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KonjunkturJapans Wirtschaft schrumpft – „Rezession nicht auszuschließen“

Die japanische Wirtschaft ist im Sommer dreimal so stark zurückgegangen wie Experten erwartet hatten. Vor allem die Inflation belastet die Konjunktur. 15.11.2023 - 11:18 Uhr

Auch die schwache Auslandsnachfrage schmälert das japanische BIP.

Foto: dpa

Die japanische Wirtschaft ist im Sommer geschrumpft und hat damit die Wachstumsserie der ersten zwei Quartale beendet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank zwischen Juli und September auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent, wie aus Regierungsdaten vom Mittwoch hervorging. Der Rückgang war mehr als dreimal so stark wie von Ökonomen erwartet. Sie hatten nur mit minus 0,6 Prozent gerechnet, nach plus 4,5 Prozent im Frühjahr.

Vor allem die weltweit nachlassende Nachfrage und die hartnäckige Inflation belasteten Experten zufolge die stark exportorientierte japanische Konjunktur und sorgten für schwindende Konsumausgaben bei den Haushalten. „Angesichts des Fehlens eines Wachstumsmotors würde es mich nicht überraschen, wenn die japanische Wirtschaft im laufenden Quartal erneut schrumpft“, sagte Takeshi Minami, Chefökonom des Norinchukin Research Institute mit Blick auf das vierte Quartal. „Das Risiko, dass Japan in eine Rezession abrutscht, ist nicht auszuschließen.“

So stagnierte der Konsum im Sommerquartal überraschend, nachdem er zuvor bereits um 0,9 Prozent gesunken war. Das hat vor allem mit der Inflation zu tun. Die Reallöhne, ein Barometer für die Kaufkraft der Verbraucher, fielen im September um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und verzeichneten somit den 18. monatlichen Rückgang in Folge.

Regierungschef Fumio Kishida hatte die Firmen zuletzt verstärkt zu Lohnerhöhungen aufgefordert und ein milliardenschweres Bündel an Maßnahmen angekündigt. Analysten bezweifeln jedoch, ob dies die Wirtschaft ankurbeln wird. „Die Regierung hat wieder einmal ein Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, das unter anderem Steuersenkungen und Subventionen für private Haushalte vorsieht“, sagte LBBW-Experte Matthias Krieger. „Dies dürfte das BIP-Wachstum im vierten Quartal stützen, aber kaum für einen grundlegenden Stimmungsumschwung und schon gar nicht für einen selbsttragenden Aufschwung sorgen.“

Zudem schmälerte die schwache Auslandsnachfrage das BIP erwartungsgemäß um 0,1 Prozentpunkte. Auch die Investitionen gingen mit 0,6 Prozent überraschend zurück und bremsten so die Konjunktur. Damit wurden Zweifel an der Hoffnung der japanischen Zentralbank (BOJ) geschürt, dass Unternehmensinvestitionen die Wirtschaft stützen werden. „Die enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal sind eine ernüchternde Erinnerung daran, dass das Land noch nicht über den Berg ist“, sagte Stefan Angrick, Volkswirt bei Moody's Analytics.

rtr
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