1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Deutsche Bahn: Streicht den Vorständen die unsinnigen Boni!

Reform der ChefgehälterStreicht den Bahn-Vorständen die unsinnigen Boni!

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn will die Gehälter der Vorstände reformieren und Boni erst auszahlen, wenn die Manager langfristige Ziele erreichen. Gut so. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Artur Lebedew 22.09.2023 - 14:51 Uhr

Bahn-Chef Richard Lutz ist seit 13 Jahren im Vorstand des Staatsunternehmens. Die Qualität der Bahn hat sich in dieser Zeit nicht verbessert.

Foto: REUTERS

Der Aufschrei war bis in den letzten noch offenen Regionalbahnhof zu hören: Wie ist es möglich, dass die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr so unpünktlich war wie noch nie, die Kunden immer frustrierter sind – und Bahn-Chef Richard Lutz 1,2 Millionen Euro an Leistungsboni einstreicht? Das konnten selbst die größten Verteidiger des Managers nicht erklären.

In Zukunft können sie sich die Wortakrobatik womöglich sparen. Wie der „Spiegel“ berichtet, plant der Aufsichtsrat des Staatsunternehmens, die Vergütung der Bahn-Vorstände zu reformieren und Boni weniger an kurzfristige Ziele, Gewinne etwa, zu knüpfen. Für das, was die Bahn ihren Chefs überweist, sollen stattdessen eher langfristige Erfolge eine Rolle spielen – wie eben die Pünktlichkeit der Züge.

Das ist eine gute – und eine überfällige – Entscheidung für die Kunden der Deutschen Bahn.

Das Unternehmen steht vor seiner größten Reform seit der Privatisierung vor 30 Jahren. Weite Teile der Infrastruktur sollen endlich mit Investitionen von 45 Milliarden Euro kernsaniert werden. Durch den angestrebten Verkauf der Speditionssparte DB Schenker rückt das Schienennetz wieder in den Mittelpunkt des Unternehmens. Doch es braucht eben auch Manager, die die sich hoffentlich verbessernden Voraussetzungen nutzen: die jeden Tag nach Qualitätsverbesserungen streben.

Deshalb müssen Boni die richtigen Anreize setzen. Die Pünktlichkeitswerte sind gestiegen? Danke, dafür gibt es einen Bonus. Das WLAN funktioniert immer noch nicht? Dann bleiben die Zahlungen aus.

Die Deutsche Bahn braucht hoch qualifizierte Spezialisten, sie muss deshalb beim Gehalt mit Dax-Konzernen mithalten. Die Grundvergütung muss also ausreichend hoch sein. Boni sollte es aber nur geben, wenn die Reisequalität stimmt. Bahn-Chef Richard Lutz hat dieses Ziel offensichtlich verfehlt. Im Vorstand der Bahn sitzt er bereits seit 13 Jahren. Fürs Erste gibt es deshalb keinen Grund, ihm auch nur einen Euro an Erfolgszahlungen zu überweisen.

Dieser Beitrag entstammt dem WiWo-Newsletter Daily Punch. Der Newsletter liefert Ihnen den täglichen Kommentar aus der WiWo-Redaktion ins Postfach. Immer auf den Punkt, immer mit Punch. Außerdem im Punch: der Überblick über die fünf wichtigsten Themen des Tages. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick