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KonzernumbauFresenius verhandelt mit Stiftung über Dekonsolidierung von FMC

Fresenius-Chef Michael Sen bereitet eine fundamentale Entflechtung von der Tochter Fresenius Medical Care vor. Ziel ist, FMC nicht mehr zu konsolidieren. Die Else-Kröner-Stiftung ist offenbar aufgeschlossen.Angela Maier, Jürgen Salz 09.02.2023 - 18:37 Uhr

Michael Sen

Foto: imago images

Fresenius-Chef Michael Sen bereitet eine fundamentale Entflechtung von Fresenius und der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) vor. Sens Ziel sei, dass Fresenius die Kontrolle über FMC abgebe und das kriselnde Dialyseunternehmen nicht mehr vollkonsolidieren müsse, berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf das Umfeld des Fresenius-Aufsichtsrats. Über das Vorhaben verhandle Sen derzeit mit der Großaktionärin Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die Fresenius kontrolliert. Ein Fresenius-Sprecher lehnte zunächst einen Kommentar ab.

Nach Veröffentlichung des Berichts der "WirtschaftsWoche" am Donnerstagnachmittag legte der Kurs der Fresenius-Aktien um über fünf Prozent zu. Im Gegenzug drehten die FMC-Papiere ins Minus und verloren bis zu 3,7 Prozent. Fresenius veröffentlichte daraufhin eine ad-hoc-Meldung und bestätigte: Fresenius prüfe im Rahmen von Sens Strategieanalyse "auch eine Dekonsolidierung ihrer Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care, unter anderem im Wege eines Formwechsels in eine Aktiengesellschaft". Die Stiftung habe Fresenius mitgeteilt, "dass sie die Pläne für eine Dekonsolidierung der FMC im Wege eines Formwechsels in eine Aktiengesellschaft zustimmend zur Kenntnis genommen hat". Fresenius betonte, die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Auch gebe es noch keine Entscheidungen der zuständigen Gremien, so die Mitteilung.

FMC und Fresenius sind als Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) organisiert. Deshalb hat Fresenius trotz seines FMC-Anteils von nur 32 Prozent die alleinige Kontrolle. Damit schlagen sinkende Gewinne bei FMC zu 100 Prozent auf die Mutter Fresenius durch. Die Stiftung wiederum beherrscht Fresenius mit nur 27 Prozent Anteil alleine. Sen will seine Pläne am 22. Februar mit den Geschäftszahlen vorstellen. 

„Ich rechne mit einer Grundsatzentscheidung, dass FMC aus der Konsolidierung herausgenommen wird“, heißt es im Umfeld des Fresenius-Aufsichtsrats. „Das wäre ein erster großer Entlastungsschritt.“ Die Stiftung sei dafür „nicht unaufgeschlossen“. Es gibt verschiedene Wege, eine Dekonsolidierung zu erreichen. Eine Möglichkeit wäre, FMC in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.

Sen dürfte zudem die Trennung vom Krankenhausdienstleister Vamed forcieren, schreibt die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Unternehmens- und Finanzkreise weiter. Allerdings stehe Vamed schon seit über einem Jahr zum Verkauf.

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