienten spezialisiert.

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Zu den Symptomen gehören laut Frommhold chronische Müdigkeit oder Abgeschlagenheit. Dazu kämen zunehmend auch neurologische Einschränkungen. Es könnten sich zudem psychosomatisch bedingte Krankheiten entwickeln. „Die Patienten waren dynamisch und leistungsstark. Obwohl sie als genesen gelten, sind sie nicht arbeitsfähig und nicht in ihr bisheriges Leben integriert.“

Zu den medizinischen Hintergründen der Long-Covid-Erkrankung sei wenig bekannt, berichtete Frommhold. „Wir haben die Vermutung, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handeln könnte.“ Es gebe bereits den Nachweis, dass nach einer Covid-19-Erkrankung Autoantikörper gegen die Haarwurzeln gebildet werden, was zum typischen Long-Covid- Haarausfall führt. Auch im Liquor, dem Gehirnwasser, seien schon Antikörper gefunden worden.

„Patienten mit der Long-Covid-Problematik können behandelt werden“, betonte Frommhold. Es sei aber fraglich, ob die frühere Leistungsfähigkeit zu 100 Prozent erreicht werden kann. Inzwischen gebe es Selbsthilfegruppen und Anlaufstellen an einigen Unikliniken.

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dpa
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