Übernahmen: Manager, hört die Signale!
Vor wenigen Tagen gab Brenntag seinen Plan Univar zu übernehmen auf.
Foto: imago imagesDas Scheitern war schon abzusehen, als Brenntag Ende November seine Pläne zur Übernahme des US-Konkurrenten Univar verkündete. Die Aktie stürzte um zehn Prozent ab. Doch erst vor wenigen Tagen gab der Chemiehändler seinen Plan endgültig auf.
Die Moral von der Geschichte? Manager müssen lernen, nicht nur ihre eigene Perspektive, sondern auch die Interessen von Investoren, Kunden und Öffentlichkeit einzukalkulieren. Im Fall Brenntag sprachen durchaus einige Argumente für eine Übernahme – etwa die zunehmende Attraktivität des US-Marktes, wo niedrigere Energiepreise locken. Aber es gab eben auch die Furcht der Investoren vor finanzieller Überforderung. Und das Unbehagen von Großkunden, die wichtige Produkte nicht über den gleichen Händler vertreiben wollen wie die US-Konkurrenz. All das hat Brenntag-Chef Christian Kohlpaintner zu wenig bedacht.
Den Fehler haben vor ihm schon andere gemacht. Bayer-Chef Werner Baumann etwa, der vor der Monsanto-Übernahme die Investoren nicht einbezog und Risiken unterschätzte. Ein Trost für Brenntag ist das nicht.
Immerhin: Nach der Absage der Übernahme zog die Aktie wieder an. Die Investoren belohnen die Kurskorrektur.
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