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Blackstone TechnologySkandal-Start-up aus Sachsen wird zerschlagen

Batterien aus dem 3D-Drucker: Mit dieser Story sicherte sich die Firma Millionenförderungen, meldete im Juni aber Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Insolvenzverwalter hat noch keinen Käufer gefunden.Volker ter Haseborg 18.12.2023 - 15:13 Uhr
Foto: dpa Picture-Alliance

Eine Batterie-Weltneuheit made in Sachsen – dieses Versprechen hat Regierungen und Investoren um Millionen gebracht. Das Start-up Blackstone Technology aus Döbeln in Sachsen wollte mit Batterien aus dem 3D-Drucker den weltweiten Markt erobern.

Damit ist es gescheitert: Im Juni meldete die Firma Insolvenz an, jetzt hat sich der Dresdner Rechtsanwalt Thomas Beck zu Wort gemeldet, er ist der Insolvenzverwalter von Blackstone Technology.

84 Gläubiger hätten Forderungen im Umfang von 16 Millionen Euro angemeldet, erklärte Beck. Er hätte mit „namhaften Interessenten“ über eine Gesamtübernahme verhandelt. „Schlussendlich hat kein Interessent ein Angebot für den Standort Döbeln abgegeben.“ Deshalb habe ihn die Gläubigerversammlung damit beauftragt, Maschinen und Anlagen bestmöglich zu verwerten. „Angestrebt ist ein Komplettverkauf.“

Maschine mit Macken: Mit dieser Anlage wollte Blackstones Exdeutschlandchef Holger Gritzka Batterien drucken

Foto: PR

Attrappen für Politiker?

Mit der Batterie-Story hatte Ulrich Ernst, Chef der Schweizer Muttergesellschaft Blackstone Resources, nicht nur Anleger dazu gebracht, in die Blackstone-Aktie zu investieren. Blackstone hat sich vor allem Fördergelder in Höhe von über 30 Millionen gesichert – beim Bundeswirtschaftsministerium, dem Land Sachsen, der Schweiz und der Europäischen Kommission. Das Geld ist zum Teil bereits ausgezahlt worden.

Lesen Sie auch: Die Akte Blackstone

Im Mai hatte die WirtschaftsWoche darüber berichtet, dass es erhebliche Zweifel an der Erfolgsgeschichte gibt. Demnach könnte es eine Serienproduktion von Batterien aus dem 3D-Drucker in Döbeln nie gegeben haben – weil die Anlage nicht richtig funktioniert haben soll. Blackstone verbreitete weiter Erfolgsmeldungen. Und Politiker ließen sich für Unternehmens-PR einspannen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer posierte vor dem 3D-Drucker, sein Wirtschaftsminister Holger Dulig ließ sich mit Batteriezellen fotografieren. Die Zellen sollen Attrappen gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug. 

Zweifel an der Erfolgsgeschichte

Die Akte Blackstone

von Volker ter Haseborg

Firmenchef Ulrich Ernst erklärte im Mai, man sehe „einer möglichen Untersuchung und deren Ergebnissen positiv entgegen“. Blackstone habe erfolgreich ein 3D-Druckverfahren zur Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie aufgestellt, getestet – und produziert.

Lesen Sie auch: Die Akte Blackstone – eine Dokumentation über eine Erfolgsgeschichte, in der es nur Verlierer gibt.

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