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Corona-ImpfstoffTop-Ökonomen prangern Staatseinstieg bei Curevac an

Die Ökonomen in Deutschland sind sich einig – der Staatseinstieg bei Curevac war ein Fehler. Das Biotech-Unternehmen ist vorläufig bei der Impfstoffentwicklung gescheitert. 17.06.2021 - 11:19 Uhr

Der Covid-19-Impfstoff des Tübinger Unternehmen ist nach vorläufigen Daten in der entscheidenden Zulassungsstudie gefloppt.

Foto: dpa

Der Einstieg des deutschen Staates beim nun mit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs vorläufig gescheiterten Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac sorgt für scharfe Kritik von Top-Ökonomen. „Der Fall Curevac zeigt wieder einmal, dass Politiker keineswegs die besseren Investoren sind“, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

„Der Staat ist ohne Not in das Unternehmen eingestiegen, das ja im letzten Frühjahr auch genügend private Investoren gefunden hatte.“ Der Bund hält über die Förderbank rund 16 Prozent an Curevac, größter Investor ist der SAP-Gründer Dietmar Hopp mit fast 47 Prozent.

Felbermayr hatte bereits nach dem Staatseinstieg vor rund einem Jahr die Entscheidung scharf kritisiert – ebenso wie der damalige Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld. „Mit traumwandlerischer Sicherheit hat der Bund denjenigen der beiden Impfstoffhersteller erwählt, der es nun nicht schafft, rechtzeitig einen wirksamen Impfstoff auf den Markt zu bringen“, sagte das langjährige Mitglied des Sachverständigenrates zu Reuters angesichts der erfolgreicheren Entwicklung eines Impfstoffs beim Curevac-Konkurrenten BioNTech.

Bei der Impfstoffbestellung der EU stehe zudem immer noch der bislang nicht widerlegte Vorwurf im Raum, aus industriepolitischen Gründen und mit Rücksicht auf Frankreich, das noch immer auf den Impfstoff des heimischen Sanofi-Konzerns setze, habe die EU anfangs zu wenig von anderen Impfstoffen bestellt.

„Was diese Beispiele zeigen, ist ganz einfach, dass sich der Staat am besten von Industriebeteiligungen und industriepolitischen Offensiven oder besser noch: industriepolitischen Fantasien fernhält“, sagte Feld, der den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Universität Freiburg innehat.

Der Covid-19-Impfstoff des Tübinger Unternehmen ist nach vorläufigen Daten in der entscheidenden Zulassungsstudie gefloppt. Die Wirksamkeit lag demnach nur bei 47 Prozent. Der Aktienkurs von Curevac brach um 50 Prozent ein.

rtr
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