100 neue Filialen geplant: Paris, Mailand und Madrid: C&A will in die Modezentren
C&A betreibt insgesamt rund 1.250 Filialen, verteilt auf 17 Länder.
Foto: imago imagesDer Düsseldorfer Bekleidungsfilialist C&A plant, in den kommenden drei Jahren rund 100 neue Geschäfte zu eröffnen. Im Fokus stehen dabei Polen und Rumänien – und Italien. 2024 will C&A in Mailand starten – in Innenstadtlage.
Die Eröffnung ist Teil der Filialstrategie „Back to the city centers“. Man wolle dorthin, wo die Kunden es sich wünschen, heißt es bei C&A. Im Mode-Land Italien ist der Konzern bislang mit weniger als zehn Standorten vertreten. „In Italien sehen wir großes Potential“, sagt eine C&A-Sprecherin gegenüber der WirtschaftsWoche.
Insgesamt gibt C&A die Anzahl seiner Filialen auf Nachfrage mit rund 1.250 an. Wie viele davon C&A schließen wird, ob also unterm Strich eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Filialnetzes steht, sagt der Konzern indes nicht. Man spricht lieber über die Neueröffnungen. Davon sind mehrere gesichert: 2024 wird C&A gleich zwei neue Standorte in Amsterdam eröffnen, ein weiteres Geschäft im Zentrum von Madrid und auch eines im Hamburger Überseequartier werden dazukommen. Auch in Paris, wo C&A bereits zwei Filialen in Stadtrandlage betreibt, sucht C&A nach einem weiteren Standort in Innenstadtlage.
Seit bald drei Jahren ist die langjährige Ikea-Managerin Giny Boer an der Konzernspitze. Boer startete im Winter 2020 als eine Art Beobachterin bei C&A: Drei Monate lang schaute sie sich das Geschehen an, an der Seite Ihres Vorgängers Edward Brenninkmeijer, einem Nachfahren der C&A-Gründer. Während dieser Zeit, so erzählte es Boer, habe sie mehrere Notizblöcke vollgeschrieben. Dann erarbeitete sie eine Strategie namens „One C&A“. Zu Beginn des Jahres 2021 übernahm Boer die Geschäfte bei C&A mit Sitz in Düsseldorf. Ein wesentlicher Punkt ihrer Strategie ist die Evaluierung und Modernisierung des Filialnetzes. So werden zahlreiche Filialen auch verkleinert, wie etwa das gerade nach Umbau wiedereröffnete Geschäft in der Hamburger Mönckebergstraße: Umfasste die Filiale vorher sechs Etagen, sind es jetzt noch vier.
Der Grund für Boers Engagement: Das Unternehmen, 1841 in den Niederlanden gegründet, steckt in einer Krise. Auch wenn die Brenninkmeijer-Holding Cofra mit Sitz in der Schweiz keine Zahlen für das Unternehmen veröffentlicht, weiß man in der Branche: Das Geschäft schrumpft, die Mitarbeiterzahl sinkt – und den Onlinehandel hatte C&A lange Zeit komplett verschlafen.
Inwiefern die neue Chefin Giny Boer nun schon das Geschäft umzudrehen vermochte, lässt sich aufgrund der Diskretion der Inhaber schwer beurteilen. Immerhin für den wichtigsten Markt Deutschland sind Zahlen im Bundesanzeiger veröffentlicht: Demnach konnte C&A im vergangenen Geschäftsjahr (März 2021 bis Februar 2022) hierzulande deutlich zulegen: Die Umsätze stiegen um 30 Prozent von 1,39 Milliarden Euro auf 1,8 Milliarden Euro. Allerdings war das vorangegangene Geschäftsjahr (2020/2021) durch die Corona-Effekte besonders belastet. Das Vor-Corona-Niveau hat C&A noch nicht wieder erreicht.