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X und Co.Kostenpflichtige Abos für Kurznachrichten im Netz? Elon Musk hat Recht

Elon Musk hat angekündigt, künftig Gebühren für die Nutzung des Kurznachrichtendienstes X erheben zu wollen. Da ist eine gute Nachricht, die in der Netzwelt Schule machen sollte. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Thomas Kuhn 22.09.2023 - 09:56 Uhr

X-Eigner Elon Musk will für die Nutzung des bisher als Twitter bekannten Kurznachrichtendienstes künftig Geld verlangen.

Foto: REUTERS

Üblicherweise erntet Elon Musk mit vielen seiner Ideen heftigen Widerspruch im Netz. Aber in diesem Fall muss ich dem ebenso sprunghaften wie libertären Multiunternehmer unbedingt beipflichten. Vor wenigen Tagen hat er im Gespräch mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu angekündigt, für die Nutzung des bisher kostenfrei nutzbaren Kurznachrichtendienstes X – dem vormaligen Twitter – künftig eine monatliche Gebühr zu verlangen. Das ist absolut richtig.

Inzwischen hat Musk zwar konkretisiert, dass weder Termin noch Preis bisher feststehen. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht auch nicht darum, ob der Schritt Musk hilft, das chronisch defizitäre Angebot doch irgendwann einmal profitabel zu machen. Der Gedanke, für Kommunikation im Netz Geld zu verlangen, adressiert eher nebenbei ein ganz grundsätzliches, viel tiefer liegendes Problem der Internetökonomie. Und das ist überfällig.

Grenzkosten nahe Null

Denn tatsächlich ist bisherige Gratiskultur beim Online-Nachrichtenversand eine der wichtigsten Ursachen dafür, dass das Netz zunehmend als Hetz- und Propagandaplattform missbraucht wird und, dass die Flut der Cyberattacken ungebremst steigt. Der Grund ist simpel: Falschmeldungen im Internet zu verbreiten kostet faktisch nichts. Gleiches gilt für den Versand von Phishing-Nachrichten oder Schadcode über Messengerdienste oder E-Mails.

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Ein kostenloses und zudem anonymes Konto bei einem der Messagingdienste oder auf E-Mail-Plattformen wie Gmail, Outlook oder Yahoo zu eröffnen, ist ein Leichtes. Anschließend lassen sich darüber Spam und Schadcode zu Grenzkosten nahe Null millionenfach übers Web verbreiten. Dass sich selbst plumpeste Betrugsversuche für Cyberkriminelle lohnen, liegt allein daran, dass sie der Massenversand nichts kostet. Denn schon ein einziges Opfer, das darauf hereinfällt, reicht aus, die Attacken rentabel zu machen.

All das würde sich ändern, wenn Kurznachrichten und E-Mails Porto kosteten. In dem Moment, in dem der Versand von Nachrichten nicht mehr gratis ist, zerbricht das Geschäftsmodell großer Teile der Schattenwirtschaft im Netz, aber auch für Hassbotschaften und Meinungsmache. Erst recht, wenn die notwendige Angabe von Zahlungsdaten die Absender aus der Anonymität zwingt. Selbst marginale Beträge pro versandter Botschaft würden Hacking-Attacken und Spam-Kampagnen schlagartig unrentabel machen. 

Dass ein Monatsabo für Twitter, pardon „X“, wie es Elon Musk ins Gespräch gebracht hat, die Pest im Netz nicht allein eindämmen wird, versteht sich von selbst. Aber das Vorbild könnte Schule machen. 

Lesen Sie auch: Sachsens Gesundheits- und Sozialministerium hat eine Viertelmillion Euro an Cyberbetrüger gezahlt. Die Beamten wurden Opfer eines altbekannten E-Mail-Tricks. Was Unternehmen und Privatleute daraus lernen sollten.

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