Russland: Putin schenkt Nordkoreas Machthaber Kim neue Luxus-Karosse
Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un eine Luxuslimousine der russischen Marke Aurus geschenkt.
Foto: imago imagesLiebesgrüße von Moskau nach Pjöngjang, verpackt als Luxus-Straßenpanzer: Offenbar als Zeichen der engeren Verbundenheit hat Russlands Präsident Wladimir Putin dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un eine Luxuslimousine geschenkt. Dabei handelt es sich um ein Auto des russischen Staatskarossen-Herstellers Aurus, wie Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur RIA bestätigte. Das Auto sei für Kims „persönlichen Gebrauch“ und am 18. Februar von russischer Seite an seine engsten Mitarbeiter übergeben worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag.
Aurus Motors wurde zwar erst 2018 gegründet, aber mit freundlicher Unterstützung des staatlichen russischen Maschinenbau-Entwicklungsinstituts NAMI. Dessen Vorläufer sorgen bereits seit 1918 dafür, dass Russland in der Motorenentwicklung nicht den Anschluss verliert. Kein Wunder also, dass sich Putin 2021 höchstpersönlich per Videocall zur Eröffnung einer Aurus-Produktionsstätte in der Republik Tatarstan zuschalten ließ. Auch das Netz der Servicestützpunkte erzählt eine eigene Geschichte über die Kundschaft: Bisher gibt es genau drei Standorte, zwei in Moskau und einen in St. Petersburg.
Kims einflussreiche Schwester, Kim Yon Jong, hat der russischen Seite den Angaben nach mit den Worten gedankt: Das Geschenk sei ein klarer Beweis für die besonderen persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Staatsführern. Südkorea kritisierte das Geschenk als möglichen Verstoß gegen UN-Sanktionen, die unter anderem eine Lieferung von Luxus-Autos nach Nordkorea verbieten.
Russland hat die Zusammenarbeit mit dem abgeschotteten und international isolierten Nordkorea im Zuge des Ukraine-Kriegs verstärkt. Der Westen vermutet, dass Nordkorea Artillerie-Munition und Raketen zum Einsatz in der Ukraine an Russland liefert. Russland hat das weder dementiert noch bestätigt. Nordkorea bestreitet den Vorwurf von Waffenlieferungen an Russland, die ebenfalls einen Verstoß gegen UN-Sanktionen darstellen würden.
Kim hatte Putin im September bei einem Staatsbesuch in Russland getroffen, bei dem beide Seiten eine engere Zusammenarbeit vereinbarten. Beim Besuch des Raumfahrtzentrums Kosmodrom Wostotschny im russischen Fernen Osten hatte Putin Kim eingeladen, in seine Staatskarosse Aurus Senat einzusteigen. Kim selbst fuhr in einer Maybach-Limousine, die er in einem Sonderzug aus Pjöngjang mitgenommen hatte, zum Raumfahrtzentrum.
Das Autogeschenk kann auch als präsidiale Vertriebsunterstützung gesehen werden. Bereits 2021 hatte der damalige Aurus-Chef Adil Schirinow das Ziel ausgegeben, mittelfristig bis zu 80 Prozent des Umsatzes im Exportgeschäft zu erwirtschaften. Für eine enge Beziehung zwischen dem Unternehmen und dem Kreml spricht auch ein weiteres Detail: Die aktuellen Modelle – die Limousine Senat und der SUV Komendant – tragen die Namen von Türmen des russischen Regierungssitzes in Moskau.
Kim gilt als begeisterter Autoliebhaber und besitzt eine große Sammlung ausländischer Luxusfahrzeuge, die wahrscheinlich eingeschmuggelt wurden. Gesehen wurde er schon unter anderem in Mercedes-Limousinen, einem Rolls-Royce Phantom und einem Lexus-Geländewagen, allesamt Luxusgüter, deren Lieferung nach Nordkorea durch Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen das Atom- und Raketenprogramm des asiatischen Staates verboten ist.
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