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Debatte um AbhängigkeitMerck setzt auf breite Aufstellung – auch in China

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck setzt auch zukünftig auf die Sparten Pharma, Life Science und Elektronik-Chemikalien. Dazu sind ab diesem Jahr auch wieder größere Übernahmen eine Option. 06.06.2023 - 13:39 Uhr

Laut der Managerin seien schnelle Freigabeverfahren wichtig für ihr Unternehmen.

Foto: IMAGO/sepp spiegl

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck hält an seiner breiten Aufstellung fest und plant keine größeren Übernahmen im Pharmageschäft. „Ich glaube, dass Diversifizierung eine absolute Stärke ist“, sagte Merck-Chefin Belen Garijo am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW).

Rückhalt für diese Strategie komme auch von der Gründerfamilie Merck, die bis heute rund 70 Prozent der Anteile an dem Unternehmen hält. Das gebe dem Konzern enorme Stabilität. „Die Eigentümer wollen ein diversifiziertes Unternehmen behalten, das in drei attraktiven Märkten tätig ist.“

Die Eigentümerfamilie hatte sich in der Vergangenheit trotz einer langen Durststrecke mit mehreren Rückschlägen bei der Entwicklung neuer Medikamente hinter das Pharmageschäft gestellt. Die Nachfahren von Friedrich Jacob Merck, der 1668 mit dem Kauf der Engel Apotheke in Darmstadt die Keimzelle für den weltweit ältesten Arzneimittelhersteller legte, haben ihre Anteile in der E. Merck KG gebündelt, über die sie den Dax-Konzern kontrollieren.

In den Fokus rückte bei Merck in den vergangenen Jahren das Life-Science-Geschäft mit Produkten für die Pharmaforschung und Arzneimittelherstellung, das mit Übernahmen deutlich ausgebaut wurde und inzwischen 47 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. 35 Prozent des Umsatzes erzielt Merck im Pharmageschäft, den Rest im Bereich Electronics etwa mit Halbleitermaterialien, Flüssigkristallen und Pigmenten.

Garijo sagte, bei Investoren sei viel Überzeugungsarbeit für die Konzernstruktur nötig: „Ich habe so viele Anstrengungen unternommen, um die Märkte zu überzeugen.“ An der Börse werden Konglomerate oft niedriger bewertet als die Summe ihrer Einzelteile, daher sind Auf- und Abspaltungen seit Jahren in Mode.

In Deutschland sieht sich gegenwärtig Bayer mit entsprechenden Forderungen von aktivistischen Investoren konfrontiert. „Natürlich liegen uns unsere öffentlichen Investoren am Herzen“, sagte die Merck-Chefin. Aber die wichtigsten Entscheidungen treffe die Familie.

Für diese sind ab diesem Jahr auch wieder größere Übernahmen eine Option, hatte Merck bereits angekündigt. Im Pharmageschäft plane der Konzern aber keine größeren Zukäufe, sagte die Managerin. Die Bewertungen seien gegenwärtig „absolut verrückt“.

Sie setzt dagegen weiter auf die Einlizenzierung von neuen Wirkstoffen und kleineren Technologie-Zukäufen. Die Pipeline von Merck habe sich in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert und die neuen Medikamente, die der Konzern auf den Markt gebracht habe, entwickelten sich gut. „Für ein Unternehmen unserer Größe ist die Pipeline wirklich nicht so schlecht. Wir denken nicht daran, größer zu werden.“

Garijo bekräftigte erneut, dass sich trotz der zunehmenden geopolitischen Spannungen nichts an der Investitionsstrategie von Merck in China ändert. „Eine Abkopplung von China halte ich nicht für machbar“, sagte sie. „Es wird 20 Jahre dauern, um sich abzukoppeln und wofür?“

Merck werde einen Weg finden, sich weiter zu diversifizieren, was die Regionen angehe, werde aber weiter in der Volksrepublik investieren. „Bislang haben wir keinen Grund zu der Annahme, dass China für uns keine Chance für die Zukunft darstellt.“ Zudem seien die Abhängigkeiten gewaltig. „Wir riskieren eine globale Welt, die Wohlstand, mehr Innovation, mehr Zusammenarbeit gebracht hat.“

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rtr
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