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  4. Heizkosten: Deutsche heizen mehr, trotz steigender Kosten und Wegfall der Preisbremsen

EnergiekostenDie Deutschen befürchten höhere Heizkosten – und sparen trotzdem nicht

Neueste Verbrauchsdaten zeigen, dass die Deutschen wieder mehr heizen – allen Spar-Appellen zum Trotz. Dabei könnten die Energiekosten bald steigen: Die Preisbremsen für Gas, Heizöl und Fernwärme fallen in Kürze weg.Martin Gerth 15.02.2024 - 08:00 Uhr

Die Deutschen drehen die Heizkörper wieder stärker auf – trotz der Sparappelle. 

Foto: imago images

Die Appelle an deutsche Haushalte, weniger zu heizen, wirken nicht mehr. In der aktuellen Heizperiode von September 2023 bis Januar 2024 stieg der Verbrauch witterungsbereinigt um neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies hat der Energiedienstleister Ista aus Verbrauchsdaten von 350.000 Haushalten ermittelt. In der Heizperiode 2022/2023 haben die Deutschen noch 15 Prozent weniger verbraucht als im Vorjahreszeitraum.

Die aktuellen Verbrauchswerte für die Heizperiode 2023/2024 sind überraschend, weil viele Deutsche steigende Heizkosten befürchten. Laut einer Umfrage von Yougov im Auftrag von Ista geben 43 Prozent der Anfang Februar befragten Mieter an, dass sie mit höheren Ausgaben fürs Heizen rechnen. Im Januar lag die Quote mit 36 Prozent deutlich darunter.

Weil Ende März die Preisbremsen für Erdgas, Heizöl und Fernwärme auslaufen, steigt das Risiko für steigende Heizkosten. Das gilt insbesondere für Fernwärme. Denn die Preisbremse lag bisher bei 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Die tatsächlichen Preise, die Versorger und Stadtwerke verlangen, sind derzeit teilweise deutlich höher. Laut einer Studie des Finanzmathematikers Werner Siepe lag im vergangenen Jahr der durchschnittliche verbrauchsabhängige Arbeitspreis für mit Erdgas erzeugter Fernwärme bei 13,7 Cent pro Kilowattstunde. 

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von Martin Gerth

Schon vor Beginn der Energiekrise, die im Februar 2022 mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine begann, lag der durchschnittliche Preis für Fernwärme laut Ista um rund vier Cent pro Kilowattstunde über dem für Erdgas. Das liege an den Mehrkosten bei der Produktion von Wärme gegenüber dem Marktpreis für Brennstoffe, so Ista. Verluste beim Umwandeln von Brennstoffen in Wärme entstünden auch bei Öl- und Gasheizkesseln.

Bei Erdgas sieht die Situation anders aus. Der Erdgaspreis für private Haushalte hat sich laut dem Vergleichsportal Verivox inzwischen deutlich unter der auslaufenden Deckelung von 12 Cent je Kilowattstunde eingependelt. Für das Gesamtjahr 2023 geht Ista davon aus, dass Erdgas in etwa so teuer war wie die staatliche Preisbremse von 12 Cent je Kilowattstunde. 

Lange Zeit haben Mieter erst mit der Nebenkostenabrechnung ihres Vermieters erfahren, ob sie im abgelaufenen Jahr mehr oder weniger geheizt haben als im Vorjahr. Seit Januar 2022 erhält zumindest ein Teil der Mieter monatliche Verbrauchsinformationen. Möglich ist das, weil viele Vermieter inzwischen fernablesbare digitale Messgeräte einsetzen.

Laut Ista erfüllen 75 Prozent der Haushalte inzwischen die technischen Voraussetzungen für eine monatliche Verbrauchsinformation. Tatsächlich erhalten jedoch nur 20 Prozent der Haushalte eine solche Übersicht. Bis Ende 2026 müssen Vermieter ihre Heizkostenmessung digitalisieren, um monatliche Verbrauchsinformationen zu ermöglichen.

Eine bessere Verbrauchskontrolle wird von 2027 an auch nötig sein, denn dann gelten die CO2-Preise, die sich im europäischen Emissionshandel bilden, auch für Wohngebäude. Und die sind mit derzeit rund 70 Euro pro Tonne CO2 deutlich höher als die derzeit geltende CO2-Abgabe auf Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl von 45 Euro je Tonne. Die Bundesregierung rechnet für 2027 mit einem CO2-Preis von 85 Euro je Tonne.

Lesen Sie auch: Warum Vermieter im Extremfall einen Teil der Fernwärmerechnung ihrer Mieter zahlen müssen

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