Nach Heizungsgeschäft-Verkauf: Max Viessmann kündigt ein Dutzend Zukäufe an
Seit Ende 2021 ist Max Viessmann alleiniger Chef des Familienunternehmens.
Foto: PREin Jahr nach dem Verkauf des Heizungsgeschäfts will der Inhaber des Unternehmens Viessmann, Max Viessmann, verstärkt in andere Firmen investieren: „Wir arbeiten derzeit an zehn bis zwölf Transaktionen“, sagte Max Viessmann im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Aber nichts von dem, was wir tun, passiert irgendwie über Nacht.“ Die meisten Deals brauchten zwei bis fünf Jahre. „Und wir wollen kein Ankündigungsweltmeister sein.“
Mitte März hatte Viessmann bekannt gegeben, gemeinsam mit dem US-Finanzinvestor KKR den börsennotierten Hamburger Wind- und Solarparkbetreiber Encavis zu übernehmen – es war der erste große Deal nach dem Verkauf der Sparte Climate Solutions für 12 Milliarden Euro an den US-Konzern Carrier. Dessen Geschäfte liefen auch im letzten Jahr unter dem Dach des Viessmann-Konzerns gut, der 2023 insgesamt 4,4 Milliarden Euro umsetzte (nach 4,05 im Vorjahr).
In dem ersten ausführlichen Gespräch seit dem Verkauf kritisiert Viessmann die teils heftigen Reaktionen auf die Entscheidung. Es seien „eine Menge Missverständnisse entstanden, wer wir sind und was wir tun“. Viele hätten versucht „die eine Schublade zu finden, in die man das reinstecken kann: Ist das der kaltblütige Verkauf? Ist das die Flucht aus dem deutschen Unternehmertum?“ Es habe viele Headlines gegeben, „die ohne Kontext geschrieben wurden. Mir fehlte da die differenziertere Betrachtung.“ Der Verkauf sei populistisch von manchen Politikern „instrumentalisiert“ worden, was „scheinheilig“ sei.
Max Viessmann bezog zudem in der Debatte um den deutschen Standort Stellung. Natürlich sollten Unternehmer Missstände ansprechen, man dürfe aber das Land nicht „zugrunde reden“. Er glaube, „dass der Ton der Debatte über unseren Standort dazu beigetragen hat, dass wir viele unserer Potenziale nicht mehr ausschöpfen – und uns vor allem Potenzial der Zukunft berauben.“ Viessmann weiter: „Ich höre nur noch: Wir sind hier schwach, wir sind da schlecht. Wenn ich so ein Unternehmen führen würde, würde ich nirgendwo hinkommen.“
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