Manipulation am Devisenmarkt: Londoner Gericht lässt milliardenschwere Klage gegen Banken wieder zu
Bei der Klage gegen internationale Banken geht es um Manipulationen am Devisenmarkt im Zeitraum zwischen 2007 und 2013.
Foto: ReutersInternationale Großbanken müssen sich erneut mit einer milliardenschweren Massenklage wegen mutmaßlicher Manipulationen am Devisenmarkt auseinandersetzen. Ein Londoner Berufungsgericht ließ am Dienstag eine geplante Massenklage in Höhe von rund 3,5 Milliarden Dollar gegen internationale Finanzkonzerne zu, darunter die US-Größen JP Morgan und Citigroup.
Ein Spezialgericht, das Competition Appeal Tribunal (CAT), hatte im vergangenen Jahr zwar zunächst entschieden, dass Klagen nur auf Opt-in-Basis eingereicht werden könnten. Kläger müssten sich somit dem Fall ausdrücklich anschließen. Das mache diesen aber nicht durchführbar. Doch das Berufungsgericht hob dieses Urteil nun auf. Damit kann der Fall vor dem CAT verhandelt werden.
Die Klage war ursprünglich von Phillip Evans, einem ehemaligen Untersuchungsleiter der britischen Wettbewerbsbehörde, im Namen von Tausenden von Vermögensverwaltern, Pensionsfonds und Finanzinstituten eingereicht worden. Neben den US-Konzernen richtete sie sich auch gegen die Schweizer UBS, die britischen Institute Barclays und NatWest sowie gegen die japanische MUFG.
Evans brachte damals die Klage auf opt-out-Basis ein. Das bedeutet, potenzielle Anspruchsteller werden mit in den Fall einbezogen, sofern sie sich nicht dagegen entscheiden.
Evans Klage fußt auf Erkenntnissen der Europäischen Kommission, die gegen Banken 2019 Geldstrafen von mehr als einer Milliarde Euro verhängt hatte. Dabei ging es um Manipulationen am Devisenmarkt im Zeitraum zwischen 2007 und 2013.
Der Skandal, in den viele internationale Investmentbanken verwickelt waren, hatte für großes Aufsehen gesorgt. Wegen der Manipulationen hatten Aufsichtsbehörden weltweit insgesamt rund elf Milliarden Dollar Strafen gegen Finanzhäuser verhängt.
Evans Anwalt Anthony Maton erklärte zu der Entscheidung des Berufungsgerichts: „Ein Urteil dieser Art war notwendig, damit alle britischen Unternehmen – große und kleine –, die durch die Manipulation der Devisenmärkte Verluste erlitten haben, eine Entschädigung erhalten“. JP Morgan und UBS lehnten eine Stellungnahme ab. Die anderen Finanzhäuser reagierten nicht sofort auf eine entsprechende Anfrage.