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IsraelBidens Nahostreise ist bereits gescheitert

Setzt sich die Eskalation fort, steht bald der gesamte Nahe Osten in Flammen. Dass Jordanien das Treffen mit Joe Biden abgesagt hat, zeigt die Hoffnungslosigkeit der Lage. Ein KommentarKOMMENTAR von Daniel Goffart 18.10.2023 - 14:31 Uhr

US-Präsident Joe Biden bei seinem Besuch in Israel

Foto: REUTERS

Das erste Opfer in einem Krieg ist die Wahrheit. Die Terrororganisation Hamas beschuldigt Israel, die Bombe auf das Krankenhaus im Gazastreifen abgefeuert zu haben, die Israelis sprechen von einer fehlgeleiteten Hamas-Rakete. Verifizieren lässt sich das so schnell aktuell nicht, aber das furchtbare Ereignis hat bereits eine fatale Wirkung entfaltet: Das geplante Treffen von US-Präsident Joe Biden mit dem jordanischen König und dem ägyptischen Staatspräsidenten wurde abgesagt.

Zwar ist der demonstrative Besuch des Amerikaners am heutigen Mittwoch in Jerusalem eine wichtige Geste der Solidarität mit Israel, die neben Worten auch weitere finanzielle und militärische Hilfe mit sich bringen wird. Aber der geplante zweite Teil von Bidens Nahostmission wäre ebenfalls wichtig gewesen – nämlich der Versuch, beim Gespräch in Jordanien den Gesprächsfaden zur arabischen Seite in dieser bedrohlichen Lage nicht abreißen zu lassen.

Wenn aber selbst der amerikanische Präsident mit seinen Bemühungen scheitert, muss im weiteren Verlauf des Krieges mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Das betrifft zuallererst das Schicksal der Geiseln, die von den palästinensischen Terroristen verschleppt wurden. Es geht aber auch um die Frage, ob die absehbare Brutalisierung des Konflikts auf Kosten der Zivilbevölkerung im Gazastreifen noch abwendbar ist. Je weiter sich die Gewalt hochschaukelt, desto weniger werden auch jene raren Stimmen in der arabischen Welt Gehör finden, die helfen könnten, den Krieg zu begrenzen.

So verständlich der Wunsch Israels ist, nach den Terrorakten der Hamas gegen unschuldige und wehrlose Menschen nun Rache zu üben, so wenig wird es helfen, auf Terror mit neuem Terror zu antworten und die Zivilbevölkerung durch Blockaden auszuhungern und mit Bomben zu töten. Die Bestrafung der verantwortlichen Palästinenser für den feigen Anschlag ist Israels gutes Recht. Aber wohin soll dieser Krieg führen, wenn er unterschiedslos auch die Einwohner des Gazastreifens trifft? Rache und Bestrafung sind Gründe für einen Krieg, aber sie stellen kein Kriegsziel dar. Setzt sich die Eskalation fort, steht bald die gesamte Nahostregion in Flammen.

Lesen Sie auch: Die sechs taktischen Gefahren einer Gaza-Invasion

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