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GesundheitskonzernDialysetochter FMC belastet Fresenius – Ergebnis sinkt zum Jahresstart

Fresenius steckt seit Jahren in der Krise. Der neue Vorstandschef Michael Sen will die Wende schaffen – auch mit einer Trennung von FMC. Zum Jahresbeginn gab es Fortschritte, doch das Sorgenkind blieb ein Bürde. 09.05.2023 - 11:00 Uhr

Der Gesundheitskonzern Fresenius ist mit einem deutlichen Ergebnisrückgang ins Jahr gestartet.

Foto: dpa

Beim kriselnden Gesundheitskonzern Fresenius zeigen sich die ersten Erfolge der neuen Strategie und des forcierten Sparprogramms. Deutschlands größter Krankenhausbetreiber und Medizinhersteller startete überraschend dynamisch in das neue Jahr. „Die Weichen sind gestellt, unsere Produktivitätsmaßnahmen greifen“, sagte der neue Fresenius-Chef Michael Sen am Dienstag in Bad Homburg. Unterdessen treibt der Dax-Konzern die Loslösung von der angeschlagenen Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) voran, deren Gewinn zu Jahresbeginn erneut einbrach.

Der seit vergangenen Oktober amtierende, frühere Siemens-Manager Sen hatte Fresenius eine neue Strategie samt höherer Sparziele und straffen Vorgaben für die Profitabilität verordnet. Die Kosten etwa in der Verwaltung sollen runter, Prozesse verbessert und Randbereiche veräußert werden. Ab dem Jahr 2025 will Fresenius so jährlich rund eine Milliarde Euro sparen. Im ersten Quartal wurden rund 130 Millionen Euro Einsparungen erreicht.

Zum Jahresauftakt wuchs der Fresenius-Umsatz im Vorjahresvergleich um fünf Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis ging unter anderem wegen höherer Kosten um neun Prozent auf 908 Millionen Euro zurück – weniger stark als von Analysten befürchtet. Unterm Strich blieben 346 Millionen Euro Gewinn, 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Problemsparten Dialyse und Klinikbau

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Gleich nach seinem Antritt begann Fresenius-CEO Michael Sen, den Konzern neu zu organisieren. Die ersten Ergebnisse unter seiner Führung zeigen nun: Es liegt noch viel Arbeit vor ihm – vor allem in zwei Bereichen.

von Jürgen Salz

Das Sorgenkind FMC belastete jedoch Fresenius erneut. So profitierte die Dialysetochter zwar von einem starken Produktgeschäft in der Intensivmedizin, einem Rückgang des Personalmangels in den USA und ersten Erfolgen beim Umbau. Der Gewinn im Tagesgeschäft brach aber bei steigendem Umsatz um ein Viertel ein. Unterm Strich blieben 86 Millionen Euro Gewinn – 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

FMC hat schon mehrere Gewinnwarnungen beim Mutterkonzern Fresenius ausgelöst. Eine hohe Übersterblichkeit von Corona-Patienten, steigende Kosten in der Pandemie und Pflegekräftemangel hatten dem Dialyseanbieter zugesetzt. Sen stellt mit einer Entflechtung nun die Weichen für eine mögliche komplette Trennung von FMC in der Zukunft.

Lesen Sie auch: Fresenius greift bei Konzerntochter Vamed durch

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 14. Juli soll über die Umwandlung der Rechtsform von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft entschieden werden. Damit muss Fresenius FMC nicht mehr voll in der Bilanz aufnehmen, sondern kann die Dialysetochter entsprechend der Beteiligung von rund einem Drittel berücksichtigen. Bereits jetzt behandelt Fresenius FMC nur noch als Finanzbeteiligung.

Sen will mit einer Konzentration auf die Klinikgesellschaft Helios und die Tochter Kabi, die unter anderem auf klinische Ernährung und Nachahmermedikamente spezialisiert ist, die Wende schaffen. Kabi legte zum Jahresstart beim Umsatz deutlich zu. Auch beim Klinikbetreiber Helios wuchs der Umsatz wegen steigender Behandlungszahlen. Derweil erholte sich das Geschäft mit Fruchtbarkeitsbehandlungen von Rückschlägen in der Corona-Pandemie.

Auch die Servicegesellschaft Vamed betrachtet Fresenius nur noch als Investment. Im ersten Quartal machte der österreichischen Firma ein schwaches Projektgeschäft zu schaffen, unterm Strich standen rote Zahlen. Inzwischen sei ein umfangreiches Umbauprogramm eingeleitet.

Lesen Sie auch: So tickt der neue Fresenius-Chef

dpa, rtr
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