Deutsche Bank und Commerzbank: Diese Zahlen sind kein Grund für Euphorie

Deutsche Bank und Commerzbank: Ihr jüngster Aufschwung ist (auch) ein Produkt des Zufalls.
Foto: dpaDeutschlands Großbanken geht es richtig gut, jedenfalls gemessen an den Krisen, die hinter ihnen liegen. Die Commerzbank vermeldete stolz einen überraschend hohen Gewinn im ersten Quartal von 300 Millionen Euro. Und die Deutsche Bank erfüllte immerhin die Anleger-Erwartungen, schaffte von Januar bis März einen Gewinn von einer Milliarde Euro. Also alles paletti? Von wegen!
Steigende Zinsen führen auch zu Ärger
Die Deutsche Bank hängt weiter stark an ihrem Investmentbanking, dessen Einnahmen aber stark schwanken. Die Commerzbank wiederum konnte vor allem wegen ihrer polnischen Tochter MBank ein solch gutes Ergebnis vorweisen, die profitiert von den gestiegenen Zinsen im Nachbarland.
Zugleich müssen die Institute bislang recht wenig Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen, der Ukrainekrieg hat sie im ersten Quartal noch kaum getroffen. Zwar dürften die Konzerne, wie die polnische Commerzbank-Tochter vormacht, erst mal davon profitieren, wenn auch die Europäische Zentralbank die Zinsen in der Eurozone wie erwartet anhebt. Aber steigende Zinsen bringen auch negative Folgen mit sich: Mittelfristig werden die Banken Sparern höhere Zinsen auf deren Einlagen zahlen müssen. Zudem könnten steigende Zinsen zu mehr Ausfällen bei Krediten führen, weil sich Schuldner ihre Darlehen nicht mehr leisten können.
Die Deutsche Bank und die Commerzbank haben im ersten Quartal also betriebswirtschaftlich in einer der denkbar besten Welten gelebt. Der Aufschwung ist (auch) ein Produkt des Zufalls.