Low-Carb-Pizza-Pleite: Millionen-Start-up Lizza aus „Höhle der Löwen“ wird abgewickelt
Lizza-Produkte wurden nicht nur im eigenen Onlineshop sondern auch bei großen Lebensmittelhändlern wie Rewe, Edeka und Kaufland angeboten.
Foto: PRDas Start-up Lizza gehörte zu den bekanntesten Erfolgsgeschichten aus der Gründershow „Die Höhe der Löwen“ (DHDL). 3,1 Millionen Zuschauer erlebten 2016, wie mit Carsten Maschmeyer und Frank Thelen zwei Promi-Investoren das Vegan-Konzept lobten und den Gründern zusammen 150.000 Euro für einen Anteil von 25 Prozent an ihrer Firma gaben. Es folgten ein Kundenansturm und bald schon der Weiterverkauf des Unternehmens. Von einem „Multimillionen-Exit“ für die beiden „Löwen“ war damals die Rede.
Zuletzt verlief die Investorensuche für das Pizza-Start-up allerdings weit weniger erfolgreich: Nachdem das Unternehmen im April Insolvenz angemeldet hatte, konnte „bei der Investorensuche letztlich kein Erwerber für das Gesamtunternehmen gefunden“ werden, teilte Lizza-Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt der WirtschaftsWoche mit. „Der Geschäftsbetrieb wurde daher leider eingestellt“, so Kleinschmidt.
Kurzum: Bei Lizza ist der Ofen wohl endgültig aus. Auf der Homepage heißt es: „Der Lizza Online Shop ist im Moment geschlossen.“
Aufstieg und Niedergang eines DHDL-Start-ups
Dabei hatte das Unternehmen mit seinem Low-Carb-Pizzateig aus Leinsamen bei den Verbrauchern einst einen Nerv getroffen. Nach der Ausstrahlung der „Höhle der Löwen“-Show schossen die Bestellungen im Onlineshop nach oben. Die Produktion wurde ausgebaut und die Lizza-Produkte in die Supermärkte gebracht. 2020 folgte der Weiterverkauf an die Hamburger Unternehmensgruppe Cremer. Doch auch der Neu-Eigentümer verlor rasch das Interesse an dem zuvor gefeierten Unternehmen.
Im Herbst 2022 wird die britische S-Ventures Plc. der neue Mutterkonzern des Frankfurter Unternehmens. Lizza würde vom markenübergreifenden Knowhow und den Infrastrukturen der Gruppe profitieren, hieß es in einer Mitteilung. Doch der Plan ging nicht auf: Im April 2023 meldete Lizza schließlich Insolvenz an. „Auslöser der Insolvenz ist wohl, dass sich der aktuelle Gesellschafter zurückgezogen hat, was bei einem Start-up ja gleich zu einem absehbaren Liquiditätsproblem führt“, sagte damals Insolvenzverwalter Kleinschmidt gegenüber der WirtschaftsWoche. Rasch startete er die Suche nach einem neuen Investor und zeigte sich „optimistisch, eine langfristige Sanierungslösung umsetzen zu können“. Doch daraus wurde nichts.
Die Gründe seien vielschichtig, sagt Kleinschmidt. „In der momentanen Marktsituation bestand letztlich keine Bereitschaft, das erforderliche Investitionsvolumen bis zu einem möglichen Turnaround zu stemmen.“ Vielleicht bleibt immerhin die Marke Lizza erhalten. Insolvenzverwalter Kleinschmidt will nun einzelne Vermögenswerte wie Maschinen verkaufen. Und auch die Markenrechte will er verwerten.
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