Nach Geldstrafe: Ehemaliger Steinhoff-Chef Jooste in Südafrika gestorben
der ehemalige Steinhoff-Chef Markus Jooste im September 2018.
Foto: REUTERSDer in einen Bilanzskandal beim Möbelkonzern Steinhoff verwickelte ehemalige Vorstandschef Markus Jooste ist nach Angaben der südafrikanischen Polizei tot. Der 63-Jährige sei am Donnerstagnachmittag mit einer Schusswunde am Kopf kurz nach Einlieferung in ein Krankenhaus in der Küstenstadt Hermanus verstorben, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Nationale Strafverfolgungsbehörde NPA bestätigte Joostes Tod. Südafrikanische Medien einschließlich des staatlichen Fernsehsenders SABC berichteten mit Verweis auf anonyme Quellen, es habe sich um einen Suizid gehandelt. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet, sagte der Polizeisprecher.
Am Vortag hatte die südafrikanische Finanzaufsichtsbehörde FSCA eine Strafe in Höhe von 475 Millionen Rand (umgerechnet etwa 23 Millionen Euro) gegen Jooste verhängt. Jooste habe falsche und irreführende Aussagen im Zusammenhang mit dem Steinhoff-Bilanzskandal gemacht, so die FSCA. Jooste hätte die Zahlung innerhalb eines Monats begleichen müssen.
Die südafrikanische Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Konzernchef Anstiftung zur Bilanzmanipulation in Milliardenhöhe vor. Auch das Landgericht Oldenburg hatte 2023 einen Haftbefehl gegen Jooste erlassen. Ende 2017 waren Manipulationen bei dem hoch verschuldeten Unternehmen bekannt geworden, das seine Wurzeln im niedersächsischen Westerstede hat. Die weltweit agierende Steinhoff International Holdings hat heute ihren Hauptsitz in Amsterdam und wird von Südafrika aus gesteuert. Die Firma Steinhoff International Holdings galt vor ihrem Zusammenbruch als einer der größten Einzelhändler der Welt.
Die WirtschaftsWoche berichtet in der Regel nicht über Suizide, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen oder Angehörige betroffen sind, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe.
Lesen Sie auch: Aktionäre im Elend, Manager im Bonusrausch