Deutsche Oel & Gas AG: Tatverdächtiger im ICE verhaftet
Gut zehn Jahre ist es her, dass der deutsche Geschäftsmann Kay Rieck, heute 61, rund eine Milliarde Euro einsammelte, damit die Deutsche Oel & Gas AG in Alaska Gas suchen und fördern konnte. Das Geld kam auch von über 10.000 Anlegern, die via Fonds und Schuldverschreibungen in das Vorhaben investierten. Ein paar Jahre später aber stand fest: Ihren Einsatz sehen sie nicht wieder. Die Betreibergesellschaft in Alaska war pleite. Das angeblich milliardenschwere Projekt wurde für fünf Millionen Dollar verkauft. Rieck verschickte danach von seinem Wohnsitz in Dubai aus Videobotschaften, wonach nicht er, sondern der Staat Alaska und ein Hedgefonds Schuld seien.
Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart nun erstmals bestätigt, hat sie in Sachen Deutsche Oel & Gas AG ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung eingeleitet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gesellschaft ab 2017 nicht mehr in der Lage gewesen sei, 2016 begebene Schuldverschreibungen zurückzuzahlen. Es bestehe der Verdacht, dass vorsätzlich kein Insolvenzantrag gestellt wurde. Die Deutsche Oel & Gas AG sei zum Nachteil ihrer Gläubiger beerdigt worden, indem „die Gesellschaft umbenannt und nach Berlin verlegt wurde, wo sie alsbald nicht mehr erreichbar war.“
In dem Zusammenhang wurde vor einigen Tagen ein 61 Jahre alter, in Dubai wohnender Tatverdächtiger in einem ICE in Nürnberg festgenommen – wegen Fluchtgefahr. Ob es sich dabei um Rieck handelt, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen.