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IW-EinkommensrechnerSo wohlhabend sind Sie im EU-Vergleich

Wie hoch ist Ihr Lebensstandard im Vergleich zu anderen EU-Ländern? Überprüfen Sie im interaktiven Rechner, wie gut Sie mit Ihrem Haushaltseinkommen dastehen.Angelika Melcher 05.06.2024 - 10:54 Uhr

Wie reich sind die Deutschen im EU-Vergleich?

Foto: dpa

Die Europawahl steht kurz bevor – und obwohl die wirtschaftliche Stimmung im Land getrübt scheint, zählt Deutschland nach wie vor zu den einkommensstärksten Ländern Europas. Luxemburg belegt den ersten Platz, während die Bulgaren mit einer Quote von fast 23 Prozent besonders häufig armutsgefährdet sind. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für Wirtschaft (IW) Köln, die auf Basis von Haushaltsdaten von Eurostat die Einkommensverteilung EU-weit untersucht und in einer interaktiven Grafik aufgearbeitet hat. Darin können Sie sehen, wo sie persönlich im EU-Vergleich stehen.

Für den Rechner hat das IW nicht nur Daten der einzelnen Mitgliedstaaten ausgewertet, sondern die EU auch als Gesamtes betrachtet. So erlaubt die Grafik die Einordnung zur Einkommensschicht nicht nur in Deutschland, sondern auch in einem beliebigen anderen Land oder in der gesamten EU, wenn diese ein einziges Land wäre.

Wo Sie mit Ihrem Einkommen landen, können Sie im interaktiven Rechner des IW Köln überprüfen. Verwenden Sie dafür Ihre Einkommensverhältnisse des Jahres 2021:

Das IW-Forschungsteam hat für seine Berechnungen die Kaufkraft der Einkommen in den jeweiligen Ländern mit einberechnet, hat also berücksichtig, wie viel die Menschen sich im Vergleich der EU-Länder für ihr Geld leisten können. Denn mit einem bestimmten Eurobetrag lassen sich in Deutschland weniger Waren und Dienstleistungen kaufen als im Durchschnitt der übrigen EU-Staaten.

Nettoeinkommen in Deutschland: 2097 Euro

In Deutschland liegen die Lebenshaltungskosten knapp acht Prozent über EU-Schnitt. Das bedeutet, dass das Nettoeinkommen einer alleinstehenden Person in Deutschland 2021 zwar 2097 Euro betrug, kaufkraftbereinigt aber bei 1942 Euro lag. In Bulgarien liegt das tatsächliche mittlere Nettoeinkommen bei rund 430 Euro – weil die Lebenshaltungskosten aber nur etwa halb so hoch sind wie im EU-Schnitt, beträgt das kaufkraftbereinigte Nettoeinkommen 802 Euro. Der EU-Schnitt liegt bei 1529 Euro, das wären rund 1651 Euro in deutschen Preisen. Die Werte bezeichnen stets den Median, also das Einkommen, wo jeweils genau die Hälfte der Menschen mehr beziehungsweise weniger verdienen.

Vermögen

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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auch betrachtet, wie hoch die Armutsgefährdung in den EU-Staaten ist und wie viele Menschen zur Mittelschicht gehören. Das wird jeweils gemessen am mittleren Einkommen des Landes. Nach EU-Definition gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über ein Einkommen unterhalb von 60 Prozent des Mediannettoeinkommens ihres Landes verfügt. So waren im Jahr 2021 nur zehn Prozent der Tschechen armutsgefährdet. Deutschland landet bei diesem Vergleich mit einer Quote von 14,8 Prozent im Mittelfeld, aber noch unter der EU-weiten Quote von 16,5 Prozent und auch der von Luxemburg, wo 17,4 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet gelten.

Die größte Mittelschicht wiederum findet sich in der Slowakei mit 62 Prozent. In Deutschland beträgt der Bevölkerungsanteil in der Mittelschicht etwa 50 Prozent.

Starke Einkommenszuwächse in Osteuropa

Die Zahlen zeigen aber auch die Ungleichheit innerhalb der EU: Schaut man sich an, wie gleichmäßig das Einkommen in den Ländern verteilt ist, führen vor allem osteuropäische Länder wie Slowakei, Slowenien und Tschechien. Vor der EU-Osterweiterung vor zehn Jahren führten die skandinavischen Staaten regelmäßig die Gleichheitsrankings der EU an. „In den letzten Jahren konnten insbesondere die osteuropäischen EU-Länder starke Einkommenszuwächse verbuchen“, sagt IW-Expertin Judith Niehues. „Die Einkommen in Europa haben sich dadurch angenähert.“

Mit einem sogenannten Gini-Koeffizienten, mit welchem die Ungleichheit gemessen wird, zwischen 20,9 und 21,8 ist die Slowakei seit einigen Jahren der EU-Mitgliedstaat mit der gleichmäßigsten Verteilung des Einkommens. Der Gini-Koeffizient reicht vom Wert 0 im Falle gleichverteilter Einkommen bis zum Wert 100 im Falle maximaler Ungleichverteilung. Innerhalb der EU liegt der Durchschnitt bei einem Gini-Koeffizienten 2021 bei 29,6, der Gini-Koeffizient in Deutschland lag im selben Jahr bei 29,0. Die größten Einkommensunterschiede herrschen in Bulgarien und sowie den baltischen Staaten Litauen (36,2) und Lettland (34,3).

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