Preisfrage: Was ein E-Bike im Monat kostet
Ein handelsübliches Fahrrad mit unterstützendem Elektromotor, kurz E-Bike.
Foto: iStockE-Bikes sind gefragter denn je. Seit ihrer Markteinführung haben die motorisierten Fahrräder neue Zielgruppen erschlossen und das Zweirad für Menschen attraktiv gemacht, die es sonst nicht nutzen könnten oder würden. 2023 wurden in Deutschland erstmals mehr Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor verkauft als ohne – insgesamt 2,1 Millionen.
Ähnlich wie beim Auto kämpfen bei den E-Bikes unzählige Hersteller um die Gunst der Kunden. Ihr Angebot reicht von günstigen Einsteigermodellen bis hin zu exklusiven Luxusrädern, die zumindest preislich so manchem Verbrenner in nichts nachstehen.
Das teuerste serienmäßig hergestellte E-Bike, das Terminus M55, kostet stolze 27.000 Euro und darf mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h sogar auf deutschen Autobahnen gefahren werden – einen Motorradführerschein vorausgesetzt.
Die Mehrheit der deutschen E-Bike-Besitzer ist allerdings weitaus langsamer und kostengünstiger unterwegs. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) lag der durchschnittliche Neupreis eines E-Bikes im vergangenen Jahr bei 2950 Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie bei den herkömmlichen Fahrrädern.
Folgekosten eines E-Bikes
Nicht nur der Anschaffungspreis sondern auch die Folgekosten sind im Vergleich zum Auto deutlich geringer. Unsere Grafik zeigt, mit welchen monatlichen Folgekosten nach der Anschaffung durchschnittlich zu rechnen ist.
Während beim Auto hohe Steuern und Versicherungskosten anfallen, kann das Fahrrad mit deutlich geringeren Unterhaltskosten punkten. Dennoch liegen die Folgekosten eines E-Bikes über denen eines klassischen Fahrrads. Dafür gibt es mehrere Gründe.
4 €
Stromkosten für Ladung
+
5 €
Fahrradversicherung
+
17 €
Werkstattkosten
+
54 €
Wertverlust
=
80 €
Bild: iStock
Strom
Dank immer leistungsfähigerer Akkus sind bei modernen E-Bikes Reichweiten zwischen 50 und 150 Kilometern mit einer Akkuladung keine Seltenheit mehr. Die Reichweite hängt stark von der maximalen Kapazität des Akkus, dem befahrenen Gelände und der Fahrweise ab. Doch jede noch so gute Batterie will irgendwann aufgeladen werden.
Bei einem durchschnittlichen Strompreis von etwa 0,30 Euro pro Kilowattstunde und einer Batteriekapazität von 500 Wattstunden (0,5 Kilowattstunden) sowie einem Ladeverlust von etwa 20 Prozent ergeben sich Kosten von gerade einmal 18 Cent pro Ladung.
Für den Vielfahrer in unserem Beispiel, mit einer täglichen Pendelstrecke von mehr als 20 Kilometern, ergeben sich Stromkosten von rund vier Euro pro Monat.
Versicherung
Fahrräder stehen bei Kriminellen hoch im Kurs. 264.000 gestohlene Fahrräder verzeichnete das Bundeskriminalamt im April dieses Jahres in seiner Kriminalstatistik. Die meisten davon in Berlin, Hamburg und Köln. Wegen ihres oft höheren Wertes sind E-Bikes für Diebe noch attraktiver.
Gerade neuwertige Modelle sollten daher versichert werden. Je nach Wert des E-Bikes gibt es bereits günstige Tarife ab 30 Euro. Bei einem Kaufpreis von über 2500 Euro, wie in unserem Beispiel, beträgt die Versicherungssumme 60 Euro.
Werkstattkosten
Die monatlichen Kosten für die Wartung eines E-Bikes hängen stark von der Nutzung des Fahrrads und den Preisen der Werkstatt ab. Geht man jedoch von den empfohlenen zwei Inspektionen pro Jahr aus und rechnet den Austausch von verschleißanfälligen Materialien wie Reifen, Kette oder Bremsbelägen hinzu, kann man von Kosten in Höhe von 200 Euro pro Jahr ausgehen.
Wertverlust
Ein E-Bike verliert im ersten Jahr nach dem Kauf durchschnittlich 20 Prozent seines Wertes. Bei besonders intensiver Nutzung sogar noch mehr. Bei einem Neuwert von 2950 Euro bedeutet das in unserem Beispiel einen Verlust von knapp 600 Euro.
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