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Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.
Foto: imago images, WirtschaftsWocheDie Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.
Seit einem Jahr läuft in München der Prozess. Die Anklage wirft Braun und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.
Am Mittwoch war ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der Firma Senjo aus Singapur als Zeuge geladen. Senjo war einer der Partner, mit dem Wirecard das umstrittene Drittpartnergeschäft abgewickelt hat. Die Gewinne daraus – 1,9 Milliarden Euro – hat es nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht gegeben. Kann der Mann aus Malaysia den angeklagten Ex-Wirecard-Chef Markus Braun entlasten – oder belasten?
Unser Reporter war dabei und berichtete für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

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Und Ocap sollte noch einmal 100 Millionen Euro bekommen. Im März 2020, als Wirecard schon tief in der Krise steckte und die KPMG-Untersuchung bereits lief. Das Geld wurde am 27. März 2020 an Ocap ausgezahlt.
Die Spur des Geldes ist in diesem Fall höchst interessant: Ocap überwies das Geld auf ein Konto einer Bank mit Sitz in Litauen. 35 Millionen davon landeten auf einem Konto von Jan Marsalek, der das Geld wiederum an die Beteiligungsgesellschaft von Markus Braun weiterleitete. Braun hatte Marsalek das Geld geliehen. Nun brauchte er das Geld, um einen Kredit bei der Deutschen Bank in Höhe von 150 Millionen Euro abzulösen, die Wirecard Bank hatte die Ablösung zwischenfinanziert.
Zeuge Yoshio Tomiie will nichts von all dem mitbekommen haben. Er will davon jetzt zum ersten Mal gehört haben.

Obwohl Ocap die Zinsen für die Kredite nicht zahlte, wurden die Kredite vom Wirecard-Vorstand verlängert. Die Kreditwürdigkeit von Ocap wurde nicht überprüft.
Wie sollte Ocap das Geld zurückzahlen? Zumindest zum Schein sollte es so aussehen, dass Ocap den Kredit bedienen konnte: Braun, von Erffa, Marsalek, O‘ Sullivan und H. planten laut Staatsanwaltschaft ein Modell, in dem Forderungen, die Ocap gegenüber anderen Firmen hatte, verbrieft werden sollten. So sollten Sicherheiten für Wirecard besorgt werden. Denn: Diese Forderungen sollten anschließend durch Wirecard übernommen werden. So wurde der Kredit bedient, zumindest auf dem Papier. Die Forderungen waren wie auch das MCA-Geschäft erfunden, so die Staatsanwaltschaft. Ein Schein-Geschäft, um die Seriosität von Ocap zu untermauern.
Tomiie kann dazu nichts beitragen.


















Sie wollen noch mehr erfahren über Markus Braun und die Geschichte von Wirecard? Die wichtigsten Hintergrundgeschichten der WirtschaftsWoche zum Wirecard-Skandal lesen Sie hier:
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- Diese Rätsel rund um Wirecard werden wohl nie aufgeklärt
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- Die Wirecard-Story: Die Erfolgsgeschichte, die zu schön war, um wahr zu sein. Von Anfang an.