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Dow Jones, S&P 500, NasdaqWall Street öffnet vor Fed-Entscheid im Minus – Finanzministerin rechnet mit „weicher Landung“

Die wichtigsten US-Indizes verloren zu Beginn des Handelstags an Wert. Der Lebensmittel-Lieferdienst Instacart startet am Dienstag in den Handel. 19.09.2023 - 16:29 Uhr

Ein Straßenschild an der New York Stock Exchange.

Foto: Reuters

Nach einem schwachen Wochenauftakt wagen sich die Anleger an den Aktienmärkten am Dienstag weiterhin nicht aus der Deckung. Viele warten auf den Entscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch und Hinweise auf den weiteren Kurs der Notenbanker in ihrem Kampf gegen die Inflation.

Die wichtigsten US-Indizes eröffneten im Minus. Der Dow Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Handelsstunden 0,6 Prozent und notierte bei 34.431 Punkten. Der breiter angelegte S&P 500 lag 0,6 Prozent tiefer bei 4426 Punkten. Der technologielastige Nasdaq notierte 0,9 Prozent schwächer bei 13.594 Zählern.

Die Furcht vor einem zu knappen Angebot trieb die Ölpreise auf ein 10-Monats-Hoch. Rohöl der Sorte Brent kletterte um gut ein Prozent auf 95,70 Dollar pro Barrel, US-Leichtöl WTI verteuerte sich um gut zwei Prozent auf 93,37 Dollar pro Barrel.

Der US-Energiebehörde EIA zufolge dürfte die US-Ölproduktion aus den wichtigsten Schieferproduktionsregionen im Oktober auf 9,393 Millionen Barrel pro Tag (bpd) sinken. Das sei der niedrigste Stand seit Mai 2023. Anfang des Monats hatten Saudi-Arabien und Russland die Ölförderkürzungen bis Ende 2023 verlängert und damit die Preisrally angeheizt.

„Der hohe Ölpreis lässt befürchten, dass die Inflation länger hoch bleiben könnte“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Und wenn die Inflation länger hoch bleibt, könnten die Leitzinsen länger als bisher gedacht auf dem aktuellen Niveau verharren.“

Alle Augen auf der Fed

Mit Spannung warteten Börsianer daher auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch. Zwar gehen die meisten Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Währungshüter eine Pause bei den Zinserhöhungen in ihrem Kampf gegen die Inflation einlegen werden. Sie erhoffen sich jedoch Hinweise darauf, wie lange die Fed die Zinsen voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau belassen wird.

„Die meisten Menschen glauben zwar, dass die Fed bei dieser Sitzung eine Zinserhöhungspause einlegen wird, und sie würden gerne glauben, dass sie auch bei der nächsten Sitzung eine Pause einlegen wird“, sagte Robert Pavlik, Manager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. „Sie sind sich aber nicht ganz sicher, und das ist der Grund, warum der Markt im Moment eine Art Verkaufstour macht.“

>> Lesen Sie hier: Die Angst vor der zweiten Inflationswelle in den USA

„Die ganze Debatte hat sich jetzt von der Frage, wo der Höchstzins liegt, hin zu der Frage, wie lange man auf dem Höchststand bleibt, verlagert“, sagte Duncan MacInnes, Investmentdirektor beim britischen Unternehmen Ruffer. Im Vorfeld des Fed-Entscheids notierte der Dollar-Index, der den Wert zu wichtigen Währungen widerspiegelt, mit 105,08 Punkten knapp unter seinem jüngsten Sechs-Monats-Hoch.

Finanzministerin Yellen rechnet mit „weicher Landung“

Trotz kurzfristiger Risiken wie den Folgen der Zinserhöhungen sowie dem großen Streik in der Autoindustrie rechnet US-Finanzministerin Janet Yellen mit einer „weichen Landung“ der weltgrößten Volkswirtschaft. „Was ich in der Wirtschaft sehe, ist eine Abkühlung auf dem Arbeitsmarkt, die auf gesunde Weise stattfindet und nicht mit Massenentlassungen einhergeht“, sagte Yellen in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Die US-Autogewerkschaft UAW hat ihren Streik bei den drei großen Herstellern GM, Ford und Stellantis zuletzt fortgesetzt. Sie will 36 Prozent mehr Lohn für eine Laufzeit von rund vier Jahren durchsetzen. „Der Präsident beobachtet die Situation genau, hat Leute nach Detroit geschickt“, sagte Yellen. Er fordere die Autohersteller zu aktiven Verhandlungen mit den Gewerkschaften auf, „um einen fairen Deal zu erzielen“.

>> Lesen Sie hier: So könnte ein Amtsenthebungsverfahren dem US-Präsidenten schaden

Den erneuten Haushaltsstreit mit den oppositionellen Republikanern kritisierte die Demokratin. „Er stellt ein unnötiges Risiko für die Wirtschaft und das normale Funktionieren der Regierung dar“, sagte Yellen. Ende September geht der US-Regierung das Geld aus, wenn sich beide Seiten nicht einigen können.

Dann droht ein sogenannter „Shutdown“, bei dem die Regierung keine Löhne mehr zahlen könnte und einen Teil der Verwaltung schließen müsste. Einige Republikaner im Repräsentantenhaus fordern Ausgabenkürzungen, die über das im Juni vereinbarte Niveau hinausgehen.

Bei den Einzelhändlern richtet sich der Blick bereits auf das wichtige Weihnachtsgeschäft. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Morning Consult im Auftrag von CNBC planen die Amerikaner, ihre Ausgaben weiter zu reduzieren.

Die große Mehrheit (92 Prozent) der Erwachsenen gab an, dass sie ihre Ausgaben in den letzten sechs Monaten reduziert haben. Mit Blick auf die Zukunft sagten mehr als drei Viertel der Befragten, dass sie planen, ihre Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter zu kürzen, und 62 Prozent erwarten, dass sie in den nächsten sechs Monaten „manchmal“ oder „öfter“ bei lebensnotwendigen Gütern sparen werden, so das Ergebnis der Umfrage.

Handelsstart von Instacart

Im Laufe des Dienstagshandels kann erstmals die Aktie von Maplebear gehandelt werden, die Muttergesellschaft des Lebensmittellieferdienstes Instacart. Der Börsengang mit einem Volumen von 660 Millionen Dollar, der viertgrößte in den USA in diesem Jahr, verspricht, sowohl für die Lebensmittellieferungsbranche als auch für andere Start-ups, die mit Verbraucherdaten Geld verdienen wollen, richtungsweisend zu sein.

Die Kunden wählen über die App ihre gewünschten Produkte aus, die dann an ihre Haustür geliefert werden. Instacart arbeitet mit den meisten großen US-Einzelhändlern wie Walmart Inc., Kroger Co. und CVS Health Corp. zusammen, um den Prozess zu vereinfachen.

>> Lesen Sie hier: Neuer Hype um Tech-Börsengänge – Doch sind die Aktien auch ein Kauf?

Das Unternehmen hat Jahre damit verbracht, seine Anzeigensparte aufzubauen – ein Geschäft mit höheren Margen, das aus einem Fundus von Einkaufsdaten Kapital schlägt. Diese Entwicklung hat dazu beigetragen, dem Börsengang mehr Schwung zu verleihen.

Einzelwerte im Fokus

Dell Technologies: Die Analysten von Daiwa Capital Markets stuften das Papier des PC-Herstellers von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch. Der texanische Konzern hatte im vergangen Monat seine Jahresprognose angehoben, weil sich die Nachfrage nach Computer-Hardware laut Konzernangaben wieder stabilisierte. Die Anleger belohnen das mit einem Kursanstieg von 1,1 Prozent.

Target: Der US-Einzelhändler bereitet sich auf das Weihnachtsgeschäft vor und stellt Tausende Saisonarbeiter ein. Insgesamt sollen 100.000 neue Mitarbeiter hinzukommen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Bereits im Oktober wolle Target zudem Preisnachlässe anbieten, um die inflationsgeplagten Kunden anzulocken. Die Kurse des Unternehmens verlieren nach Börseneröffnung 0,2 Prozent.

Starbucks: Die Analysten von TD Cowen stuften die Papiere der Kaffekette von „outperform“ auf „marketperform“ herab und begründete dies mit wahrscheinlich niedrigeren Verbraucherausgaben in China. Die Aktien geben 2,5 Prozent nach.

Arm: Der Chiphersteller wird seit vergangener Woche an der US-Börse gehandelt. Nachdem die Aktie am ersten Tag um mehr als zwanzig Prozent zulegte, hat sie mittlerweile an Schwung verloren. Nach Börseneröffnung notierte sie 5,8 Prozent im Minus.

rtr
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