Quartalszahlen: Lufthansa meldet profitabelsten Sommer der Firmengeschichte
Lufthansa könnte erstmals wieder das Ergebnis aus dem Vor-Corona-Sommer 2019 übertreffen.
Foto: imago imagesEin starker Reisesommer hat der Lufthansa einen kräftigen Gewinnanstieg im dritten Quartal gesorgt. Von Juli bis September schnellte das bereinigte Betriebsergebnis um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Sommer sei der profitabelste der Firmengeschichte gewesen. Der Umsatz erreichte mit 10,3 Milliarden Euro ein Rekordhoch und übertrifft erstmals wieder das Ergebnis aus dem Vor-Corona-Sommer 2019, obwohl rund 15 Prozent weniger Flüge als damals absolviert wurden.
Das Unternehmen schnitt damit besser ab als von Analysten erwartet, die mit 1,43 Milliarden Euro gerechnet hatten. Bei hoher Nachfrage, größerem Angebot und stabil hohen Ticketpreisen flogen die Passagier-Airlines fast den gesamten Gewinn ein. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo erreichte gerade so die schwarzen Zahlen, nachdem eine Sonderkonjunktur während der Corona-Pandemie letztes Jahr noch 331 Millionen Euro Betriebsgewinn eingebracht hatte.
„Auch wenn die geopolitische Lage herausfordernd bleibt, stimmt uns unser Buchungsausblick positiv – nicht nur für ein sehr gutes Konzernergebnis in diesem Jahr, sondern auch darüber hinaus“, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr. Die Lufthansa bekräftigte trotz anhaltend hoher Buchungen im vierten Quartal das Gewinnziel von mehr als 2,6 Milliarden Euro, was nach 2017 und 2018 das drittbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte wäre. Damals hatte Lufthansa auch von der Pleite der Konkurrentin Air Berlin profitiert.
Lufthansa arbeitet am Umbau zur fokussierten Airline-Gruppe
Nach neun Monaten sind davon schon 2,2 Milliarden Euro erreicht. Grund zur Vorsicht ist der Anstieg des Ölpreises, der die Treibstoffrechnung in diesem Jahr auf acht Milliarden Euro treibt – 500 Millionen Euro mehr als vor drei Monaten geschätzt. Doch weiterhin kämpft das Unternehmen mit der schleppenden Auslieferung neuer Langstreckenflugzeuge sowie mit den schwächelnden Abfertigungskapazitäten an den Drehkreuzen Frankfurt und München.
Strategisch arbeitet der Kranich-Konzern am Umbau zu einer fokussierten Airline-Gruppe. Die vereinbarte Übernahme einer 41-Prozent-Minderheit an der italienischen Staatsgesellschaft Ita soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Am Mittwoch hatte Lufthansa den Abschluss des Verkaufs der Catering-Tochter LSG mit ihren rund 20.000 Beschäftigten an den Finanzinvestor Aurelius bekanntgegeben. Im kommenden Jahr soll zudem der Verkauf des Dienstleisters AirPlus an die schwedische Bank SEB finalisiert sein. Für die Lufthansa Technik sucht der Konzern einen Minderheitsgesellschafter.
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