Banken: Bawag wehrt sich gegen Vorwürfe von aktivistischem Investor
Die Bawag-Aktien brachen am Freitag in der Spitze um 14 Prozent auf 37,52 Euro ein.
Foto: ReutersDie österreichische Bank Bawag hat die Vorwürfe des aktivistischen Hedgefonds Petrus Advisers zu mutmaßlichen Mängeln im Kreditbuch und der Unternehmensführung zurückgewiesen.
Der Inhalt des Berichts, der die Bawag-Aktien am Freitag absacken ließ, sei „inkonsistent, aus dem Zusammenhang gerissen und irreführend“, erklärte Bawag am Freitag. Aus dem Bericht gehe hervor, dass Petrus Advisers eine Leerverkaufsposition in Bawag-Aktien aufgebaut habe, also auf einen fallenden Kurs wette. Das könne „die zugrundeliegende wirtschaftliche Motivation des Reports erklären.“
In einem Brief an die Europäische Bankenaufsicht EBA bezeichnete Petrus Advisers es als „schockierend“, in welchem Ausmaß das Management der Bawag Unternehmenswert vernichtet habe.
Die Kredite hätten eine zweifelhafte Qualität, es gebe Mängel in der Unternehmensführung und mutmaßlich einen Verstoß gegen Regeln, wenn es um Geschäfte mit verbundenen Parteien gehe, warf Petrus Advisers der Bawag-Führung unter anderem vor. „Eine kleine Gruppe hat sich auf Kosten der Kunden, der Stakeholder der Bank und ihres gesamten Umfelds bereichert.“ Zuletzt war Petrus Advisors das Management der Deutschen Pfandbriefbank pbb und der Aareal Bank angegangen.
Die Bawag-Aktien brachen am Freitag in der Spitze um 14 Prozent auf 37,52 Euro ein, erholten sich dann und notierten am Nachmittag noch gut drei Prozent im Minus. Im Februar hatte die Aktie mit knapp 60 Euro ein Jahreshoch erreicht. Die Bank sei in einem stark regulierten Markt tätig und stehe unter direkter Aufsicht der Europäischen Zentralbank, erklärte die Bawag. Für 2023 strebe die Bank eine Rendite auf das Sachanlagevermögen (RoTCE) von über 20 Prozent an, „was die Bawag zu einer der profitabelsten und effizientesten Banken in Europa macht.“