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Leben mit AktienChip-ETFs: Erholung in Sicht?

Der US-Wahlkampf sorgt für Nervosität in der Halbleiterbranche. Insbesondere die Aussagen des Ex-Präsidenten über Taiwan und China haben den Markt kurzzeitig erschüttert. Die Unsicherheit bleibt.Julia Leonhardt 27.07.2024 - 09:28 Uhr
Foto: REUTERS

Die Entwicklungen im US-Wahlkampf haben nicht nur die Politik unter Druck gesetzt. Auch der Markt reagiert immer wieder auf einen möglichen Sieg von Donald Trump. So auch die Halbleiterindustrie. Trumps Äußerungen über eine härtere Gangart gegenüber Taiwan im Falle seiner Wiederwahl sorgten für Aufregung an den asiatischen Börsen. Gleichzeitig kündigte Trump an, Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus China zu erheben, sollte er nach den Präsidentschaftswahlen am 5. November ins Weiße Haus zurückkehren. Die Furcht vor weiteren Folgen des Handelsstreits zogen viele Halbleiter-Werte in die Tiefe.

Die Aktie von ASML brach um acht Prozent ein. Selbst die überraschend starken Quartalszahlen des niederländischen Halbleiterherstellers konnten den Kursrutsch nicht stoppen. Auch die Aktien der Rivalen ASMI und BESI gaben um rund fünf Prozent nach.

Die Äußerungen Trumps waren aber womöglich nicht der einzige Grund für den Werteverlust. „Irgendwann brauchte es mal einen Anlass, eine gesunde Korrektur zu machen und den hat Trump geliefert“, stellt Investor Christian W. Röhl in der neuen Folge unseres Podcasts Leben mit Aktien fest.

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Zeichen einer Korrektur

Anzeichen einer Korrektur zeigten sich auch beim Halbleiter-Index Philadelphia Semiconductor (ISIN US6929821014), der Unternehmen wie ASML, Intel und Nvidia umfasst. In der Folge von Trumps Aussagen fiel der Index auf ein Tief von 5272 Punkten. Wenige Tage zuvor hatte er noch bei über 5800 Punkten gelegen. Der Verlust lag damit bei rund neun Prozent. Derzeit ist der Index weiter rückläufig.

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Ähnlich erging es dem VanEck Semiconductor ETF (ISIN IE00BMC38736), der kurz nach Trumps Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg kurzzeitig einbrach. Der Halbleiter-ETF, in dem große Halbleiterunternehmen gelistet sind, bekam den kurzen Kursrutsch zu spüren. Das Technologieunternehmen Broadcom hält mit elf Prozent den größten Anteil am Fonds, gefolgt von Taiwan Semiconductor Manufacturing (10,3 Prozent) und Nvidia (10 Prozent). Während der ETF mit 94,70 Prozent überwiegend aus Halbleiterwerten besteht, sind mit knapp 5 Prozent auch Softwarewerte enthalten.

Der erst Ende 2020 aufgelegte Fonds kann nach drei Jahren eine Performance von 82 Prozent vorweisen. Im Vergleich zum konkurrierenden ETF von Amundi (Amundi MSCI Semiconductors ESG Screened UCITS ETF ISIN LU1900066033) hat der VanEck zwar niedrigere Gebühren, bei der Performance liegt der Amundi ETF aber mit 92 Prozent vorne.

Lange ging es nur aufwärts

Ein breiterer Blick auf die Branche zeigt, dass es vor den Äußerungen des Ex-Präsidenten für die Chipindustrie fast nur einen Weg gab: nach oben. Auch die im Mai veröffentlichten guten Quartalszahlen von Nvidia hatten den Markt stark getrieben. Seit Jahresbeginn war die Aktie des KI-Chipspezialisten stark gestiegen.

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Aktuell scheint die Zeit des Wachstums jedoch vorerst vorbei zu sein: Nach durchwachsenen Quartalszahlen von Tesla und der Google-Mutter Alphabet gab der Nasdaq-Index am Mittwoch um fast vier Prozent nach. Der US-Leitindex S&P 500 verlor 2,3 Prozent - der größte Tagesverlust seit März 2023. Hart traf es auch den KI-Chip-Spezialisten. Die Aktie von Nvidia brach um sieben Prozent ein, die des Chipdesigners Arm um acht Prozent.

Mit Blick auf den weiteren US-Wahlkampf und eine mögliche Präsidentschaft von Donald Trump ist nicht auszuschließen, dass die Branche erneut unter Druck gerät. Allerdings können Anleger mit einer raschen Erholung zu rechnen, zumal Halbleiter derzeit nicht nur im Cloud-Bereich sehr gefragt sind. Letztlich bleibt abzuwarten, wer im November ins Weiße Haus einzieht. Auch unter einem demokratischen Präsidenten sollte keine große Nähe zu China zu erwarten sein. Daher muss sich der Halbleitermarkt unabhängig von Trump auch auf mögliche Sanktionen gegen China einstellen. Dass hochwertige Chips in den kommenden Jahren dennoch verstärkt benötigt werden, steht außer Frage. Bereiche wie das autonome Fahren oder auch Alltagsprodukte wie VR-Brillen haben einen hohe Nachfrage. Auch das geplante Ende des Verbrennungsmotors erhöht die Nachfrage nach Chips, da in einem elektrischen Automobil ungefähr doppelt so viele Chips verbaut sind.

Mehr zum Thema Chip-ETFs, wieso Crowdstrike auch nach dem Update-Absturz luftig bewertet ist und Microsoft die bessere Alternative zu Cybersecurity-Themenfonds ist hören Sie in der neuen Ausgabe unseres Podcasts „Leben mit Aktien“.

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