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BankenING hebt Gebühren an: Hier finden Sparer noch kostenlose Girokonten

Die ING dreht an der Preisschraube und hebt unter anderem die Gebühren fürs Girokonto an. Weitere Institute dürften diesem Beispiel folgen. Wer sein Geld kostenlos deponieren will, muss Angebote vergleichen.Philipp Frohn 05.09.2024 - 09:12 Uhr

Wo gibt es noch kostenlose Girokonten?

Foto: CLARK/obs

Für Kunden der Direktbank ING wird es bald teurer. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, hebt es einige Gebühren ab dem 1. Dezember an. Dazu zählen nicht nur Handelsgebühren bei Brokergeschäften, sondern auch solche fürs Girokonto. Demnächst ist das Konto nur noch kostenlos, wenn monatlich mindestens 1000 statt bislang 700 Euro eingehen. Andernfalls kostet es 4,90 Euro pro Monat. Außerdem steigen die monatlichen Kosten für die Girokarte von 99 Cent auf dann 1,49 Euro.

„Wie viele andere Unternehmen kommen auch wir nicht umhin, die in letzter Zeit allgemein gestiegenen Kosten in geringem Umfang weiterzugeben“, begründet die ING die Preisanhebung. Ab kommender Woche sollen die Kunden beim Login ins Online-Banking um Zustimmung für die Gebührenerhöhung gebeten werden – so sieht es der Gesetzgeber vor.

Mit der neuen Preispolitik liegt die ING im Trend. Das Gratiskonto ohne Sternchen und Einschränkungen wird immer mehr zur Ausnahme, Banken ziehen die Preise zunehmend an. Laut dem Vergleichsportal Verivox müssen 82 Prozent der Kunden für ihr Girokonto Gebühren zahlen. Die Hälfte davon hat in den vergangenen zwei Jahre ist in der Hälfte davon das Konto teurer geworden. Vor allem Sparkassenkunden haben selten ein günstiges, geschweige denn ein kostenfreies Konto.

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„Infolge der Zinswende ist das Girokonto für viele Banken und Sparkassen zum doppelten Umsatzbringer geworden“, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Zum einen verdienten sie an Zinsüberschüssen: Während die Geldhäuser für Einlagen auf Giro- Tagesgeldkonten keine oder nur mickrige Zinsen zahlen, können sie das Geld anderweitig rentierlicher anlegen und langen über höhere Dispozinsen zu. „Zum anderen drehen viele Kreditinstitute weiter an der Gebührenschraube und generieren dadurch zusätzliche Einnahmen.“

Nach Gebührenerhöhung bei ING: Ziehen weitere Banken nach?

Die jüngste Gebührenerhöhung der ING könnte nun ein Vorbote für weitere Gebührenanpassungen sein, glaubt Sebastian Schick, Chefredakteur des Verbraucherportals Biallo: „Die Maßnahme der ING dürfte eine gewisse Signalwirkung für die Bankenbranche haben. Wir gehen davon aus, dass etliche Banken und Sparkassen in den nächsten Monaten nachziehen werden und ebenfalls die Gebühren rund ums Girokonto erhöhen werden.“

Laut dem Experten könnten nun auch andere große Direktbanken wie die DKB, Consors oder Comdirect den Mindestgeldeingang auf 1000 Euro anheben. Bei vielen Banken – so auch bei der ING – dürfte es für ein Gros der Kontoinhaber kein Problem sein, mit dem Gehaltseingang diese Schwelle zu überschreiten und somit das Konto gratis nutzen zu können.

Klar ist aber: Wer ein komplett kostenfreies Konto haben möchte, muss die Angebote gut vergleichen. Das Verbraucherportal Biallo durchsucht regelmäßig die Preis- und Leistungsverzeichnisse und Webseiten der knapp 1300 Banken und Sparkassen. Um in dessen Übersicht als ‚kostenlos‘ bezeichnet zu werden, darf es weder Kontoführungsgebühren, noch Kosten für die Girokarte und Überweisungen geben. Außerdem darf die Bank keinen Mindestgeldeingang verlangen.

Konstenfreie Girokonten in der Übersicht

Für die WirtschaftsWoche hat das Verbraucherportal Biallo eine Übersicht erstellt, wo Sparer jetzt noch solche Konten finden. Auffällig ist, dass vor allem Direktbanken welche anbieten. Anders als klassische Banken haben sie kein großes und teures Filialnetz und sitzen damit auf einem kleineren Kostenapparat. Die Kunden freut’s, zumindest was die Konditionen angeht.

Ein Blick in die Konditionen von Anbietern mit komplett kostenfreien Girokonten zeigt aber auch: Wer den vollen Gratis-Service will, muss Abstriche in Kauf nehmen. Bei manchen Instituten gibt es die Karte beispielsweise nur in digitaler Variante kostenlos. Wer auch eine physische Karte haben möchte, muss einmalig eine Gebühr für Erstellung und Versand der Karte zahlen. Bei der Neobank N26 kostet dies zehn Euro.

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Außerdem gibt es bei allen ausgewählten Konten nicht etwa eine Giro-, sondern eine Debitkarte. Die Funktionen sind zwar dieselben. Das Problem: Debitkarten werden in Deutschland erst seit einigen Jahren genutzt, laut dem Forschungsinstitut EHI werden nur vier Prozent der Ausgaben mit ihnen abgewickelt. Und wenn Geschäfte Zahlungen über via Debitkarte empfangen, müssen sie fast doppelt so hohe Gebühren wie bei Zahlungen mit Girokarten abwickeln. Einige – vor allem kleinere – Geschäfte akzeptieren Debitkarten daher nicht.

Auch bei Bargeldabhebungen müssen Kunden mancher Anbieter mit Einschränkungen rechnen. Bei vielen Instituten, die komplett kostenfreie Girokonten anbieten, ist die nämlich gedeckelt. Bei C24 – der Direktbank des Vergleichsportals Check24 – und der Bank des schwedischen Zahlungsabwicklers Klarna zum Beispiel können Kunden nur vier beziehungsweise zwei mal pro Monat kostenfrei Geld von einem Automaten abheben. Für weitere Abhebungen erheben die Institute oft eine Gebühr, bei Klarna zum Beispiel zwei Euro je Abhebung.

Auf der Suche nach einem Gratis-Konto müssen Sparer also Angebote vergleichen – und Einschränkungen in Kauf nehmen. Wenn ein Service weniger kostet als bei der Konkurrenz, fällt das Angebot nun mal eben weniger üppig aus.

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