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BaFin schickt zweiten SonderbeauftragtenJetzt ist N26 noch schlimmer als die Deutsche Bank

Nächster Rückschlag für die Start-up-Bank N26: Die Finanzaufsicht BaFin schickt dem Institut schon den zweiten Sonderbeauftragen, damit das Geldhaus Mängel endlich abstellt. 09.11.2021 - 15:55 Uhr

In den Räumlichkeiten der N26-Bank in Berlin wird von nun an ein zweiter Sonderbeauftragter der Bankenaufsicht einen Platz einnehmen. Das Start-Up steht unter Beobachtung.

Foto: REUTERS

Die Berliner Smartphone-Bank N26 muss nach dem Willen der Bankenaufsicht BaFin ihr starkes Wachstum drosseln. Die Behörde veröffentlichte am Dienstag in Berlin eine Anordnung, wodurch das Wachstum von N26 über die nächsten Monate in Europa auf „maximal 50.000 Neukunden pro Monat“ beschränkt wird. „Die Mängel im Risikomanagement (von N26) liegen im starken Wachstum der Bank begründet“, erklärte die BaFin.

Die Begrenzung schließt alle Länder ein, in denen die N26 Bank GmbH tätig ist. N26 wurde gleichzeitig verpflichtet, „Maßnahmen zu ergreifen, um wieder eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation herzustellen und Risiken für die operationelle Resilienz einzudämmen.“ Ein von der BaFin bestellter Sonderbeauftragter werde die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen überwachen. Die BaFin hatte N26 bereits im Frühjahr einen ersten Sonderbeauftragten geschickt. Damit sind bei N26 nun gleich zwei Sonderbeauftragte der BaFin im Einsatz – während etwa selbst für die skandalgeprägte und deutlich größere Deutschen Bank bislang nur ein Sonderbeauftragter abgestellt wurde.

N26 hatte die Restriktionen bereits Mitte Oktober im Umfeld einer neuen Finanzierungsrunde mitgeteilt. Das Unternehmen, das mittlerweile wieder das wertvollste Fintech-Start-up in Deutschland ist, kommuniziert aktuelle Kundenzahlen nicht. Branchenbeobachter gehen aber davon aus, dass N26 in den vergangenen Monaten um rund 100.000 Neukunden monatlich zugelegt hat. Ende September war bekannt geworden, dass die Smartphone-Bank eine Geldbuße von 4,25 Millionen Euro an die BaFin gezahlt hat, weil Geldwäscheverdachtsmeldungen verspätet bei der Bankenaufsicht eingereicht worden waren.

Firmenmitbegründer Valentin Stalf sagte im Oktober, es zeige sich, dass die BaFin ein gewisses Vertrauen in N26 als eine der am stärksten wachsenden Banken in Europa setze. „Wir können mit dieser Entscheidung unseren Wachstumskurs weiter fortsetzen.“ N26 werde in den kommenden Monaten die Prozesse noch weiter verstärken. „Vor diesem Hintergrund ist das verlangsamte Wachstum, auf das wir uns nach Gesprächen mit dem deutschen Regulator geeinigt haben, für uns in Ordnung.“

Mehr zum Thema: Onlinebetrüger haben im großen Stil Konten der Digitalbank N26 genutzt. Interne Dokumente werfen jetzt die Frage auf: Hat das Start-up Kriminelle zu lange gewähren lassen?

dpa
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